Guido Lange nimmt uns mit auf seine Radreise durch Norwegen – und zu einem Bild, das eigentlich eine Rettung war. Nach 138 Kilometern ohne Unterkunft in Sicht trifft er am Vinjefjord auf drei Menschen, die ihn spontan zum Essen, Übernachten und Reden einladen. In dieser Folge geht es um langsame Reisen, echte Begegnungen und Gastfreundschaft.
Guido an seinem Leuchtturm mitten im Nirgendwo in Norwegen mit Irena Lasse und Vivian – Foto: Guido Lange
Das AbenteuerNorwegen führte Guido mit dem Gravelbike von Süd nach Nord durch Norwegen. Ab Kristiansand zum südlichsten Punkt in Lindesnes. Von dort nach Stavanger, Bergen, nach Treondheim und weiter in den Norden bis Narvik, über Vesteralen und Lofoten bis nach Moskenes. Anschließend nahm er Fähre zur Überfahrt nach Bodø und fuhr weiter mit dem Zug bis Trondheim und Oslo. Von dort nahm er die Fähre zurück nachhause in Deutschland.
Er erlebte Menschen, die im Einklang mit der Natur friedlich zusammen leben und wo er stets willkommen war. Er sah die weiten Felder, die schneebedeckten Gebirge mit wilden Wasserfällen und Wäldern. Die kleinen und großen Städte boten viel Kultur und ideale Unterkünfte vom Hostel bis zur einsamen Hütte. Buchten, Flüsse, und Anhöhen boten die meisten Fotomotive. In schneller Fahrt mit leichtem Gepäck schaffte er im Schnitt 100 km pro Tag und erlebte eine gute Balance zwischen sportlicher Herausforderung, und Abenteuer, bei dem er Land und Leute kennen lernte.
Dort findet ihr auch weitere Infos zu seinen Reise-Reportagen
Disclaimer: Ich bekomme nichts von Guido Lange für die Erwähnung hier. Ich finde Guidos Projekte einfach sehr schön und Guido ist eine toller Typ, weshalb ich gerne auch auf seine Bücher und Reise-Reportage hinweisen.
Shownotes
Teilnehmer diese Episode:
Michael Koopmann
Guido Lange
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Diese Episode ist erschienen am 04.11.2026 und wurde aufgenommen am 13.10.2026.
Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.
Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts,Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.
Schön, dass du da bist bei Bilder und Geschichten. In diesem Podcast geht esum ein Foto und um den Moment.Ein Gast bringt ein Bild mit und erzählt, warum es geblieben ist.Herzlich willkommen beim Podcast Bilder und Geschichten.Und herzlich willkommen Guido Lange bei mir im Podcast. Hallo Guido.
Guido Lange
Ja, hallo Michael. Schön, dass ich da sein kann.
Michael Koopmann
Ich freue mich total, dass wir es geschafft haben, zusammenzukommen.Du bist gerade viel beschäftigt, auf ganz vielen Messen unterwegs,um dich ein bisschen zu promoten.Und ich freue mich umso mehr, dass du es heute bei mir in dem Podcast geschafft hast.
Guido Lange
Ja, das stimmt. Ich war unterwegs. Jetzt ist gerade Frankfurter Buchmeistergewesen. Das ist eine wichtige Sache immer.
Michael Koopmann
Genau. Und woher kennen wir uns und wer bist du eigentlich? Du bist Guido Lange,geboren 1963. Und ich habe dich irgendwo hier in der Selbstbezeichnung gefundenals Abenteurer und Autor.Also zumindest wenn du nicht gerade normal am Arbeiten bist und dann bist dusehr gerne in Europa und der Welt unterwegs, entweder zu Fuß laufend,oder mit dem Fahrrad und hast dort schon massig Kilometer zurückgelegt,ich habe hier irgendwo Zahlen gefunden, von 30.000 Kilometern zu Fuß und 20.000 Kilometer mit dem Rad.Ja, das ist ziemlich beeindruckend und wir haben uns halt bei der GBV,bei der Vortragsbörse dort kennengelernt, denn da, du machst auch gerne Vorträgeüber deine Erlebnisse auf deinen Reisen und zeigst da natürlich auch Bildern,und da bin ich natürlich auf die Idee gekommen, dich dann hier mit einzuladen,dass du auch mal ein Bild mit zu mir bringst und hier deine Geschichte erzählst,und ja, du hast ein Bild mitgebracht aus Norwegen, wenn ich das so recht sehe.
Guido Lange
Ja, das stimmt. Das ist in Norwegen in der Nähe von Trondheim, 100 Kilometer südlich.
Michael Koopmann
Da bist du auch mit dem Fahrrad hingefahren, wie man das so macht,wenn man natürlich auf seinen CO2-Fußabdrück gucken will. Dann fährt man ambesten mit dem Rad nach Norwegen.
