Dia 26 – Auf der Suche nach dem Waldkauz mit Ruth Vey-Herdalot

Genre:

In dieser Episode geht es um die Suche nach dem Waldkauz – und darum, wie viel Geduld, Wissen und Glück es braucht, um ein Tier in freier Natur wirklich gut zu fotografieren. Ruth Vey-Herdalot erzählt, wie sie mit Hilfe von Chris Kauler auf die Spur des Kauzes kam, warum Eulen so schwer zu finden sind…

Bild im Querformat: Ein alter, kräftiger Baumstamm füllt die Mitte des Bildes, umgeben von dichtem, grünem Efeu und vielen Blättern. Dazwischen sitzt ein Waldkauz so ruhig und verborgen, dass er fast mit der Rinde verschmilzt. Sein braun-gemustertes Gefieder passt sich perfekt an das Holz an, nur das runde Gesicht mit den dunklen Augen hebt sich klar ab. Die Szene wirkt still, geschützt und ein wenig geheimnisvoll, als hätte sich der Vogel tief im Grünen versteckt.
Foto: Ruth-Vey-Herdalot

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Ruth Vey-Herdalot


⛓️‍💥Links zur Episode:

Waldkauz

Chris Kaula

Videos von Ruth



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Vielen Dank. Bis zur nächsten Episode am kommenden Mittwoch!



📄  Zusatzinfos:

Diese Episode ist erschienen am 08.07.2026 und wurde aufgenommen am 11.05.2026.

