Dia 37 – Im Fotoflow mit Kristian Langer

Genre:

Im Fotoflow zieht Kristian Langer mit der Kamera durch Bremen und lässt sich von der Stadt und ihren Menschen treiben. Dabei entsteht ein Bild, das keinen großen Moment braucht: Ein älterer Mann vor einem Ärztehaus, eine schwere Tür, unzählige Praxisschilder – und sofort beginnt das Kopfkino. Worauf wartet er? Wer kommt gleich durch die Tür?…

Foto:Kristian Langer

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Kristian Langer

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Streetfotografie

Bremen



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Vielen Dank. Bis zur nächsten Episode am kommenden Mittwoch!



📄  Zusatzinfos:

Diese Episode ist erschienen am 23.09.2026 und wurde aufgenommen am 13.03.2026.

Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Das hier ist Bilder und Geschichten, ein Podcast über Fotos und was sie mit uns machen. Kein Fachgespräch über Technik, sondern Geschichten hinter den Momenten. Jede Folge ein Gast, ein Bild und eine Geschichte. Willkommen beim Podcast Bilder und Geschichten. Wir haben heute wieder eine Episode, wo wir in die Street-Photography eintauchen werden. Dazu gibt es, wenn ihr auf der Webseite podcast.bilderzeigen.de schaut, schon so ein paar mehr Folgen. Aber das ist halt einfach eine sehr, sehr interessante Fotografie. Und ich habe mir dafür heute wieder den Christian Langer eingeladen, denn der hat ja schon zwei sehr tolle Bilder hier mitgebracht in den Podcast und auch heute wieder hat er ein schönes Bild dabei. Hallo Christian.
Kristian Langer
Ja, hallo Michael. Freue mich, dass ich da sein werde, wenn ich dabei sein darf.
Michael Koopmann
Ja, sehr, sehr schön, dass du wieder da bist. Wie geht es dir? Wir haben über das Meet & Street gesprochen, wir haben über ein Bild in Bremen schon gesprochen. Ich hoffe, bei dir ist alles gut.
Kristian Langer
Bei mir ist alles wunderbar, so wie es sein soll.
Michael Koopmann
Ich durfte wieder ein bisschen bei dir durch die Bilder gucken und habe mir heute ein Hochformat-Bild ausgesucht. Ich kriege ja immer von euch, den Gästen, so ein paar Bilder hier zur Auswahl und gucke da immer eigentlich so mit einem halben Auge drauf. Und dann gibt es plötzlich so ein Bild, das springt mich an und das will dann in den Podcast und so kommt es am meisten auch. Und bei dem Bild war das genauso, weil ja, das ist einfach toll. Erzähl mal ein bisschen was dazu.
Kristian Langer
Ja, also ich war eigentlich mal wieder typisch in der Stadt unterwegs, immer auf einer Street-Photography-Tour sozusagen und, komme dann am schönen Marktplatz in Bremen, wo natürlich zum einen die Bürgerschaft auf der linken Seite ist, zum anderen das wunderschöne Rathaus und sehe halt einen Mann, der gerade sich schön in der Sonne noch ein bisschen ausruht und wahrscheinlich auf jemanden wartet, vermute ich mal, sitzt vor einem Ärztehaus und ich vermute mal, dass auf irgendjemanden oder irgendwas wartet und ja, hat ein tolles Bild, richtig Kontraste und der herrscht, etwas älter und ja, man sieht also schon ein bisschen die Lebenserfahrung eben auch an, positiv gesagt.