Guido Lange
Ja, wobei der Grund ist ja nicht CO2-Sparen, das ist super.Ich sage das auch, aber tatsächlich ist es ja Norwegen von Nahem entdeckend.Also ich war noch nie in Norwegen vorher.Ich versuche die Ecken Europas auszukundschaften. Wir selber wohnen ja in derMitte und man war schon mal schnell mal in Dänemark, Luxemburg und so weiter.Aber die Ecken Europas und wenn man die von Nahen kennenlernt,ist es eben entweder zu Fuß, das ist auch noch näher dran.Nur dann dauert das halt eben mal vier Monate und mit dem Fahrrad kann man esin vier Wochen schaffen von Süd nach Nord.Und deswegen habe ich das Fahrrad genommen, um intensiv zu spüren.Nur mal als Vergleich, wenn man mit Leuten auf der Fähre ist,oben im Norden und die fotografieren ganz weit weg irgendwelche Berge,dann frage ich die, wie seid ihr hier eigentlich hergekommen,dass ihr bis jetzt noch gar nicht mitbekommen habt, wie tolle Berge hier sindund dann aus dem Auto aussteigen, dann stehen sie an Deck der Fähre und plötzlich entdecken sie.Also alleine die Glasscheibe macht schon so viel aus, dass man gar nicht soviel mitbekommt. Also deswegen Norwegen von nahem, das ist eigentlich der Grundfürs Fahrrad. Und natürlich Sport ist auch ein bisschen dabei.
Michael Koopmann
Ja, das Tolle ist ja, umso langsamer man unterwegs, umso mehr kann man halterleben und umso mehr kann man halt auch die Geschichten sammeln,die ja auch so ein bisschen diesen Podcast hier ausmachen.Denn ja, so hat man überhaupt erst Möglichkeiten, mit Leuten in Kontakt zu kommen.Wenn ich jetzt mit dem Flieger, keine Ahnung, nach Paris, direkt zum Eiffelturm,dann habe ich den zwar gesehen, aber wahrscheinlich einfach nichts erlebt aufdem Weg dahin und dort fort.
Guido Lange
Ja, das ist auch so. Ich fahre mit der Fähre hin, also von Hirshals in Dänemark,nach Christiansand in den Süden von Norwegen. Das sind ja nur vier Stunden Fährfahrt.Und dann bin ich nur noch auf dem Fahrrad unterwegs bis nach Norden.Wenn ich mir vorstelle, ich würde praktisch knallbummen und würde am Nordpolaussteigen, ich meine, das ist einfach auch kein schönes Erlebnis.Und noch schlimmer ist die Rückflug.Ich bin ja später zurückgefahren von Bode an mit der Bahn Bode,Trondheim, Oslo, Oslo-Fähre, Kiel und dann mit der Regionalbahn sechsmal umsteigen bis nach Koblenz.Das waren dann zweieinhalb Tage Rückfahrt. Wenn ich mir vorstelle,dass diese Rückfahrt in zwei Stunden wäre und ich wäre stressig,stressig am Frankfurter Flughafen und würde mein Fahrradgepäck suchen,das wäre ja einfach nur grausam dagegen.Ja, ich bin auch nicht nach Amerika geschwommen, als ich dann im Marathon gelaufen bin.Aber in diesem Fall ist es eben so, dass man allmählich zurückreist und dannauch wirklich wieder ankommt, weil man die ganze Route rückwärts quasi im Zeitraffer2 erlebt, aber immer noch über zweieinhalb Tage verstreut.
Michael Koopmann
Ja, und halt auch langsam in so eine Kultur reinkommen.Und auch wenn man nur nach Norwegen fährt, ist es halt auch schon wieder ganzandere Leute, die ganz anders leben.Und das kann man eigentlich erst so richtig erfassen, wenn man halt langsamda ankommt und nicht halt im Flughafen irgendwie aus so einem Flieger rausgeschmissenwird und dann einfach da ist und alles halt anders ist. Deswegen finde ich,das ist einfach eine sehr schöne Art zu reisen.Ich nehme ja lieber den Zug, das liegt aber auch aufgrund meiner Unsportlichkeit,dass so mein favorisiertes Mittel dann dafür, für das Slow-Trivel ist.
Guido Lange
Aber Zug ist auch super. Ich bin mal mit der Bahn vorm Krieg,Berlin, Moskau, Moskau, Rostovam, Don, Baku mit dem Zug gefahren.Und später dann von Odessa wieder mit dem Zug, also wie gesagt,vorm Krieg, Odessa, Wiv, Wien, immer diese Nachtzüge. Und da ist man ja wirklichtagelang mit dem Zug unterwegs.Was man alleine aus dem Zug schon sieht, ist ja auch schon ein kleiner Wahnsinn.Weil von der Straße ist es völlig anders. Vom Zug ist es ja so,dass man ja oft auch an irgendwie kleinsten Dörfern vorbeifährt.Es ist einfach da, wo die Bahnlinie fährt.Ich weiß noch, Richtung Moskau, da waren die letzten 300 Kilometer einfach nurSumpf mit leichten Schneeresten.Die Böschung wurde angezündet, damit das alte graue Gras da wegbrennt.Das war ja schon ein Abenteuer, nur aus dem Zug heraus zu gucken,ohne auszusteigen, sage ichjetzt mal. Deswegen kann ich dir da nur beipflichten, ist tatsächlich so.
