Susanne Prothmann nimmt uns mit nach Burkina Faso in ein Klassenzimmer eines Waisenhauses, das von einem kleine Verein aus Bergisch Gladbach unterstützt wird. Zwischen bunten Schiefertafeln und konzentrierten Kindern erzählt sie von der Bedeutung von Bildung, direkter Hilfe und respektvoller Fotografie – und davon, wie sie gemeinsam mit ihrer Familie den Verein bei seiner Arbeit…
Schule des Kinderhaus Koudougou – Foto: Susanne Prothmann
Spenden
Wie ihr im Podcast von Susannen gehört habt könnt ihr direkt den Kindern in Koudougou mit einer Spenden helfen. Jeder Beitrag hilft hier und kommt dank dem Verein ‚Katharina Kerstin e.V. aus Bergisch Gladbach‘ auch direkt in Burkina Faso bei den Kindern an. Bei Fragen stelle ich auch gerne den Kontakt zu Susannen und dem Verein her. Gerne einfach melden.
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📄 Zusatzinfos:
Diese Episode ist erschienen am 14.10.2026 und wurde aufgenommen am 29.05.2026.
Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.
Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts,Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.
Hallo, ich bin Michael. Willkommen bei Bilder und Geschichten.Ich liebe es, für einen Bilderanfang zu erzählen, wenn aus einem kurzen Momenteine ganze Geschichte wird.Hier spreche ich mit Menschen über ihre Fotos. Jeden Mittwoch gibt es ein neues Bild.Ja, und genau so ein Mittwoch ist heute und es ist wieder Zeit für ein neues Bild.Und dafür habe ich heute erneut die Susanne Pottmann bei mir,die diesmal ein ganz besonderes Bild mitgebracht hat, wo es auch ganz viel zuerzählen gibt, denke ich. Aber erst mal hallo Susanne.
Susanne Prothmann
Hallo Michael. Lass uns nach Burkina Faso reisen.
Michael Koopmann
Ja, in der letzten Episode waren wir in der Normandie, aber jetzt machen wirdann doch nochmal eine etwas weitere Reise zusammen.Denn ja, du bist öfters mal in Afrika unterwegs.
Susanne Prothmann
Genau, also Burkina Faso ist jetzt für uns keine Urlaubsreise,keine Freizeitreise, sondern meine Kinder und ich, wir unterstützen einen Waisenhaus, einen Verein,der dieses Waisenhaus unterstützt. Da engagieren wir uns.Und 2022 sind wir zum ersten Mal dorthin gereist, 2024 zum zweiten Mal, haben vor Ort geschaut,wie wir da auch Hilfe leisten können und organisieren eben auch hier zu Hause,Spendenaktionen, machen Vorträge übers Land und Leute übers Waisenhaus und generierenebenso Gelder für die Kinder dort, die ansonsten ohne diese Spenden nicht überleben könnten.
Michael Koopmann
Ja, und das Ganze nicht für irgendeine große Hilfsorganisation,sondern für einen kleinen Verein, der direkt aus Bergisch Gladbach kommt undhalt in Burkina Faso im, wie heißt das Dorf? Ich kann es nicht aussprechen, ich lerne es besser.
Susanne Prothmann
In Kudugu.
Michael Koopmann
Kodugu. Im Dorf Kodugu halt ein Kinderhaus betreibt und ja, ihr könnt auf jedenFall wahrscheinlich jedes einzelne Spendeneuro, der da irgendwo ankommt,direkt nachvollziehen, wie der seinen Weg nach Burkino Faso dann findet.
Susanne Prothmann
Also es ist wirklich so, dass jeder Euro dort ankommt, dass wir auch wissen,für was er dort genutzt wird, dass wir das auch mitsteuern können und,ja, also es sind so Sachen, dass der gesamte Vorstand und auch wir, die Reisen dorthin,finanzieren wir alles selber.Also auch das wird nicht aus den Spendenkassen genommen, sondern wirklich mitden Geldern, die die Leute hier geben oder auch mit Sachspenden,das kommt alles für die Kinder dort eins zu eins zugute.