Michael Koopmann
Ja genau, es ist ein älterer Mann mit Vollbart, der so ein bisschen ja auch gedankenverloren dort sitzt. So mein erster Gedanke war, ach das macht der Nick, der Weihnachtsmann also im Sommer. Er sitzt in Bremen und wartet auf den Arztbesuch. Und er sitzt halt vor einem Haus, was ja wirklich alt sein muss, denn es ist eine grandios schöne Tür, die halt ganz viele Verzierungen hat, ganz viele Schnitzereien, riesengroß, super schwer aussieht. Die wahrscheinlich aufzukriegen braucht man zwei Mann für, würde ich behaupten. Und das Ganze halt eingefasst auch nochmal in so einen richtig schönen Türrahmen, der halt auch aus vermutlich Sandstein ist und irgendwo auch mit ganz vielen Dekor ist. In den Ecken sind halt so Verzierungen mit irgendwelchen Köpfen. Oben ist eine Inschrift drin. Also wirklich eine wunderschöne Tür von einem vermutlich wunderschönen Haus. Aber was jetzt dieses Bild halt als so Eyecatcher bringt, ist, dass hinter dem Mann Schilder hängen. Und zwar nicht eins, sondern gleich mindestens acht, denn anscheinend ist es ein Ärztehaus und jeder Arzt hat sich hier irgendwo verewigt. Wer er denn ist und welche Sprechzeiten er denn hat und vor allen Dingen, welchen Stock man ihn findet, denn dieses ganze Schilder sind halt nach Stockwerken sortiert. Es gibt den ersten Stock, es gibt den zweiten Stock, den dritten und den vierten. Und unter jedem diesen Stockwerksschildern steht da mindestens zwei Ärzte oder auch eine Wirtschaftsberatung, glaube ich, ist das, die ihr Büro da hat. Und halt diese entsprechenden Schilder, die dann halt verraten, was sie denn sind. Also wir haben da auf jeden Fall einen Hautarzt, einen Zahnarzt und alles Mögliche mehr. Ich glaube, da kriegt man für alles, findet man da seinen passenden Arzt. Nur wahrscheinlich keinen Termin. Ja und dann ist das Bild im Hochformat glaube ich habe noch nicht erzählt und schwarz-weiß vor allen Dingen was halt auch nochmal diese weißen Schilder so richtig schön leuchten lässt, alles drumherum ist dann eher in diesem Sonnstein, also in so einem leichten Grau, Und halt ziemlich in der Mitte zentral halt dieser ältere Herr, der da auf Vorsprung vor der Tür ist, die so neben der Treppe ist. Und dort, ja, keine Ahnung, wie man wartet oder auf seinen Termin, den er dann beim Arzt hat. Ja, und im Vordergrund sieht man noch ein, zwei oder so einen Stuhl halt, der da mit im Bild ist. Ich würde fast sagen, du saß da in einem Eiskaffee oder so und hast von da aus das Bild gemacht.
Kristian Langer
Nee, das nicht. Um die Uhrzeit wäre das wahrscheinlich um kurz vor 10 Uhr unüblich. Aber es ist so, dass dort an der Stelle mehrere Restaurants auch noch sind, die halt am Marktplatz auch gleich ihre Stühle hinstellen. Und vielleicht eine Empfehlung, wenn man mal in Bremen ist, also einen Kaffee trinken oder was normales Trinken. Dort kann man immer sehr schön, hat man einen schönen Blick auf den Dom, wirklich auf Bremens gute Stube, wie man so schön sagt, ja auch umgangssprachlich bei uns. Und es ist immer ein Highlight, da auch mal lang zu gehen.
Michael Koopmann
Ja, und deswegen, man kann sich da noch einfach mal an so einen Tisch setzen und von da vielleicht die Kamera ab und zu mal reinhalten. Vielleicht kommt das passende Motiv dann gerade zufällig vorbei. Das geht auch. Und man hat so eine prima Ausrede, sich dann halt ein Eiskaffee oder ein anderes Kaltgetränk vielleicht zu gönnen.
Kristian Langer
Ja, zumal es ja auch, sag ich mal, ganz gerne für Anfänger immer ganz toll ist, sich an Touri-Plätzen aufzuhalten, weil ihr faltert einfach kaum auf. Das heißt, wenn die Hemmung noch da ist, überhaupt Streetography zu machen… Dann geht dahin, wo viele Touristen sind, weil die Leute sind es gewohnt, dass fotografiert wird und man nimmt euch weniger wahr. Und das ist immer eine ganz gute Einstiegssilfe, die mir auch damals am Anfang so ein bisschen geheult die Scheu genommen hat, weil man dann einfach ein bisschen der Menge untergeht.