Michael Koopmann
Ja, und das ist so toll, gerade dieses lange im Zug sitzen. Das klingt,glaube ich, für jeden Deutschen, der die Deutsche Bahn kennt und da öfter mitunterwegs ist. Das ist total schlimm, sehr viele da drin sitzen.Aber im Ausland macht das einfach so wahnsinnig viel Spaß, wenn man halt Landund Leute entdecken kann.Aber wir wollen ja gar nicht mit dem Zug unterwegs sein, beziehungsweise daswäre vielleicht mal was für eine andere Podcast-Folge.Denn du warst mit dem Fahrrad halt in Norwegen unterwegs und bist mit dem Fahrrad,unterwegs gewesen und dann anscheinend auf dieses Bild gestoßen.Ich würde es einfach direkt mal beschreiben und dann fallen wir da direkt mal rein.Was sehen wir dort? Ja, wir haben ein Bild im Querformat.Wir sehen so ein großes goldgelbenes Holzhaus, so eine Erdscheune,würde ich sagen, mit einem spitzen Dach, weißen Dachkanten, was anscheinend vorm Wasser steht.Seine beiden Holztüren sind weit geöffnet und vor dem dunklen Innenraum sitzendrei Menschen an einem kleinen Tisch.Du stehst dort hinter in deinem blauen türkisen Shirt und ihr macht anscheinend gerade ein Selfie.Links stehen noch ein paar Liegestühle vor dem Raus, weiter links noch ein Grill.Und ja, im Vordergrund sehen wir halt so ein paar graue Felsen,ein paar Holzstämme, die da liegen.Anscheinend wurde da noch ein bisschen gebaut, würde ich mal sagen.Ja, und links öffnet sich dann hinter dem Grill dann auch noch den Blick aufsruhige Wasser, vermutlich ein Fjord oder irgendein See, der da ist.Und im Hintergrund sehen wir dann einen bewaldeten Berghang und das Ganze inso einem leichten Sonnenlicht, der in dieses goldgelbene Holz anstrahlt.Ja, ein Bild, das macht direkt Fernweh.Schreib doch mal, wie bist du denn da hingekommen? Also ja, du warst mit demFahrrad unterwegs, aber du bist irgendwie ja über dieses gelbe Holzhäuschengestolpert auf deiner Tour.
Guido Lange
Ja, das stimmt. Es war meine Rettung, also ein Leuchtturm, auch wenn er nichtso aussieht. Es war Tag 8, glaube ich.Ich war unterwegs am Wienjefjord, erst am Walsäubotten, dann am Wienjefjord.138 Kilometer hatte ich schon und sehe in Google, da ist nichts,wo man übernachten könnte.Und ich bin ja Boomer, also ich denke immer noch, wenn Google nichts anzeigt,da ist trotzdem was, aber es gab wirklich nichts. Also es war nichts.Und hatte auch Hunger, hatte noch ein paar Reste mit, was ich hätte essen können,aber irgendwie ging das so nicht weiter. Hatte mich in der Ecke manövriert.Ich gucke eigentlich immer, ob ich was zu essen finde. Je mehr nach Norden,desto genauer. Aber bis Trondheim, das ist noch vor Trondheim,also praktisch noch in der Südhälfte von Norwegen, habe ich mir das nicht träumenlassen, dass es so lange dauert, bis man da irgendwie auf Zivilisation,hätte ich fast gesagt, trifft.Ich hatte einen wunderschönen Tag erlebt, ein sonniger Tag. Vorher war vielRegen und Kälte, das war ein schöner Tag.Und ich habe dann einfach angehalten. Das ist sogar an so einer Europastraße,also einem richtigen Highway. Aber es ist Christi Himmelfahrt.Der Verkehr kam zum Erliegen und alle, die irgendwie Zeit hatten,sitzen draußen. So auch hier Losse, Vivian und Irene.Irene ist die Mutter von Vivian und die beiden sind ein Paar.Losse ist eigentlich ein Taxiunternehmer aus Trondheim, hat da ein Wochenendhausund wohnt da im Haus seiner Schwiegermutter quasi, verbringen die die Wochenenden.Dieser Schuppen, das ist ein Abbootshaus.Und ich habe von oben runter, oben ist die Leitplanke, habe ich runtergerufen,Mensch, wie geht es euch? Und habt ihr vielleicht eine Idee,wo man hier übernachten könnte?Kennt ihr jemanden privat, der sowas vermietet oder so? Und dann haben die gesagt,du kommst jetzt erstmal runter zu uns.Hast du denn schon was gegessen? Wir haben einen Grill, wir haben mit was zuessen drauf, wir haben einen Kühlschrank mit Bier und wir haben ein Gästezimmer.Du bleibst einfach bei uns.Und das war natürlich super, super geil.Also ich hatte vorher auch schon mehrere Erlebnisse mit Gastfreundschaft,aber dass ich einfach da bleiben kann, nur weil ich eben mal gefragt habe,kennt ihr euch ja aus, das war schon richtig toll.Und in Kombination mit diesem tollen, lauen Abend am Vinyfjord,ja, war das eine super Kombination. Ja, also ganz, ganz toll. So kam ich da hin.