Michael Koopmann
Ja, und das ist doch wahnsinnig toll, wenn man da auch ganz genau weiß,wohin das Geld geht und sogar jemanden hat, den man fragen kann,ob der Euro denn auch wirklich da angekommen ist, wo er hin sollte.
Susanne Prothmann
Richtig. Und es gibt eben auch ganz viele Informationen von unserer Seite.Wir haben ganz viele Paten.Das heißt, man hat sein eigenes Patenkind und über das ist man auch ständigim Bilde. Also man bekommt aktuelle Fotos, man weiß, wie das Kind sich entwickelt,ob es gerade krank ist oder gesund.Man weiß, was es braucht, man weiß, was es mal werden will und das ist sehr,schön, sehr persönlich und macht das Ganze sehr nah.
Michael Koopmann
Ja, ich packe natürlich den Link zum Verein, zum Katharina Kersting e.V. mit in die Shownotes.Da kann sich jeder informieren und natürlich ist da dann auch die Spendenadressezu finden, wo natürlich gerne jeder ein paar Euro auch hingeben darf.
Susanne Prothmann
Oder auch sich gerne jemand informieren kann oder auch sich bei uns melden kann,wenn da noch Informationsbedarf ist oder man auch eventuell Interesse an ein paar Kinder hat.
Michael Koopmann
Ich habe noch tausend Fragen, aber bevor ich mich hier komplett verlaufe unddas heute nur eine Folge Geschichten wird und das Bild ausfällt.Gehe ich mal direkt zum Bild und zur Bildbeschreibung und dann geht es weiter.Also was sehen wir hier, was hast du mir für ein Bild mitgebracht und zwar einBild wieder im Querformat, was wahnsinnig wuselig bunt ist. Also gefällt mirtotal auf den ersten Blick.Ich habe wieder keine Ahnung, wie ich das beschreiben will, aber ich versuchees mal, dass sich alle wenigstens grob eine Vorstellung machen können, worüber wir hier reden.Ja, wir sehen ein Klassenzimmer in Afrika, wie man es sich ja so ein bisschenvorstellt. Ganz viele Kinder.Es sieht sehr, sehr wuselig aus.Man kann so ein bisschen die Geräuschkulisse erahnen, die wahrscheinlich da gerade im Raum ist.Du stehst mit der Kamera wahrscheinlich hinten, fotografierst gerade nach vorneRichtung Tafel und die Kinder halten gerade alle selber kleine Schreibtafeln hoch.Und diese Schreibtafeln sind halt in ganz verschiedenen Farben,gelb, rot, grün, blau und sind halt so in der Mitte.Man sieht halt durch die Unschärfe hat dieses Bild eine wahnsinnige Tiefenwirkung.So vorne die Kinder sind in der Unschärfe, hinten die Tafel ist auch in derUnschärfe und links und rechts sieht man nochmal mehr Kinder,die halt auch die Tafel hochhalten.Man sieht die Tische stehen so ein bisschen kreuz und quer, die Struktur kannich noch nicht ganz erkennen und vorne auf der Tafel sieht man auch so ein paarSachen, so ein paar Kreidespuren, ein paar Sachen mit Kreide rangemalt,eher auf der rechten Seite.Dann sieht man auch ein paar, ja weiß ich nicht, irgendwas, was so bunte Streifen,die halt auch nochmal diese Streifen der Tafeln irgendwie widerspiegeln.Und ja, alle Kinder sind in so einem beige, ich nehme mal auf,so eine beige Schuluniform, wahrscheinlich sowas in der Art gekleidet.Und so hat der ganze Raum so ein bisschen mehr dieses Beige und die Tafeln bringenhalt dann die Farbe mit ins Bild.Ich hoffe, dass sich da draußen jemand grob vorstellen kann,über was wir reden. Das Bild kann man sich natürlich nach dem Podcast bei mirauf der Website podcast.bilderzeigen.de anschauen.Aber erst mal, wie kam es zu diesem Bild dann?