Michael Koopmann
Ja, genau. Und das ist ja, Street Photography heißt oft halt, dass man Menschen fotografiert. Also bei den meisten Bildern sind halt eigentlich die Menschen drin, die halt auch ein bisschen die Geschichte mit in dieses Bild bringen. Und ich kenne sehr viele Fotografen, die halt da sehr viel Respekt vorhaben oder gleich sagen, die Menschen fotografiere ich gar nicht, weil mit Menschen kriegt man nur Ärger. Da haben sie vielleicht manchmal recht. Aber so eine Person im Bild bringt halt auch meiner Meinung nach immer gleich das Leben mit ins Bild. Weil dann hat man plötzlich diese Geschichte und dieses Kopfkino, was ich ja gerade auch schon hier mitgebracht habe, dass dieser Herr auf irgendwas wartet. Das können wir ja nur vermuten, aber dieses Bild sagt, dass irgendwie das erwartet. Und dann haben wir diese Arztschilder, die dann auch noch irgendwas erzählen. Also muss er auf den Arzt warten? Vielleicht ist seine Frau gerade da drin beim Arztbesuch, die dann vielleicht irgendwann durch diese schwere Tür kommt. Da muss er vielleicht helfen, die noch mit aufzumachen. Das sind ja alles so Sachen, die man gleich wieder mit rein interpretiert. Aber jetzt sag mal, wie gehst du an so ein Bild ran? Überhaupt, wenn es so eine Person ist, wirst du jetzt erstmal hingegangen zu dem Herrn, hast dich vorgestellt, deine Vita kurz vorgetragen und ihn dann gefragt, was das so ein Bild machen möchtest oder wie bist du dann davor gegangen?
Kristian Langer
Nein, also ich persönlich, es ist wieder Geschmackssache, aber es ist meine persönliche Einstellung, dass Street Photography halt aus dem Moment entstehen muss. Das heißt, wenn ich jetzt vorher hingehe und sage, ich möchte gerne von dir ein Porträt machen, ist das völlig legitim, nennt sich dann aber eigentlich eher Street Porträt und ist auch völlig okay und da gibt es auch ganz tolle Stile, ist aber ehrlich gesagt nicht so meins und ich komme lustigerweise aus einem Beruf, wo ich sehr viel mit Kunden zu tun habe, und deswegen meide ich eigentlich an meinen freien Tagen so ein bisschen den Kontakt mit Menschen, wenn ich ehrlich sein darf, um einfach da so ein bisschen den Gegenpol zu haben. Und im Regelfall wird man ja angeschaut und wenn man dann lächelt, dann wird meistens rückgelächelt und alles ist gut. Also ich muss sagen, ich habe da nie die negative Erfahrung gemacht und man kommt manchmal auch ins Gespräch und das ist ganz toll, dass man mal zeigt, hey, wie finden sie das und sowas und was unterhält, was machen sie denn so und dann zeigt man ein paar Bilder. Also es ist eigentlich schön, man kommt auch toll in den Austausch, wenn man das dann möchte.
Michael Koopmann
Ja, und es ist wieder so eine Sache, es gibt da jetzt nicht die eine Lösung für den einen Weg und die Diskussion, ob man jetzt Leute fotografiert und wenn ja, möchte ich hier auch gar nicht vom Zaun brechen und bitte spart euch auch die Kommentare dazu, denn ich sage eigentlich nur, es muss jeder für sich selber entscheiden, wie er Leute fotografiert, und wie er das Ganze angeht. Und man muss sich damit wohlfühlen, das ist wichtig. Und das Einzige, was ich halt sagen würde, man muss halt die Leute so fotografieren, wie man auch selbst fotografiert werden möchte. Das fände ich wichtig. Und wenn man das, glaube ich, einhält, kann man da auf jeden Fall für sich ein Foto machen.