Michael Koopmann
Das ist natürlich ein totaler Leuchtturm nach so einer Tour.Ich stelle mir das so vor, wenn man da wirklich elendig lang schon auf dem Radunterwegs war, also aus meiner Sicht, aus deiner Sicht ja wahrscheinlich ein Kurztrip.Aber irgendwann möchte man ja mal sein Nachtquartier irgendwo mal sehen könnenoder zumindest als Ziel haben, wo man drauf hinsteuert.Und da stelle ich mir dann doch irgendwann demotivierend vor,wenn man auf Google dann nur durch zwar schöne Landschaft, aber halt karge Landschaftfährt und einfach nichts findet.
Guido Lange
Ja, der Plan war immer, Vorsaison ist sowieso super, der erste Tag war glaube ich der 17.Mai, der letzte Tag war der 16. Juni dann oben im Norden und,die Campingplätze haben schon geöffnet und man muss nichts reservieren,man kann alles auf zum Ruf, man kann noch sagen, das ist so schön,ich fahre noch weiter oder aber hier ist hässlich, ich bleibe auf keinen Falloder ich mache heute einen kurzen Trip, habe schon drei Platten und Regen, ich bleibe hier.Und das hat aber an dem Tag eben einmalig nicht geklappt. Sonst immer,ich habe immer was gefunden.Oft war ich der erste Gast im Jahr und hier war es halt nicht so.Und die haben dann noch gegoogelt für mich eine Weile und haben gesagt,ja, hier 54 Kilometer weiter wäre noch einer.Ja, aber es war für mich schon ausreichend genug, muss ich wirklich sagen.Die Verlockung, also mit diesen Leuten da zu sitzen. Dann haben wir uns unterhalten,über die Welt diskutiert. Wie ist das so?Irene, die Mutter, die ist schon so bestimmt mal so an die 80,sich die ganze Zeit gestrickt. Ich sage, was strickst du da eigentlich?Und sie sagt, sie strickt Handtücher. Ich sage, gestrickte Handtücher?Das habe ich ja noch nie gehört. Was ist das denn?Und die Vivian sagt, ja, lass sie doch, sie strickt so gern.Ich sage, Gottes Willen, das soll sie ja auch gerne machen. Sie hat eigentlichkein Englisch gekonnt und kein Deutsch.Und sie hat aber trotzdem einiges verstanden. Und hinweg wieder sich auch erkundigt,was ich jetzt gesagt hätte.Und ich habe sie auch so ein bisschen verstanden, ohne Norwegisch irgendwieje gehört zu haben vorher. War mein erstes Mal in Norwegen.Aber die Sprachen sind schon ein bisschen verwandt. Und am nächsten Morgen hatmir dann Irene eines von ihren vielen gestrickten Handtüchern mitgegeben.Und ich fand das so rührend.Ich weiß gar nicht, wie praktisch das ist. Ich habe das in meiner kleinen Devotionalien-Eckeliegen, wo ich so ein Mitbringsel habe.Da liegt das jetzt, dieses braune Ding, dieser braune Lappen.Es ist total geil irgendwie, dass sie mir ganz von Herzen für deine große Reisehat sie mir dieses Tuch dann mitgegeben. oder dieses gestrickte Etwas.Ich muss sagen, sensationell, also hat mir super gefallen.Hier auf dem Bild fehlt noch eine Katze, die war auch noch vor Ort.
Michael Koopmann
Die hat sich wieder nicht gezeigt. Aber ich finde das eine total schöne Geschichte,denn genau das ist ja das, was ich hier auch im Podcast zeigen möchte.Wir hatten vorhin dann so ein bisschen die Diskussion, was ist das passendeBild und das ist ja genau so eine Geschichte, die sieht man dem Bild auf denersten Blick gar nicht an und das ist aber ja nachher genau das,was ja so eine Reise viel richtig wertvoll gemacht hat, dass man solche Leutekennengelernt hat und nicht, dass man keine Ahnung was für ein sehenswürdig.Highlight in Norwegen gesehen hat, sondern dass man genau sowas erlebt hat dannmit solchen tollen Leuten.