Susanne Prothmann
Ja, wenn wir vor Ort sind, ist es natürlich so, dass ich auch immer eine Kameradabei habe und gerne auch,das Ganze zum einen ein bisschen dokumentieren möchte für die Spender,für die Paten, aber dass wir eben auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit machen können.Und dazu sind wir dann in dem Fall aus dem Waisenhaus in die Grundschule gegangen,die auch auf dem Gelände ist, die zu dem Waisenhaus gehört.
Michael Koopmann
Ja, Bildung ist natürlich wahrscheinlich das Wichtigste, was man den Kinderndamit geben kann, außer halt darüber einen Kopf.
Susanne Prothmann
Wenn du dir vorstellst, dass es 46 Prozent Analphabeten gibt in dem Land,dann ist das nochmal eine andere Dimension, wie wichtig es ist,Lesen und Schreiben zu lernen.Und dazu kommt auch noch in der Schule, lernen die Kinder eben auch Französisch.Französisch ist die Amtssprache, ansonsten ist so eine Hauptstammessprache Moréeund es gibt da noch verschiedene andere.Aber um eben auch vielleicht mal einen Beruf erlernen zu können,ist es eben wichtig, auch die Amtssprache Französisch zu lernen.Und das ist eben in der Schule nur möglich.Und dann musst du dir vorstellen, du sitzt in diesem Klassenzimmer,also ich habe bewusst versucht, mich mitten reinzusetzen.Es ist heiß. Es ist unglaublich heiß und trocken.Und es ist auch recht dunkel. Also das ist jetzt auch so ein bisschen dem geschuldet,dass ich da sehr offenblendig fotografiert habe, weil es wirklich dunkel ist,damit eben auch die Hitze nicht reinkommt.Und man selber sitzt so ein bisschen da und es fallen mir fast die Augen zu,weil es einfach warm ist.Und der Lehrer macht den Unterricht und ihr seht, was die Kinder machen.Also die sind absolut aufmerksam, absolut bei der Sache, lernen wenig bis zumGehtnichtmehr und einfach auch stolz in der Schule sein zu dürfen.
Michael Koopmann
Also ich muss direkt lachen, weil ich stelle mir gerade vor,wie du als blonde, doch sehr groß gewachsene Frau in dieser Schulklasse sitzt,umgeben von farbigen Kindern und versuchst, mit deiner Kamera nicht aufzufallen,das wird, glaube ich, schwierig, oder?
Susanne Prothmann
Ja, es ist am Anfang immer schwierig, wenn du in die Klasse reinkommst,dann ist es erstmal eine große Aufruhr und alle beachten nur noch dich und halten sich gar nicht normal.Aber der Lehrer an sich ist schon sehr streng.Die Kinder sind alle wirklich folgsam. Also auch wenn es auf dem Schulhof sehrwühlig ist und sie kaum zu bändigen sind, sobald sie in der Klasse sind undder Lehrer macht seinen Unterricht, dann folgen sie einfach auch.Da gibt es dann auch nichts drumherum. Da gibt es auch kein Schwätzen oder sonst irgendwas.Die sind schon wirklich dabei beim Unterricht.
Michael Koopmann
Das bedeutet wahrscheinlich auch, dass sie sehr genau wissen,dass das ja auch eine Chance ist, die Bildung wahrscheinlich und deswegen mitrumblödeln, da jetzt nichts zu reißen ist wahrscheinlich.