Kristian Langer
Absolut. Also für mich ist ganz wichtig einfach, dass ich mich einfach selbst hineinversetze, würde mir das jetzt was ausmachen, so jetzt fotografiert zu werden. Und wenn ich das mit einem, mir macht das was aus, beantworte, dann wird das Foto auch nicht gemacht und fertig ist. Wenn ich aber, wie in dem Fall jetzt den Mann, einfach auf einem Stein sitzen sehe, was ist denn daran schlimm? Ich meine, jeder, der daran vorbeigelaufen wäre, hat ihn genauso gesehen. Es ist nichts Schlimmes, es diffamiert ihm nicht, kein gar nichts. Dann weiß ich nicht, warum da das Problem dann bestehen soll. Und rechtlich gesehen ist da sowieso sehr viel Halbwissen, deswegen gehen wir da am besten gar nichts zu, sehr ins Detail.
Michael Koopmann
Nein, nein, da gibt es bestimmt Rechtspodcasts, die da auch ganze Episoden mit füllen können.
Kristian Langer
Absolut. Und da gibt es auch ein schönes Video auf YouTube, das kann ich mal empfehlen. Ich habe den Namen jetzt da jetzt gerade nicht drauf. Vielleicht schicke ich dir das nochmal, den kannst du mal verlinken. Das ist jemand, der Jurist ist und sich auch mit Datenschutz auskennt und selber Street Photography macht und der ordnet das mal richtig ein, wie das eigentlich zu sehen ist.
Michael Koopmann
Jetzt ist aber so, dass das Problem habe ich, wenn ich vor allem jetzt mal wieder ein paar Wochen keine Street-Fotografie gemacht habe, ich gehe dann irgendwie raus und ich habe erst echt so einen Widerstand halt, wenn ich auf Leute zugehe, die fotografieren will, weil es ist dann doch irgendwie, man hat halt Angst, irgendwie entdeckt zu werden und dann vielleicht doch dann die große Diskussion zu Datenschutz und weiß ich nicht was plötzlich mitzubekommen. Und wie kommst du da, wie wirst du da warm, wenn du Leute fotografierst oder wenn du halt so eine Szene siehst und dann die Kamera halt hochnehmen willst?
Kristian Langer
Also lustigerweise geht es mir immer so, ich bin irgendwie kreativ gesehen deutlich besser, wenn ich länger schon nicht mehr fotografieren war, weil irgendwie mehr die Inspiration wieder da ist. Wenn ich irgendwie eine Woche, ich habe ja Gott sei Dank den Vorteil einer Vier-Tage-Woche, zwar bei Vollzeit, aber trotzdem dadurch ein bisschen mehr Zeit auch mal nicht nutzen kann für Fotografie, wenn ich sie dann habe, und wenn du mal wirklich mal so zweimal die Woche unterwegs warst, dann merkt man das schon beim zweiten Tag, dass man denkt, irgendwie lief das beim ersten irgendwie deutlich besser, weil die Inspiration mehr da ist. Aber grundsätzlich habe ich da keine Scheu mit, weil grundsätzlich gehe ich davon aus, dass niemand mir was Böses will, ich will ja auch nichts Böses. Und ich denke, das ist die Grundeinstellung und das Mindset und das strahlt man natürlich aus. Ich meine, wenn ich natürlich verunsichert bin oder verärgert wie auch immer ausstrahle, natürlich, dann bin ich jemanden suspekt und das kann ich auch kernübel nehmen. Und wenn ich einmal grundsätzlich eine positive Haltung habe, auch mal freundlich bin, lächle zu oder ähnliches, dann weiß derjenige, ich habe ja eigentlich nichts Böses im Schild und das ist ja auch so der Fall.