Titel-Melodie: „Der weite Blick“ generiert von M. Koopmann mit musichero.ai

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ein stiller Moment in der Natur. Mein Gast hat ihn für uns festgehalten und erzählt uns heute, wie es dazu gekommen ist. Herzlich willkommen beim Podcast Bilder und Geschichten. Ja, und herzlich willkommen. Heute habe ich die gute Ruth F. Herderlott bei mir, die uns ein wunderschönes Naturbild mitgebracht hat. Hallo Ruth.
Ruth Vey-Herdalot
Hallo Michael.
Michael Koopmann
Schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist und hier ein Bild mit in den Podcast bringst. Und ja, da bin ich total froh, dass ich wieder auch eine Fotografin gewinnen konnte hier für mich, die ein Bild mitbringt. Wo haben wir uns kennengelernt? Ich glaube, wir kennen uns persönlich erst seit dem letzten Oberstgorfer-Fotogipfel, wenn ich das recht in Erinnerung habe. Da sind wir uns mal über den Weg gelaufen.
Ruth Vey-Herdalot
Seit dem vorletzten. Ich war 2024 da. Letztes Jahr wollte ich kommen. Bin aber dann erkrankt und musste alles absagen.
Michael Koopmann
Stimmt, da ist schon wieder ein Fotogipfel dazwischen gewesen. Da war ich auch nicht dabei. Ach, die Zeit läuft. Das ist ganz schlimm.
Ruth Vey-Herdalot
Bist du denn dieses Jahr dabei?
Michael Koopmann
Nee, leider auch nicht. Leider zeitlich wird es nicht passen.
Ruth Vey-Herdalot
So ist das manchmal.
Michael Koopmann
Auch wenn der Grund ja wieder der gleiche wäre, dass der Frank Fischer wieder eine Community-Ausstellung macht und zumindest hoffnungsvoll wäre, dass vielleicht auch ein Bild von mir dabei ist. Aber…
Ruth Vey-Herdalot
Ich hoffe auch, nein.
Michael Koopmann
Aber wenn dieser Podcast erscheint, wissen die Hörerinnen das wahrscheinlich schon, ob das Bild dahin und ob wir da waren. Denn ich vermute, dass die Folge etwas später rauskommen wird. Wir kommen zum Bild. Und wenn ich da drauf gucke, warst du in der Natur unterwegs und du warst sehr geduldig unterwegs, um überhaupt zu diesem Motiv zu kommen. Denn du hast einen Waldkauz festgehalten. Und da weiß ich, Das ist nicht mal so mal eben, dass die einem vor die Linse flattern. Erzähl mal was dazu.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, also ich hätte den Waldkauz alleine nicht gefunden. Das hat folgenden Hintergrund. Man muss halt sehr viel in der Natur unterwegs sein, häufig auch fernab von Wegen. Und ich habe null Orientierungssinn. Das heißt, ich verlasse grundsätzlich Wege nicht, bin extrem vorsichtig, wenn ich alleine im Wald, vor allen Dingen in fremdem Gebiet unterwegs bin, weil ich mich schon mehrfach übelst verlaufen habe. So, das zweite Problem zum Thema Waldkauz ist, die sind sehr heimlich und extrem gut getarnt. Die sind nicht wirklich selten, aber eben schwierig zu finden. Und ich bin auch nicht mehr so gutsichtig. Ich trage eine Brille, seit ich drei Jahre alt bin. Ich sage immer, meine Kamera sieht mehr als ich. Ich bin aber natürlich in YouTube unter anderem auch über den Chris Kauler gestolpert, der zumindest bei den Tierfotografen sehr bekannt sein sollte. Der hat sehr viele Schulungsvideos gemacht. Ich liebe Eulen. Und im letzten Jahr habe ich bei dem einen Pilz-Workshop gemacht und da habe ich mir gestattet, ihn anzusprechen, ob er eventuellst bereit wäre, mit mir mal ein 1 zu 1 zu einem Waldkauz zu machen. Und das hat er dann tatsächlich bejaht und im Frühjahr habe ich ihn dann kontaktiert, hat mir Posten zurückgeschrieben und wir haben gleich am nächsten Tag gesprochen. Er hat mich dann angerufen und dann haben wir uns für diesen Donnerstag verabredet und er hat mich dann in meinem Zielort, ich musste da übernachten, weil ich wusste, wir waren länger unterwegs, abgeholt und mich dann zum Waldkauz geführt. Und dieser Baum ist wohl der sehr beliebte Tageseinstand dieses Waldkauzes.
Michael Koopmann
Das heißt, du hast dir Hilfe geholt, um direkt die passenden Punkte zu finden.
Ruth Vey-Herdalot
Ich habe mir Hilfe geholt. Genau, genau. Weil also Eulen selber finden, bei meinem Orientierungssinn, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit für mich. Und das zweite Problem ist, ich habe zwar viel gelesen über Habitat und so weiter und so fort, Aber das theoretische Wissen reicht offensichtlich für mich nicht aus, um das Habitat im Kopf zu übersetzen in das, was ich sehe. Das ist also ein Schwachpunkt bei mir. Und deswegen war ich sehr froh, um nicht zu sagen, wirklich sehr glücklich, dass der Chris Kauler mir diese Chance ermöglicht hat.