Guido Lange
Es ist auch ein seltener Moment, weil so oft, ich habe zwei,drei intensive Begegnungen gehabt mit Menschen aus Norwegen,Und noch fast eher noch mit anderen Reisenden, auch auf dem Fahrrad oder so.Aber so oft ist das nicht, dass das passiert. Die Leute sind sehr nett,die sind hilfbereit. Ich habe eine Hütte erlebt, wo ich völlig am Arsch ankam, abends um halb elf.Die haben dann einfach gesagt, ja, Schlüssel steckt, kannst du reingehen.Warme Hütte, ganz toll, ganz sauber. Und dann stand da was zu essen.Ich meine, das sind so Dinger, die Leute wissen schon in Norwegen,wenn man, also es war ja jetzt keine Notsituation hier an diesem warmen Abend,Aber an dem anderen, also die wissen schon, wie es ist, aber so oft lernt mannicht Leute tiefer kennen.Oft wird der Hütten einfach aus dem Geländepanzer sein Kartenlesegerät rausgehalten,einmal piept und fertig. Ich wusste weder, wie hoch der Betrag ist,ob das jetzt auf dem richtigen Konto gelandet ist.Ich habe einfach nur gepiekt und fertig war die Laube. Also manche haben,ich habe mir dann den Stromkasten suchen müssen, ja, den FI-Schutzschalter suchenmüssen, den Boiler aufheizen müssen, die Hütte warm machen, weil da war nochkeiner vor mir in dem Frühjahr.Aber hier war es eben wirklich eine komfortabene Situation. Die hatte ich,ja, noch zwei tiefere Begegnungen hatte ich in Norwegen und das war eine von denen.Und wir haben ja auch die halbe Nacht gesessen. Es ging ja dann immer weiter.Wir hatten getrunken. Ich will nicht sagen, wir waren betrunken,aber schon ein bisschen angetrunken auch.Und Vivian hat darauf bestanden, sie will Frühstück machen um 10.Ich sage, nee, das ist eigentlich nicht gut.Lass mich mal einfach um 8.00 Uhr aus dem Haus schleichen. Ich mache das immerso und dann fahre ich einfach weiter.Nein, nein, nein, das will ich auf keinen Fall. Dann hat sie mit mir verhandeltund dann blieben wir bei 9.15 Uhr. War dann das Ergebnis?Okay, und ich habe dann vorher schon alles gepackt, bin dann runter zum Frühstücktatsächlich und dann gab es Flotte Müsost.Den Brown Cheese, also diesen braunen norwegischen Käse, den kannte ich vorhergar nicht und dann haben wir noch richtig schön gefrüchtet.
Michael Koopmann
Das ist ja strenger, dieser Käse.
Guido Lange
Gar nicht. Der Käse wird mitten im Reifungsprozess irgendwann eingewickelt undein bisschen warm gemacht und dann karamellisiert der Milchzucker.Und dann ist der so süßlich und käsig auch. Also bei uns gibt es,weiß nicht, man müsste wahrscheinlich hier irgendwie Frischkäse mit Honig mischenoder so. Ich weiß nicht, wie man sowas erreichen könnte.Und dieser braune Käse, der sieht so aus, wie als wenn der abgegammelt,abgelagert ist in Wirklichkeit. Ganz toll.Und noch kurz zu diesem braunen Käse Flotte Müsost, den die mir da nahegebrachthaben. Ich kann ihn auch nicht mehr vergessen. Ich kann ihn nicht mehr vergessen.Zwei Französinnen zum Schluss haben ja gesagt, ich sage, wie findet ihr eigentlichdiesen braunen Käse? Oh, ganz tolle Delikatesse. Aber es ist ja wirklich keinKäse. Also so weit kommt es noch, dass der beste Käse aus Norwegen und aus Frankreich kommt.Also ist Geheimtipp.
Michael Koopmann
Jetzt habe ich auch noch Hunger bekommen. Aber kommen wir besser mal zurückzu deiner Radfahrt oder zu deiner Tour an sich.Du hast gerade erzählt, dass du auch so ein bisschen spontan unterwegs bist.Also du bist, ich höre daraus, jetzt nicht der Kilometerfresser,der jetzt am Tag oder in der Woche so weit wie möglich kommen muss und Hauptsacheschnell und weit und durch.Sondern du fährst dann auch so ein bisschen, wie du gerade willst und wie geradeso die Erlebnisse sind und was du dir angucken willst und machst dann da deineStops entsprechend. oder wie funktioniert das bei dir?
Guido Lange
Also in der Summe ist das schon viel. Also für mich.Also ich habe Leute getroffen aus Holland, die fahren 30 Kilometer am Tag undhaben jeder einen Anhänger am Fahrrad. Ich sage, was ist da eigentlich drin, ein Kind oder ein Hund?Nee, da ist unser Grill drin. Ich denke, ihr seid ja richtig.Die fahren 30 Kilometer am Tag und dann gibt es die anderen wie Jérôme aus Grenoble.Die ist in 30 Tagen von Grenoble in den Alpen bis ans Nordkap und zurück nach Narvik gefahren.Ja, immer so 200 Kilometer am Tag und die ist durch Deutschland in fünf Etappendurch. Also Basel, Darmstadt, Hannover, Kiel und dann war die durch.Also ich bin genau in der Mitte eigentlich.
Michael Koopmann
Da bleiben aber sehr viele Erlebnisse dann auch auf der Strecke bei solcherSchnellfahrt. Also außer, dass man auf der Bundesstraße so einige Autos entdeckt.
Guido Lange
Ja, aber der Sport an sich und das Hineinhorchen ist ja auch eine schöne Sache.Und wenn man dreckig und nass ist zum Beispiel, und ich habe dann nur kurzeSachen an, und ich denke, je weniger ich anziehe, desto weniger wird dreckigund nass, dann muss ich auch schneller fahren, um warm zu bleiben.Ich gebe zu, das geht nur eine begrenzte Zeit.Aber es ist schon so, dass bei mir, für meine Begriffe, auch ein gewisser Sport dabei war.Insofern ist beides. Also schnell durchkommen, ja, aber eben auch den richtigenMoment abpassen, um dann abzuspringen für den Tag.Also sehr variabel.