Susanne Prothmann
Ich weiß nicht genau, ob sie es da schon wissen in dem Alltag. Vielleicht.Aber sie wissen in jedem Fall, rumgeblödelt und Quatsch gemacht und rumgelaufen,draußen in der Pause und drinnen hat man halt einfach Unterricht und aufmerksam zu sein.Ja, aber dadurch konnte ich mich dann auch, nachdem sie sich ein bisschen anmich gewöhnt hatten, auch einfach mal so hinten in die Klasse setzen und Fotos machen.Und für mich ist immer, wenn ich dort vor Ort bin, ich mache natürlich hunderte,tausende Fotos dort und es hat auch immer verschiedene Richtungen,in die ich fotografiere.Weil das Problem ist, die Kinder zu fotografieren, ist ja das eine und die sindauch einfach, die sind fröhlich, die sind schön, die sind einfach toll.Aber die ganzen Bilder, wo ich die Kinder und die Gesichter drauf habe,die kann ich natürlich nicht ins Netz stellen.Also wir müssen da schon oder wir wollen da eben auch drauf achten,die Rechte der Kinder da nicht zu missbrauchen.Von daher ist es die Schwierigkeit und die Herausforderung, auch eben immerBilder zu machen, die man zeigen kann, die man veröffentlichen kann,die zeigen, wie das Leben dortist, ohne dass man wirklich die einzelnen Personen auch direkt abbildet.
Michael Koopmann
Ja, vorhin hatten wir auch schon ein bisschen hin und her geschrieben und auchgesprochen, welches Bild wir denn überhaupt nehmen können.Weil ich wusste natürlich, dass du in Burkina Faso warst und da mit Sicherheit ein tolles Bild hast.Aber welches Bild kann man zeigen und auch welches Bild kann man ins Internet stellen?Und ja, leider leben wir in Zeiten, wo man sich da genau darüber nachdenkenmuss, ob man halt ein Kind einfach zeigen möchte. Denn schlimmstenfalls kommtso ein Bild dann halt auch in die falschen Hände und vor allem in die falschen Ecken des Internets.
Susanne Prothmann
Genau, und das möchten wir halt auf jeden Fall vermeiden. Deswegen machen wirauch so gerne diese Vorträge, diese Bildervorträge über Burkina Faso und dasWeißen Haus, weil man da einfach die Möglichkeit hat, es in allen Facetten zu zeigen.
Michael Koopmann
Ja, und das ist auch ein schönes Stichwort gerade, du machst halt diese schönenVorträge und da kannst du ja auch nicht nur Bilder zeigen, sondern auch einbisschen Videosszenen, wo man dann auch das Wuselige dann noch miterleben kann direkt von vor Ort,und halt viel mehr noch erleben kann, wie es denn in Burkina-Phase überhaupt ist.
Susanne Prothmann
Es ist ja leider, leider ein sehr gebeuteltes Land. Es ist ein sehr armes Land,aber es ist auch ein sehr unsicheres Land seit einigen Jahren Und viele Menschen sind auf der Flucht.Viele haben ihr Leben oder ihre Heimat verloren.Wir sind da im Moment noch in Kudogu, in einer guten Situation. Dort ist alles sicher.Wir hoffen wirklich, wirklich, dass das auch so bleibt.
Michael Koopmann
Ich hatte gerade selber mal ein bisschen recherchiert, wo denn überhaupt BurkinaFaso liegt in Afrika. Und so mal irgendwie wegen so ein paar Stichwörter maleinfach das Land zu lesen.Also wer da sich auch gerade fragt, Burkina Faso liegt im Endeffekt nicht ander Küste, sondern halt über den Ländern Elfenbeinküste Ghana, Togo.Und da halt eingequetscht dann, überall bis Mali.Und ja, gehört halt auch seit Ewigkeiten zu einen, den Ländern,die halt eigentlich so die ärmsten der Welt sind.Denn ja, ich weiß nicht, also wahrscheinlich gibt es das meiste,was da gibt, ist halt wahrscheinlich Wüste und viel Sand.