Michael Koopmann
Ich glaube, das ist gar kein großer Schwachpunkt, weil ich habe hier ein paar gute Fotofreunde. Grüße an Sascha und Alessa. Ihr kommt ja auch noch in den Podcast irgendwann mal, denn die beiden sind auch auf Eulen und Kauzjagd in ihrer Gegend und ja, hören ist ja ganz einfach, wenn man das Huhu hört, dass da irgendwo so ein Vogel ist, aber sie finden ist halt wirklich schwierig und da noch eine Stelle finden, dass man die auch irgendwie fotografieren kann, ist dann nochmal mal zehn schwieriger. Deswegen muss man da, glaube ich, wirklich sehr viel Sitzfleisch haben, um irgendwo zu so einem Bild zu kommen. Und natürlich auch das passende Know-how und Wissen, dass man überhaupt weiß, wo man gucken muss. Und ich glaube, da macht es viel Sinn, das auch mal einzukaufen, damit man zumindest mal ein schnelles Erfolgserlebnis hat für so ein Bild.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, ich muss dazu sagen, Der Chris Kaula ist ja wesentlich schöner als ich und wirklich professioneller Fotograf. Und ich habe dann immer so eine kleine Hemmschwelle mit meinem beschränkten Wissen und meinem Alter, solche Leute anzusprechen. Deswegen habe ich mich so wahnsinnig gefreut, dass er das gemacht hat. Und er hat sich viel Zeit genommen mit mir für mich. Ich meine, okay, jetzt wo ich weiß, wo der Kauz ist, den hätte ich vielleicht auch selber gefunden. Weil wir konnten den von einem Waldweg aus fotografieren. Ich schätze mal, die Entfernung zu dem Baum, in dem der saß, waren vielleicht 20, höchstens 25 Meter. Ich hatte natürlich auch das entsprechende Teleobjektiv an der Linse. Und wir konnten uns da sehr lange aushalten. Und dann kam der für mich auch sehr interessante Teil. Ich habe natürlich erstmal versucht, ich sage mal so normale Standardbilder zu machen. Der Chris stand neben mir, hat selber auffotografiert, kam aber immer zu mir und guckte, was ich mache und gab mir dann Ideen und probiere mal, den woanders zu platzieren, arbeite mal mit Über- und Unterbelichtung, suche mal einen Platz, wo du vielleicht durchs Laub fotografierst. Lauter solche kreativen Ideen, auf die ich einfach gar nicht gekommen wäre. Und wir waren zweimal beim Wildcouts.
Michael Koopmann
Du hast mir hier mehrere Bilder geschickt und ich hatte wieder die Qual der Wahlen, welches ich davon denn hier für den Podcast nehme. Ja, ich kann das gut nachvollziehen, wenn man so einen Vogel dann mal endlich vor die Linse hat, dann ist man ja auch immer so ein bisschen nervös und will ihn irgendwie dann auch aufs Bild bannen. Und so die Kreativität ist ja dann meistens erst im zweiten Schritt, dass man so ein bisschen die Ruhe hat. Ach, ich habe endlich ein Bild, jetzt kann ich mal kreativ werden. Aber bevor wir darüber weitersprechen, will ich mal einmal kurz für uns die Hörerinnen beschreiben, was du denn hier überhaupt aufgenommen hast und was wir hier gerade sehen und die da draußen jetzt hören können. Denn dieser Waldkauz hat sich ja einen schönen gemütlichen Platz auf so einem, ja ich glaube das ist so ein etwas toter Baum oder auf jeden Fall so eine abgebrochene Aststelle, wo er sich so einen gemütlichen Vorsprung gesucht hat. Kann ich gut verstehen, dass er da öfters landet und ist halt in der Bildmitte. Wir sehen halt den Baum so ein bisschen zur linken Seite und das Ganze ist eigentlich eingerannt von, ja ich würde sagen, meistens sind Efeu-Blätter, was halt dann schön drumherum ist, dem Kauz einen schönen grünen Rahmen gibt. Und ja, so ein paar Blätter sind halt im Vordergrund mit so einer leichten Unschärfe rein und dadurch hat auch eine schöne Tiefenwirkung. Ja und der Kauz, der scheint es sehr gemütlich zu haben, der hat so ein bisschen die Augen geschlossen. Guckt dich nicht an, hat dich anscheinend nicht gesehen oder euch beide, deswegen scheine so ein bisschen davor sich hinzuschlummern, das wäre so, damit sich die da draußen auch jetzt alle hier eine grobe Vorstellung haben, von was wir denn reden im Internet könnt ihr euch natürlich nach dieser, Folge auch das Bild anhören.
Ruth Vey-Herdalot