Michael Koopmann
Ja, das Erlebnis halt auch mitzunehmen, das ist ja auch. Sonst ist man vielleichtnachher in seinem Radfahrttunnel und kriegt halt auch gar nichts mehr mit vonwas einem drumherum ist und von Land und Leuten.
Guido Lange
Ja, diesen Radfahrttunnel finde ich auch gut, gerade wenn es regnet.Und wenn die Autos einen überholen, also LKWs überholen einen und man wird dannvon hinten mit dem Dreckwasser geduscht, dann ist es eigentlich nicht schlimm,wenn man während der Bewegung ist.Wenn man dann anhält, das ist richtig schlimm.Und noch schlimmer ist, nach fünf Minuten nur oder acht Minuten Stopp,dann weiterzufahren. Das ist grausam.Also das ist einfach besser, dann wirklich durchzuziehen und zu sagen,du hast es, du wolltest es, du hast es jetzt und jetzt zieh mal noch eine Weiledurch, bis es irgendwo sich eine Erlegenheit gibt,ins Warme reinzuschlüpfen, mal mindestens ein Supermarkt oder irgend sowas.Idealerweise schon eine Unterkunft.Wie gesagt, ich habe das erst recht spät erst immer ausgekundschaftet,weil die Tagesform auch unterschiedlich war.Und zu Anfang ist es auch gut, nicht sofort mit hunderten Kilometer anzufangen.Erst mal 70, 80, 95 und dann irgendwann mal weit, kurz, weit,kurz. Irgendwann macht man nur noch weite Touren, weil man dann so drin ist.Ich sage mal, nach zehn Tagen ist man drin. Also dann kann man das auch.
Michael Koopmann
Ja, wenn du das von diesem Regen erzählst, hätte ich schon keine Lust mehr.Also wenn, dann würde ich ja auch Rad fahren. Das wäre so mein Sport.Aber bei Regen und Schlechtwitter, das ist so gar nicht mein Ding.
Guido Lange
Tja, dann ist Norwegen nicht die richtige Wahl. Das kann man jetzt einfach so ein paar Mal sagen.
Michael Koopmann
Ja, im Süden schwitzen ist dann auch doof.
Guido Lange
Also ich hatte begonnen mit fünf sonnigen Tagen, richtig toll.Bis Bergen. Und es hieß es, in Bergen regnet es immer. Und es hat tatsächlichnicht geregnet an dem Abend.Aber am nächsten Morgen hat der Regen dann eben begonnen.Und ich war davor ja durch Dänemark, Schweden, Finnland. Da war fast nur schönes Wetter. Ja.Und der Wind war einfach von hinten, was völlig unheimlich ist für einen Radfahrer.Und dann habe ich die Leute gefragt, wieso haben wir eigentlich so schönes Wetter?Ja, der Regen staut sich auf der norwegischen Seite.Und jetzt, ein Jahr später, war ich halt im Regenstau auf der norwegischen Seite.Irgendwann ist es dann halt so weit.
Michael Koopmann
So, jetzt haben wir uns getroffen bei der GBV, der Gesellschaft für Bild undVortrag heißt sie, glaube ich.Und dort hast du auch einen deiner Vorträge vorgestellt. Ich glaube,genau sogar über diese Reise.Und da kommt bei mir so die Frage, würdest du dich denn als Fotograf auch bezeichnenoder ist Fotografie für dich jetzt eher nur so das Einfangen und Festmachendieser Erinnerungen, die du so auf deiner Reise hast?
Guido Lange
Ja, irgendwie schon. Also dieses Bild, was wir jetzt vor uns sehen, ist nicht ideal.Da ist die Spitze abgeschnitten oben und so weiter. Der Grill hätte man anderszerren müssen noch machen, nachbearbeiten.Aber das Bild ließ sich dann nicht anders nachbearbeiten. Das war,das Stativ war kaputt gegangen und ich habe die dann auf die Steine gelegt,die Kamera. Das ist nicht ideal.Bessere Fotos macht man, wenn man mit 13 Kisten Equipment halt mit dem LandRover durch die Gegend fährt.
Michael Koopmann
Und noch fünf Leute dabei, die das Foto machen, klar, ja.
Guido Lange
Ja, oder Joey Kelly, der hatte mal zwei VW-Busse dabei und die filmen ihn dann.Ich habe auch keine Drohne oder so. Also ich, ja, Fotograf schon.Ich habe mir sagen lassen von anderen Fotografen, mein Ausschnitt wäre super.Wie gesagt, hier ist es mangelhaft, weil das Dach ist oben abgeschnitten,wo die Laterne ist, leider.Das kann man jetzt mit KI dran basteln, ist aber nicht mein Stil,mache ich auf keinen Fall.Und den Grill, da sieht man schon, das ist eine leichte Verzerrung zur Seite.Also ich will damit nur sagen,Ja, Fotograf schon. Ich habe auch tollere, wirklich handwerklich noch viel,viel tollere Bilder gemacht, beeindruckendere Bilder.Aber hier ist es halt eine Geschichte dahinter mit den Menschen.Deswegen haben wir das ja ausgewählt, da gibt es nicht so viel. Also Fotograf schon.Es wird doch immer besser. Nur ich muss halt, es gibt Leute,die können einen Schuss machen, einen Schuss setzen und dann ist das ein ganztolles Bild. Und ich muss immer ein bisschen rumprobieren.Ich sehe das auch nicht richtig auf dem kleinen Bildschirm bei der Kamera.Ich habe so eine Spiegelreflex, so eine Canon, so eine Standardkamera mit großenObjektiven noch, also alte Schule so ein bisschen.Und ich sehe das trotzdem nicht so gut. Ich sehe das erst, wenn ich wieder zu Hause bin.