Susanne Prothmann
Viel rote Erde, ja. Aber auch erstaunlich viel Grün in der Regenzeit verändertsich das Land auch. Es gab sehr viele Mangobäume.Also wer schon mal eine Mango direkt gepflückt vom Baum gegessen hat,möchte keine mehr hier im Supermarkt kaufen.Also auch viele tolle Sachen, aber eben auch viele Schwierigkeiten.
Michael Koopmann
Was ich gerade sehr schön fand, als ich hier in den Wikipedia-Artikel geguckthabe, ist vielleicht der erste Satz, dass Burkina Faso übersetzt ins deutscheLand des aufrichtigen Menschen heißt. Und das fand ich doch ein sehr schöner Name.
Susanne Prothmann
Ja, das stimmt.
Michael Koopmann
Ich hoffe, das trifft es auch bei dem Land.
Susanne Prothmann
Ja, definitiv. Also zumindest so, wie ich es kennengelernt habe,was ja nun auch nur ein kleiner Teil ist. Aber in dieser Bubble,in der wir uns da bewegen, ist es tatsächlich so.Auch ganz tolle Menschen, die eben vor Ort dieses Waisenhaus leiten und diediese Kinder eben beaufsichtigen und erziehen.Und was ich jetzt auch einmal noch loswerden muss, ist, ich habe jetzt so oft gesagt, es ist arm da.Ja, es ist arm monetär und es ist arm an vielen Dingen, die wir haben oder meinenhaben zu müssen. Das haben die alles da nicht.Aber sie sind trotzdem so glücklich und zufrieden mit dem, was sie haben.Und wenn man sieht, wie die Kinder in dem Waisenhaus, also im Waisenhaus,was so unser Kernhaus ist, da sind Kinder von 0 bis 6 Jahren,die haben kein Spielzeug in dem Sinne, aber spielen mit allem,was sie finden, sind da mega kreativ.Und auch so kann man aufwachsen und gut aufwachsen.
Michael Koopmann
Ja, und ich glaube, das ist so ein bisschen, was Reisen einen auch mitgibt,wenn man sich umschaut mit offenen Augen halt in der Welt unterwegs ist.Dass es halt viele Länder gibt, die zwar arm sind, aber die Menschen trotzdem,mit den Mitteln, die sie da haben, sehr gut leben. Denn naja,das bisschen, was sie haben, nutzen sie halt auch gut.
Susanne Prothmann
Und schätzen.
Michael Koopmann
Und schätzen es, ja. Ja, während wir halt hier ja alles haben und trotzdem nochjeden Tag irgendwo uns was fehlt und meckern und unglücklich darüber sind,dass wir irgendwas nicht haben, was uns auf Social Media gezeigt wird.Und ich denke, da kann sich jeder mal so eine Scheibe abschneiden und an dieeigene Nase packen, dass es uns doch sehr, sehr gut geht und wir vielleichtmal ein bisschen zurückdenken.
Susanne Prothmann
Absolut. Und meine Tochter ist ein paar Monate dort gewesen,hat dort wirklich auch mit den Kindern gelebt und hat wirklich Anpassungsschwierigkeitengehabt, als sie wieder hier war.
Michael Koopmann
Ja, ist wahrscheinlich ganz, ganz komisch, wenn man dann hier alles immer undüberall zur Verfügung hat, in rauen Mengen.
Susanne Prothmann
Und auch worüber dann hier so geredet wurde, da musste sie erstmal wieder reinkommen.Und jetzt nochmal zurück zu dem Bild. Das ist ja auch so ein krasser Unterschied.Wir haben hier wirklich noch die Schiefertafeln, wo die Kinder mit der Kreide draufschreiben.Und wenn wir jetzt in unsere hiesigen Grundschulen gehen, ja,da sind dann die interaktiven Whiteboards.
Michael Koopmann
Ich wollte gerade sagen, da werden inzwischen die gleiche Form hochgehalten,nur dass es halt Tablets sind.