Also das ist richtig, das ist ein toter Baum, der auch oben weggebrochen war. Und dieser tote Baum hat halt so eine Totholzhöhle und am Rand dieser Höhle sitzt der Kauz. Wenn der jetzt also sich vor irgendwas erstreckt oder gestört wird, dann lässt er sich einfach runter in die Höhle rutschen. Das konnten wir auch beobachten, weil es waren einige Läufer unterwegs im Wald. Und dann kam eine Spaziergängerin mit einem sehr großen, weißen, coolartigen Hund. Der Hund hat zwar keinen Krach gemacht, gar nichts, aber offensichtlich hat der weiße Hund den Kauz gestört, denn dann verschwand er in der Höhle. Und ich schätze, wir haben bestimmt so eine Stunde gewartet, bis er sich dann wieder rausgetraut hat. Und du hast frisch erkannt, dieser tote Baum war sehr von Efeu bewachsen. In der Tat, das war später am Nachmittag, fällt eigentlich noch so in die Ruhe- und Dösphase des Waldkauzes, der ja normalerweise eher dämmerungs- und nachtaktiv ist.
Michael Koopmann
Ja, natürlich so eine Zeug.
Ruth Vey-Herdalot
Und daher auch dieses Blinzeln. Der hat uns wohl schon gesehen und zur Kenntnis genommen. Aber da wird er ganz ruhig standen und auch nur leise geredet haben. Hat er halt da weiter rumgedöst, den Kopf mal gedreht, hin und wieder mal geguckt.
Michael Koopmann
Ja, und wenn ich jetzt dieses Bild nehme, da ist er ja fast formatfüllend drauf. Da denkt man immer, ja gut, das ist ja ein Vogel. Wenn man den einmal gesehen hat, ist er drauf. Aber ja, in Wirklichkeit ist er ja gar nicht so groß. Wenn man sich jetzt so einen ganzen Wald vorstellt, dass irgendwo dieser kleine, ja etwas grau-weiß gefiederte Vogel, der da vor dem Baum sitzt, der genau genauso braun ist, ja, ist eigentlich fast unmöglich, ihn zu finden. Außer er macht halt ein paar Geräusche, dann kann man vielleicht so ein bisschen orten. Aber sonst kann man froh sein, dass sie sich die Stellen immer wieder suchen, damit man wenigstens eine Chance hat, sie dann, wenn man sie mal gesehen hat, wenigstens wiederzufinden und nochmal ein Foto zu machen.
Ruth Vey-Herdalot
Ich denke, das ist genau das. Wenn man denn einmal einen Strandort gefunden hat und den mehrfach aufgesucht hat, dann weiß man halt hinterher auch, okay, das ist vermutlich der Tagesunterstand. Und wir hatten hier das Glück, dieser tote Baum stand in einer tiefen Kuhle und damit war der Waldkauz quasi für uns auf Augenhöhe. Und das ist natürlich das Problem, wenn ich jetzt irgendwo so einen Baum mit so einer schönen Höhle, die potenziell einem Waldkauz dienen würde als Tagesunterstand, wenn der jetzt viel höher ist, dann ist das noch viel schwerer, die Tiere zu sehen. Und ganz ehrlich, wenn ich diesen Weitweg entlang spaziert wäre, Ich wäre an dem Waldkauz vorbeigegangen.
Michael Koopmann
Ich garantiere auch.
Ruth Vey-Herdalot
Die Tarnung ist wirklich extrem, ganz extrem gut.
Michael Koopmann
Ja, und das mit der Höhe wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen, weil du bist jetzt ja wirklich auf Augenhöhe mit dem Kauz. Das ist ja auch nicht normal. Sie sitzen halt oben im Baum und als Fotograf sitzt man irgendwo unten am Waldweg und versucht irgendwie diesen Vogel zu finden. Aber für ein Foto ist das ja irgendwie doof, wenn man von unten hochschießt und da irgendwie versucht ein Motiv. Plus das nächste Problem ist ja, dass so ein Baum meistens noch so zwei bis drei Äste hat und viele Blätter, wo der hinter sich dann auch noch versteckt, was dann meistens immer in Schussrichtung ist. Deswegen habt ihr da ja auch wirklich eine schöne Stelle gefunden, wo man überhaupt irgendwie an den Rand kommt.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, also das stimmt. Das war schon also wirklich, ich sage mal, eine sehr, sehr gute Stelle. Und vor allen Dingen, der Waldkauz ließ sich auch eigentlich nicht stören. Wir sind dann so immer so mal auf dem Weg. mal vor- und zurückgegangen. Ich habe dann hinterher so Versuche gemacht, ihn richtig in so einem Kranz von grünen Blättern, die halt weiter vorne standen, durchzufotografieren. Gerade dieses helle Laubgrün jetzt, Ist ja jetzt schon doch auch über vier Wochen her, dieses ganz junge, frische Waldgrün, was dann ja einen so leuchtend, ich sage mal leuchtend lindgrün anstrahlt, wenn dann noch ein ganz kleines bisschen Sonne mit durch den Hintergrund fällt, dann ist das natürlich schon was ganz Besonderes. Ich möchte nicht wissen, ob der Kraut jetzt noch so gut zu sehen ist, weil man sieht ja auch in dem Bild oben rechts, da sieht man ja unscharf, dass da auch ein Ast vor ist. Und unten sieht man, unten rechts, so nach links gehend, ist ja auch so ein schmaler Ast, wo man diese hellgrünen Blätter, die ich gerade angesprochen habe, sehen kann.
Michael Koopmann
Naja, aber wenn der direkt vor dem Kauz ist, dann hilft auch die schönste KI nichts mehr, weil das Bild geht dann einfach nicht mehr.
Ruth Vey-Herdalot