Michael Koopmann
Ich finde, genau das ist aber eigentlich, die Bilder machen und halt so eine Geschichte anfangen.Deswegen gibt es ja auch diesen Podcast hier und ich will die Geschichten hören.Ich will nicht das perfekte Bild haben, wo es nachher außer der Vorbereitungnicht viel zu erzählen gibt, sondern genau das Bild, was du hier mitgebrachthast, macht es genau, ist genau richtig hierfür.
Guido Lange
Überleg mal, das war der erste Einsatz von dem Stativ. Das ist ein altes Stativ,das war schon ein bisschen wackelig und in dem Augenblick ist das zusammengebrochen,wo wir das Bild machen wollen. Das ist ja auch total geil.
Michael Koopmann
Dann hast du da schon 500 Kilometer durch Norwegen gefahren.
Guido Lange
Ja, richtig, da war ja so 800, eher 800 so. Und ich habe es nachher auch natürlichbis ganz durch nach Hause. Jetzt habe ich es wieder zusammengebaut.Das war wirklich, da hätte ich vorher drauf gucken müssen ein bisschen.Ich nehme das immer noch für bestimmte Zwecke.Das habe ich irgendwie mal geschenkt bekommen oder so. Also meine Ausstattungist in drei Kilo Fotoausrüstung und wenn man nur zwölf Kilo mit hat,insgesamt Gepäck, ist schon viel. Drei Kilo Foto ist dann schon wieder viel dagegen.Aber ich finde die Bilder auch in meiner Show und so, die sind gut gebraucht.Also man kann doch einiges ausholen, schon.
Michael Koopmann
Ja, vor allem so eine Bildershow lebt ja dann auch halt von dem,was erzählt wird. Und die Bilder sind ja dann auch nur so die Unterstützung dazu.
Guido Lange
Ja, genau. Es heißt Live-Reportage heißt es auch. Also das ist schon auch,ja, man reportiert eben auch, man berichtet und zeigt parallel das Bild.Am besten beides immer, dass man das sieht, worüber es gerade geht.Wie wir das jetzt eben auch machen mit diesem Bild, ein bisschen ausführlicher.
Michael Koopmann
Jetzt hatte ich gerade gesagt, dass du auch die letzten Tage auf Messen warstund auf der Frankfurter Buchmesse.Das macht natürlich auch, dass du irgendwie ein Buch hast oder du hast sogareinen ganzen Verlacher, habe ich gesehen.Und das, was du, glaube ich, jetzt ganz frisch rausgebracht hast,ist gerade ein Buch zu dieser Reise.Wie hast du das aufgebaut? Geht es da auch um die kleinen Geschichten?Und oder wie ist das, was ist der Inhalt von diesem Buch?
Guido Lange
Ja, kleine und große Geschichten, muss man ja auch sagen. Also es sind nur spannendeGeschichten, es ist kein Bericht.Die Rubrik heißt Reiseberichte, die finde ich schon irgendwie langweilig vom Begriff her.Oder noch schlimmer sind irgendwie, ja, also es ist einfach,es sind spannende Geschichten, es sind viele große Bilder, auch Doppelseiten viele.Das hier ist auch so eine Doppelseite, was jetzt keiner sieht,Aber man muss ja auch passen, dass die Erfalz, also die Bindung des Buches,dass da jetzt nicht eine Person drin verschwindet. Das heißt.Das habe ich ja gar nicht bedacht bei dem Bild.Also das muss man auch noch überlegen, dass man nicht irgendwie Leute abschneidetoder irgendwie sowas alles. Also da sind noch einige Dinge zu beachten.Und tatsächlich ist es so, viele Doppelseiten und das Buch ist aufgeschlagenviel größer als ein Tablett zum Beispiel.Und es ist in Fadenheftung, damit man das auch richtig platt drücken kann unddas gesamte Panorama sieht.Und dann kommen die richtig toll, die Bilder. Also es sind ungefähr 300 Bilder,deswegen sind es auch 356 Seiten. Also es ist ein ziemlicher Band geworden.Die werden immer größer, die Bücher. Also man legt sowas gerne auf den Wohnzimmertisch.Weil es einfach immer wieder auch zum Gucken ist und nicht nur zum Lesen.Also die Texte sind die Menschen, die Geschichten und die Bilder sind halt Natur, Kultur und Landschaft.Und so ist das aufgebaut. Ja, es ist der Verlauf der Reise. Es ist die Küstevon Süd nach Nord. Das ist es schon.Aber es geht jetzt nicht um, ja und heute war wieder ein neuer Tag und es wardraußen kühl. Das ist keine Geschichte.Also es geht nur Dinge, die spannend sind. Man möchte immer wissen,wie geht es weiter, sage ich mal so.