Susanne Prothmann
Ja, ganz genau. Aber wenn du dann so guckst, die Aufgaben, das Multiplizierenund Dividieren und das alles, die Aufgaben sind die gleichen.Oder auch Textaufgaben, die an der Tafel stehen. Wie viele Melonen hat die Mutter,wenn sie 23 verteilt hat? Das Gleiche finde ich auch.
Michael Koopmann
Ja, und vermutlich, dass die Ablenkung auch deutlich geringer ist bei der Kreidetafelals beim Tablet, was noch alles andere kann.
Susanne Prothmann
Ja, ja. Also ich will das nicht verteufeln, um Gottes Willen.Also ich habe auch sehr gerne meine ganzen Devices hier am Start.Ja, es ist nicht überall so.
Michael Koopmann
Hast du schon probiert, dieses Bild mal nachzustellen in einer deutschen Schule?
Susanne Prothmann
Ach, was für ein guter Gedanke. Das ist eine sehr schöne Idee,da es auch hier schon Patenklassen gibt, könnte man wirklich mal überlegen.
Michael Koopmann
Ich glaube, das wäre ein extrem interessanter Kontrast, wo man bestimmt vielesdann rauslesen kann aus dem Bild.
Susanne Prothmann
Ja, ja. Halte ich mal im Hinterkopf.
Michael Koopmann
Ja, mach dieses Foto und bist dann auf jeden Fall herzlich eingeladen,dann auch das Foto dir nochmal vorzustellen.
Susanne Prothmann
Ja, wer sei es. Schön.
Michael Koopmann
Ja, aber du hast gerade noch erwähnt, dass eigentlich deine Tochter mit derganzen Sache angefangen hat und mal einen Auslands, ja nicht Monat, Monat T,halt in Burkina Faso gemacht hat und du dann ja mit reingerutscht bist im Endeffekt in dieses Thema.
Susanne Prothmann
Genau, also das Kinderhaus an sich, das haben wir schon jahrelang unterstützt.Also wir hatten dort immer ein Patenkind auch und,von daher war das jetzt nichts Neues. Aber als meine Tochter,als sie dann 20 war, gesagt hat, so ich weiß jetzt auch, wo ich dann meine Zeitverbringen werde zwischen Ausbildung und Studium.Ich so, oh prima, ja ich gehe nach Burkina Faso. Habe ich zuerst gesagt,wow, toll und dann habe ich mal so richtig drüber nachgedacht und dachte, uiuiui.Weil es doch für so eine junge Frau nicht so ganz ohne ist, da vor Ort zu sein.Aber durch den Hintergrund des Vereins und der ganzen Kontakte,die man eben dadurch vor Ort hatte, war es durchaus auch gut machbar.Aber sie hatte mich dann auch direkt eingeladen und auch ihren Bruder.Kommt doch einfach mit, kommt am Anfang mit, dann seht ihr, wo ich bin.Und wenn ihr nicht so lange bleiben könnt, fliegt ihr halt einfach wieder heim.Und so haben wir quasi so eine Art Familienausflug dorthin gemacht.Und ich konnte da sehr viele Bilder machen. Und sie ist dann eben da noch dageblieben, hat noch megamäßig viel mehr Erfahrung gemacht.
Michael Koopmann
Ja, und da denke ich, hat man gleich ein komisches Gefühl, wenn halt irgendwieReise, also das Ziel dann für diese Auslandszeit Burkina Faso,so Standard wäre ja irgendwie immer nach Amerika gehen oder nach Australiengehen, da ein bisschen Work and Travel, aber das klingt ja gegen Burkina Faso,fast total normal.
Susanne Prothmann
Ja, das war wirklich sehr speziell. Ja, und vor allen Dingen,wenn du dann so anfängst, dich darüber zu informieren und dann auf einmal hastdu eine Riesenlatte an Impfungen, die du machen musst und an Vorsichtsmaßnahmenund ich weiß nicht was, also,das Auswärtige Amt warnt womöglich noch davor dahin zu reisen und da fängt mandann schon mal an zu überlegen.Also wie gesagt, wie ich am Anfang gesagt habe, es war keine Ferien, keine Urlaubsreise.