Michael Koopmann
Ich bin auch irgendwie fest davon überzeugt, dass es so einen fotografischen oder kreativen Muskel gibt, den man irgendwie trainieren muss bei sowas. Denn wenn ich jetzt irgendwie rausgehe, habe ich da echt wirklich so dann auch den Anfangswiderstand und irgendwann kommt das dann wieder, dass man auch wirklich dann sich traut, auf Leute zuzugehen, dass man wirklich auch diese Ausstrahlung hat, dann auch da plötzlich ganz nah zu gehen und denen mehr oder weniger die Kamera vor das Gesicht zu halten vielleicht. Weil das halt plötzlich dann irgendwie funktioniert, auch die Motive finden sich dann plötzlich ganz, ganz einfacher, dass man halt irgendwie plötzlich neue Ideen hat und ja, dann auch noch die die, Auge, Hirn, Kamerareaktion auch entsprechend passt, dass man nicht nur Motive sieht, sondern es auch schafft, die Kamera hochzunehmen denn das ist ja auch mal so ein gern genommenes Problem, dass man vielleicht den Herrn sieht aber dann um der nächsten Ecke erst dann auf die Idee kommt, ach, ich wollte doch ein Foto machen, das wäre doch eine tolle Idee gewesen Ja.
Kristian Langer
Absolut. Ich sage immer ganz gerne, das hat so ein bisschen was wie einen Fluss, in den man reinkommen muss. Und manchmal passiert es auch, dass es definitiv nicht funktioniert. Also ich fahre in die Stadt und gehe los und ich merke einfach, irgendwie funktioniert das heute alles nicht so, wie ich mir das denke. Das Licht ist irgendwie blöd, keine Ahnung was. Nein, es gibt kein blödes Licht, aber irgendwie passt es einfach nicht zusammen. Und dann trinke ich dann trotzdem meinen Kaffee, fahre wieder nach Hause und dann war es trotzdem ein schöner Tag, weil ich rumgelaufen bin, ganz einfach gesagt. Ich habe ein bisschen Zeit mit anderen Sachen verbracht, das ist trotzdem gut. Aber klar, so ein Flow, in den du reinkommst, der hilft dir schon, ganz klar.
Michael Koopmann
Er macht es halt dann angenehmer. Aber das Schöne ist, man muss ja kein Bild machen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn man einfach nur einen schönen Tag hatte und ein bisschen in der Sonne war und dann halt vielleicht mal einfach nichts in den Katalog lädt, dann ist das so. Und ja, auch wenn man mal nichts nach Instagram hochlädt, ist das halt auch so. Man muss da jetzt nicht für den Algorithmus unbedingt arbeiten und den halt jeden Tag unbedingt füttern. Besser eigentlich, lass das komplett.
Kristian Langer
Absolut, am besten gar nicht sich groß Gedanken darum machen. Ich habe es in einer anderen Folge auch schon mal gesagt, das Thema Street Photography auf Internet, äh, auf Internet, Quatsch, auf Instagram ist halt einfach tot und, tot im Sinne von, das ist einfach eine Flut, die da ist, das brauchen wir nicht mehr irgendwie darauf auf uns ausrichten, wir wollen unbedingt irgendwelche Likes haben, macht lieber so, dass ihr damit zufrieden seid. Ihr mit dem Bild sagt, jawohl, das finde ich gut, das würde ich mir sogar vielleicht hinhängen im besten Falle. Und selbst wenn ihr es euch nicht hinhängen wollt, Und wichtig ist, dass ihr eine schöne Zeit hattet und einfach mal euch kreativ ausgeliebt habt.