Michael Koopmann
Das klingt absolut super, jetzt gerade für die jetzt beginnende graue und dunkle Zeit,so ein schönes Buch mit Reisereportagen, um sich ein bisschen Fernweh zu gönnenund dann den Winter so ein bisschen sich schon mal in den nächsten Urlaub reinzutauenoder vielleicht das nächste Abenteuer, was man plant,und da sich schon mal ein paar Inspirationen dann bei dir holen.Die Links packe ich natürlich zu dir in die Shownotes, zu deinen Seiten,zu deinen Blogs, die du hast und natürlich auch zu deinen Büchern und zu deiner Verlagsseite.Und ja, vielleicht hat der eine oder andere ja Lust, da mal bei dir zuzugreifen,denn ich denke, das Geld für so ein Buch kommt dann auch direkt bei dir an undlandet dann nicht halt erstmal in irgendwelchen großen Verlagen und du kriegstso einen Cent irgendwas davon.
Guido Lange
Ja, ich habe das irgendwann gemacht, den Verlag gegründet, weil ich dachte,das macht so kein Verlag.Also diese 350 Seiten Farbe auf Bilderdruckpapier, 130 Gramm Papier.Also das Papier ist so dick, man kann mit einem Edding signieren und es schlägtnicht durch. Das ist halt richtig geil. So will ich das haben und das macht so kein Verlag.Also wenn ich mit Verlagen spreche, sagen die, nee, wir machen in der Mitteso einen kleinen Bildteil und der Rest ist dann schwarz-weiß und dünnes Papierund wir müssen sparen und dies und jenes. Ich habe da keinen Bock drauf. Ich mache das so.Ich bin da nur One-Man-Show und deswegen kann ich mir das so leisten.Ich muss da auch nicht von leben.Also die Bücherkosten gilt und die Reisenkosten gilt. Aber ich liebe es,ich liebe es. Und ich glaube, es ist immer noch billiger als Golf spielen,sag ich jetzt mal oder so.Man kann ja irgendwelche Hobbys haben, die ich jetzt nicht habe.Das ist völlig in Ordnung. Jeder hat sein Hobby. Für mich ist das auch Hobby.Und wenn ich mit den Leuten spreche auf der Buchmesse oder wie auch immer.Manche wollen nach Norwegen, manche waren da. Und weiter haben eigentlich einen Grund.Manche sagen, ja, wir waren da, aber nur mit dem Camper. Dann sage ich immer,die Bilder sind dieselben.Aber man hält ja viel öfter an mit dem Fahrrad. Man sieht plötzlich einen Ausschnitt, da fehlen Bäume.Man guckt runter in die Schlucht mit dem Fluss und dahinter sind die Bäume.Und dahinter ist ja schneeweiße Bergkette.Dann sieht man das aus dem Camper und sagt, oh, das war jetzt aber schön.Und mit dem Fahrrad hoffe ich auch, da kommt gleich noch eine Lücke und fahrelangs. aber da kommt keine, den drehe ich um, fahre wieder hoch,stelle das Fahrrad ab und mache in Ruhe das Bild.Das kann man mit einem Camper gar nicht machen, wenn man es wollte, würde es nicht gehen.Das heißt, ich bin so, ein Kumpel sagt, man kann nicht Radfahren und fotografieren,weil jedes Mal der Flow im Arsch ist. Und das stimmt auch ein bisschen,aber ich mache das. Ich mache das wirklich noch, wenn ich eine Abendsonne habeund plötzlich spiegelt sich der See und ich denke, davor ist jetzt eine Wolke.Das heißt, der See wird nicht so überblendet so stark.Dann kreppel ich durchs Unterholz und mache dieses Bild und ich freue Und dassehe ich wirklich erst vier Wochen später zu Hause, was daraus geworden ist.Also das ist auch während der Reise.Ich habe Zeit, ich muss nicht zur Arbeit. Ich habe vier Wochen Urlaub und inden vier Wochen mache ich mein Abenteuer.
Michael Koopmann
Guido, du hast mir jetzt hier massig Fernweh bereitet. Ich könnte am liebstenjetzt gleich direkt los und weg.Und ich schaue mit Erschrecken auf die Aufnahmezeit. Die Folge sprengt natürlichmal wieder alles, was ich mir hier vorgenommen habe.Aber es war super interessant und ich danke dir vielmals, dass du dieses tolleBild und diese grandiose Geschichte dahinter mitgebracht hast.Und ja, wir schaffen es bestimmt noch mal zu einer weiteren Episode mit dir,denn ja, Bilder und Erlebnisse hast du, glaube ich, mehr als im Überfluss.Aber erst mal vielen Dank, Guido.
Guido Lange
Ja, ich danke dir. Wunderbar. Macht mir Spaß.
Michael Koopmann
Dann auf Wiederhören und bis demnächst hier im Podcast Bilder und Geschichten.
Guido Lange
Tschüss.
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