Michael Koopmann
Ich vermute, man muss ja auch alles, was man irgendwie so für sich hier alsnormal erstmal hinnimmt und auch für eine Reise als normal hinnimmt,alles hinterfragen. Wie ist das?Hat man überhaupt irgendwie irgendein Telefon, Internet oder sonst was,um mal irgendwie nach Hause Kontakt aufzunehmen?Oder ja, wo lebt man überhaupt nachher sein Handy, wenn man es denn überhaupt nutzen könnte?
Susanne Prothmann
Genau, also WLAN kann man ja schon mal ganz vergessen. Also man ist dann happy,wenn man eine Telefonkarte hat und mit dem Strom ist es Glücksache. Mal ist er da, mal nicht.Ja, von daher wird da auch noch, es wird gewaschen von Hand.Es sind drei Waschfrauen, die für das gesamte Haus im Waschbottich mit Kernseifeund Waschbrett die ganze Wäsche, den ganzen Tag über waschen,auf die Leine gehängt, zack, wieder trocken, wieder angezogen.Es wird gekocht nur auf Holzfeuern für hunderte Kinder, Schule und Waisenhaus.Also das ist hier überhaupt nicht vorstellbar.Aber wenn man sich dann vorstellt, dass man eine Waschmaschine hat und einenHerd hat, aber eventuell kein Strom, gut, ist es so schon feiner.
Michael Koopmann
Ja, auf jeden Fall, dann hilft das auch nichts ohne Strom, ja. Nee, nee.Du hast gerade gesagt, hunderte Kinder, wie viele Kinder sind in dem Kinderhaus?
Susanne Prothmann
Also es sind im Kinderhaus so um die 45, von den ganz Kleinen, von 0 bis 6 Jahren.Dann gibt es eine dreizügige Vorschule, da gehen unsere Kinder rein,aber die ist auch offen für die aus dem Umland.Und dann gibt es mittlerweile, es ist glaube ich sogar sechszügig, eine Grundschule.Und in den Schulklassen sind eben auch immer mehr Kinder als bei uns.Also auf dem Bild, was wir gerade uns angeschaut oder angehört haben.Ja, also dass da schon mal auch so 50 Kinder in einem so einen Klassenraum sitzen, ist auch normal.
Michael Koopmann
Okay, hätte ich nicht gedacht, dass das so viele sind, ja.
Susanne Prothmann
Das macht das Gewusel natürlich noch mal ein bisschen gut.
Michael Koopmann
Noch größer, ja. Ja, ich glaube, wenn ich mir so an der deutschen Schule vorstelle,oha, Lärmbelastung auf jeden Fall über dem normalen Level, was auszuhalten ist.
Susanne Prothmann
Ja, und gut, wie gesagt, Sie sind schon sehr folgsam in der Klasse an sich.Da ist kein Turbo, aber draußen ist es halt extremst laut. Und ja,wenn du so einen ganzen Tag von morgens bis abends von 45 Kleinkindern belagertwirst, dann bist du abends auch schon froh, mal die Tür zu machen zu können.
Michael Koopmann
Ich habe noch eine Frage zu dem Bild, das beschäftigt mich gerade schon.Es gibt ja diese Farben der Kreidetafel und hat vorne diese Farben von,ich weiß nicht, ob das eine Schnur ist oder ein Band, was da an der Tafel hängt.Hat das irgendeine Bedeutung?
Susanne Prothmann
Nee, also nicht, dass ich jetzt wüsste. Ich denke, dass das auch irgendwas,irgendein Lernmaterial ist oder irgendwas.