Michael Koopmann
Ja, genau. Und dass man ein Bild schön präsentiert und auch sich Bilder von anderen vielleicht einfach die Zeit, um auch die mal anzugucken, das ist auf Instagram halt so gar nicht möglich. Es ist halt alles nur auf den schnellen Like optimiert. Und wenn ich jetzt halt das Bild hier nehme und da auch mal so ein bisschen reinzoome, das sind halt einfach wunderbare Details. Also nicht, dass ich hier sogar auf dem Bild halt jetzt von jedem Arzt da in Bremen halt die genauen Sprechstunden plötzlich kenne. Sondern selbst an der Tür findet man so viele schöne Details, was da irgendwie reingeschnitzt wurde, was da halt irgendwo drin ist. Dann an den Seiten sieht man was. Dann eine Sache, die mir besonders ins Auge fällt, als jemand, der diesem Verein doch sehr nah ist, dass der BVB anscheinend da auch sehr präsent ist in Bremen. Wie kommt das an?
Kristian Langer
Ja, frag mich nicht. Ich habe mich auch gefragt, was dieser komische Sticker da soll, aber gut, egal.
Michael Koopmann
Ja gut, wenn die eigenen halt da nichts machen.
Kristian Langer
Wenn ich das nächste Mal dort beim Arzt bin, dann wird der mal erstmal vernünftig überklebt. So habe ich das gehört.
Michael Koopmann
Ja, aber das sind ja so diese schönen Details, die es halt einfach gibt und, die so ein Foto plötzlich auch wertvoll machen. Und das ist halt eben wie in Social Media leider weniger möglich. Deswegen gebt dem Bild die Chance, mal drauf zu gucken und ja, gebt dem Bild auch eine Möglichkeit, seine Geschichte zu erzählen und natürlich das am besten hier bei mir im Podcast. Meldet euch unter podcast.bilderzeigen.de, wenn ihr auch ein schönes Bild habt, was denn unbedingt mal seine Geschichte hier erzählen will.
Kristian Langer
Ja, absolut. Ich kann auch nur jedem empfehlen, wie ihr das ja auch macht, euren virtuellen Bilderabend. Traut euch einfach mal Bilder zu zeigen, weil es ist einfach so schade. Es gibt mit Sicherheit so viele tolle Bilder, die wir alle nicht kennen und die gerne mal gezeigt werden wollen. Und zeigt sie ruhig einfach mal. Ich meine, das Schlimmste, was die Leute sagen können, mir gefällt es nicht, ja, dann ist das so. Und es ist doch nichts Schlimmes. Also die Welt geht trotzdem nicht unter und genau, nach der Nacht kommt der Morgen. Also von daher alles gut.
Michael Koopmann
Ja, vielen Dank für die Werbung. Dann brauche ich es jetzt schon mal nicht machen. Das ist sehr, sehr gut. Aber was ich halt auch sehr interessant finde, wenn man halt so einen kleinen Vortrag halt aussuchen muss für halt den virtuellen Bilderabend oder wenn ich jetzt hier dich frage, bitte schick mir doch mal fünf Bilder von dir, die vielleicht für den Podcast hier interessant sind. Man muss sich plötzlich mit seinem Katalog beschäftigen und da mal reingucken und man hat da vielleicht 200.000 Bilder drin, aber 5 Bilder zu finden, die man dann zeigen will, das ist meistens sehr, sehr schwer und halt beim Bilderabend 30 Bilder irgendwie für so eine halbe Stunde zu finden, das ist auch so schwer, die halt irgendwie zusammen zu kriegen und man muss da ganz viele Darlings, also hier kill your darling, ganz viele Darlings killen, um halt da irgendwie zu einem schönen Vortrag zu kommen. Jetzt sag ich schwer, Jetzt habe ich bestimmt wieder alle abgeschreckt für den Bilderabend, aber es ist halt ein wirklich schöner Prozess, sich halt damit seinen Aufnahmen zu beschäftigen und halt, ja, wirklich da halt diese Bilder zusammen zu bekommen und vielleicht dann auch wieder ein paar Inspirationen zu kriegen für seine nächsten Fotografien, wie man denn halt Bilder auch miteinander sprechen lässt.