Michael Koopmann
Womit sie irgendwelche Gruppenstrukturen…
Susanne Prothmann
Vielleicht auch tanzen oder irgendwas gemacht haben. Das sind so Bände,mit denen sie irgendwas gemacht haben. Aber ich kann dir jetzt nicht genau sagen, was…Das macht es natürlich auch nochmal, das ist wirklich Zufall,es gibt ja auch eine blaue Tafel.Aber dieses Rot, Gelb und Grün, diese afrikanischen Farben dominieren natürlichin dem Bild. Und das macht es natürlich auch nochmal schön.
Michael Koopmann
Ja, und so wunderbar aufgeteilt. Also, er hat ein ganz, ganz starkes Bild.Ich hoffe, das spricht da draußen ganz viele an und vielleicht hat der eineoder andere Lust, sich halt dann nochmal ein bisschen weiter über das Projekt,über den Verein zu informieren und vielleicht auch eine kleine Spende dazulassen.
Susanne Prothmann
Ich würde mich sehr, sehr, sehr freuen.
Michael Koopmann
Wenn jemand mehr wissen möchte. Ich weiß nicht, hast du einen der nächsten Vorträgevon dir schon irgendwie in Planung?
Susanne Prothmann
Nee, im Moment ist keiner geplant.
Michael Koopmann
Schade, ich kenne den nämlich auch noch nicht in Gänze.
Susanne Prothmann
Ah, okay. Ja, dann müssen wir doch nochmal was organisieren.
Michael Koopmann
Unbedingt. Und ja, wenn es dann Termin gibt, würde ich natürlich hier auch nochmal reinstellen.Und vielleicht kann ja deine eine oder andere Regierung noch mit dazukommen,sie auch noch informieren.
Susanne Prothmann
Ja, oder vielleicht war es auch jemand, irgendeinen guten Ort,wo man ihn nochmal vortragen könnte.Auch dafür sind wir dankbar, wenn wir das Ganze erzählen und verbreiten dürfen.
Michael Koopmann
Ja, sehr guter Hinweis, denn solche Orte sind leider schwer zu finden.Ich weiß ja selber von der Problematik, wo kann man Bilder zeigen?Dass halt irgendwie eine vernünftige Fläche, wo eine Leinwand sein könnte,vielleicht ein Beamer vor Ort ist und dann vielleicht noch irgendwie auch eineGruppe ist, die dann auch dazukommen könnte und was vermarkten kann,ist leider sehr, sehr schwierig zu finden.Also wer das hier vielleicht hört und sagt, ich habe irgendwas im Raum NRW,wo man solche Bilder zeigen könnte, immer gerne hier melden.Und ich denke, da kann man noch viel, viel mehr dazu erzählen.Ich sehe hier die Zeit vom Podcast, das haben wir auch schon wieder weit überschritten.Deswegen muss ich ja meine weiteren Fragen mal schnell unterdrücken,sonst wird das hier wieder so eine super lange Folge.Aber ich denke mal für einen kleinen Eindruck aus Burkina Faser hat dieses Bildhier wunderbar gereicht.Und ja, es macht auf jeden Fall Lust auf mehr und vielleicht sehen wir dannirgendwann mal uns bei einem Vortrag bei dir.Ja, aber erstmal vielen, vielen Dank Susanne für dieses tolle Bild,für den Hintergrund dazu und ja, ich hoffe, dass wir uns irgendwann nochmalhier hören, denn ich möchte auf jeden Fall nochmal ein Bild aus Irland von dirsehen und wir sprechen hier.
Susanne Prothmann
Ja gut, da schauen wir mal, sehr gerne. Kriegen wir hin, Michael.Sehr gerne und ich danke dir auch sehr. Tschüss.
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Ein Kommentar zu „Dia 40 – Dem Waisenhaus in Afrika helfen mit Susanne Prothmann“
Diese @episoden von Bilder und Geschichten liegt aus #BurkinaFaso liegt mir diesmal sehr am Herzen. Tolles Bild, tolle Geschichte dahinter und was ein tolle Engagement.
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