Kristian Langer
Ja, absolut. Und vor allem das Schöne finde ich ja, ich war ja jetzt im Februar ja auch bei euch gewesen, das Schöne ist halt, man macht mit sich seiner Wertigkeit seiner eigenen Fotografie wieder ein bisschen mehr bewusst, weil man sich diese tollen Bilder, also in Anführungszeichen für sich selbst zumindest tollen Bilder anschaut und wirklich merkt so, hey, cool, das ist ja toll. Und gleichzeitig sieht man auch seine eigene Lernkurve so ein bisschen, weil man guckt ja über die Jahre oftmals manchmal auch rein. Und das ist auch manchmal ganz interessant, einfach sich damit immer wieder bewusst auseinanderzusetzen und nicht einfach auf die Festplatte drauf und ab nach Instagram und fertig ist.
Michael Koopmann
Und wenn man jetzt auch gerade den Vortrag nimmt, wo man dann mehrere Bilder halt sprechen lassen kann, dann ist es auch gar nicht mehr so fokussiert auf das eine Bild, was jetzt irgendwie top Instagrammable sein muss, damit es halt die tausenden von Likes kriegt, sondern es ist dann halt ein Bild, was mit den anderen halt irgendwie diese Story erzählt. Und da kommt es dann oft gar nicht jetzt auf die Weltklasse Fotografie an, sondern es kommt halt das drauf an, was das Bild halt erzählt und dass das mit in die Geschichte passt. Und das, finde ich, ist halt dann plötzlich auch ein schöner Blickwinkel auf die Bilder und auch nochmal für sich selbst im Hinterkopf, dass man halt auch Bilder fotografiert, die halt diese Geschichte mit rüberbringen können.
Kristian Langer
Absolut. Und es ist auch schön, dass man nochmal von Externen dann positives Feedback bekommt. Es bestärkt einen einfach auch mal positiv im eigenen Hobby, dass man wirklich was gut gemacht hat. Und man weiß ja bei Instagram oder auch irgendwelchen, es ist ja egal, ob es die Foto-App oder was auch immer ist, man weiß ja auch immer gar nicht so, sind die Likes wirklich das, weil sie es gut finden oder es ist einfach, weil sie einem sympathisch sind oder warum auch immer. Das heißt, dieser Wert eines persönlichen Feedbacks ist einfach deutlich höher anzusehen, aus meiner Sicht.
Michael Koopmann
Ja, genau. Sprecht mit Leuten, zeigt Leuten Bilder. Das ist auf jeden Fall wert, es zu tun. Und das gibt immer viel schönes Feedback. Ja, bringt Bilder zusammen. Ich persönlich bin ja auch ein großer Fan der Reportagefotografie. Also da auch Bilder in eine Serie zu bringen, hintereinander zu bringen. Auch das macht einen großen Spaß, so dann zu fotografieren. Und ja, ich hoffe, ich finde auch noch eine gute Idee, wie ich mal solche Bilder, die halt in der Serie sind, hier in dem Podcast gut bringen kann. Bis jetzt scheue ich mich davor, euch hier drei, vier Bilder in einer Folge mit reinzupacken. Denn dann wird allein meine Beschreibung wahrscheinlich so sperrig, dass hier keiner mehr zuhören möchte. Wenn der draußen eine schöne Idee hat, kann er sie mir mal bringen. Denn ich möchte auf jeden Fall auch mal hier eine schöne Reportage zeigen. Denn ich habe da auch noch so ein paar Sachen auf der Festplatte liegen. Bevor wir jetzt hier die Zeit sprengen und selbst für ein Bild schon viel zu lange brauchen, sage ich erstmal vielen, vielen Dank, Christian, dass du wieder so ein schönes Bild mitgebracht hast.
Kristian Langer
Ja, sehr gerne. Vielen, vielen Dank, Michael, dass ich hier dabei sein durfte wieder mal.
Michael Koopmann
Ja, auf jeden Fall. Du bist immer eingeladen, noch andere Bilder mitzubringen. Und dann hören wir uns bestimmt in einer der nächsten Folgen an einem der nächsten Mittwoch. Bis dann. Auf Wiedersehen.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort






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