Nein, aber wie gesagt, wir konnten da sehr, sehr viel ausprobieren. Wobei ich dazu noch sagen möchte, der Chris sagte dann, wir sind dann langsam gegangen, weil der Bus ist ja ungefähr wo der war und als wir uns dann dem Baum näherten, sagte er, guck mal gut, das ist der Baum, da wollen wir hin. Wir gehen aber jetzt erst ein Stück langsam weiter auf den Weg, bauen unser Stativ und Kamera auf und dann gehen wir mit dem Equipment ganz langsam zurück. So haben wir uns dem also genähert und dann haben wir da gestanden und dann probiert. Tja, das ist die Geschichte zu meinem Waldkauz, über den ich so glücklich bin. Ich meine, Leute, die Eulen jagen, können das vielleicht ein bisschen nachvollziehen. Aber es war für mich ein Wunschtraum, der in Erfüllung gegangen ist.
Michael Koopmann
Ja, das denke ich mir. Das ist ein Bild, was wirklich auch wert ist, weil man einfach dieses Erfolgserlebnis hat, dieses Tier dann endlich auf dem Bild zu haben. Und ja, wie man hier sieht, man kann dann auch eine wunderbare Geschichte dazu erzählen. Das ist halt nicht nur einfach ein Bild, sondern auch ein Erlebnis, was da mit dran hängt.
Ruth Vey-Herdalot
Ich wollte gerade sagen, es ist auch die Freude, dieses Tier wirklich in der Natur, in seinem natürlichen Umfeld gesehen zu haben. Ich kann in Eulenspflegestationen oder solche Wildtierparks gehen, wo es ja auch so Eulen gibt, die man sich dann da angucken kann. Das habe ich auch mehrfach gemacht, weil es gibt ja doch einige Eulenarten, aber das ist halt was anderes, als das Tier in freier Natur sehen zu dürfen.
Michael Koopmann
Ja, es ist für so Leute wie mich, die da viel zu ungeduldig sind, da irgendwie im Wald zu stehen und auf irgendwas zu warten, was dann vielleicht irgendwann mal kommt, weil so mein Ding ist es nicht. Dann gehe ich da lieber in die Eulenstation und gucke, dass wieder eine Eule vor die Kamera gehalten wird.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, also sagen wir mal so, ich gehöre jetzt auch nicht zu den Geduldigsten. Wenn ich jetzt wirklich wüsste, ich meine, ich habe einen Wald, den Kottenforst hier um Bonn herum, der fällt bei mir 100 Meter vom Haus weg an und ich bin da auch häufig, da kenne ich so ein paar Waldwege, da treibe ich mich dann auch rum, weil ich dann genau weiß, so hier muss der rechts oder da muss der links oder sonst irgendwas. Aber wie gesagt, da gibt es natürlich auch einiges an Vögeln, aber das ist ein bewirtschafteter Wald. Was hier einfach fehlt, sind ganz alte Bäume, die eben solche Löcher haben oder Totholz, weil das halt entsorgt wird.
Michael Koopmann
Naja, unsere Wälder sind dazu aufgeräumt.
Ruth Vey-Herdalot
Genau, deswegen behaupte ich mal, also ich bin auch schon abends in der Dämmerung unterwegs gewesen, auch speziell jetzt im Winter, wenn die dann ja sehr aktiv sind und ihre Balzzeit haben oder wie auch immer man das jetzt nennt. Ich habe ja auch noch nie einen Rufen hören. Also von daher gesehen behaupte ich, dass zumindest in meinem Umkreis, ich sage mal so zehn Kilometer um mich herum im Wald, keine sind. Wobei ich natürlich auch nicht den ganzen Wald erlaufen habe.
Michael Koopmann
Ja, ich kenne das aus meiner Heimat im Sauerland, wenn die da rufen und dann so eine Nacht im Tal, die können auch ganz schön laut sein. Das hört sich wirklich so ein bisschen wie im Horrorfilm an.
Ruth Vey-Herdalot
Die sind wirklich recht laut. Das nützt mir dann auch nichts, weil wenn ich die abends höre, da ich noch da zum Nachtblind bin, kann ich auch im Dunkeln nicht in den Wald gehen, weil das nützt mir nichts.
Michael Koopmann
Aber zumindest weiß man, dass einer da ist, ja.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, genau. Aber ich meine, dass der dann da ist. Wo ist der dann? So die Leute… Die wirklich guten Tierfotografen, die verbringen wirklich sehr viel Zeit und sehr viel Geduld, die Habitate zu lesen, systematisch zu suchen, immer und immer und immer und immer und immer wieder. Also ich denke auch, der Chris hat so einen Kauz nicht in zwei Tagen gefunden.
Michael Koopmann
Stimmt nicht. Ich würde das auch direkt mal hier als Einladung aussprechen. Vielleicht hört ja gerade so ein Tierfotograf zu, der die letzten drei Monate im Wald verbracht hat, um was auch immer Besonderes fotografiert zu können. Und kann vielleicht mal ein Bildchen mit in den Podcast bringen und erzählen, was er denn in diesen langen Zeit gemacht hat, um an dieses Tier zu kommen und wie viel Aufwand das dann alles bedeutet hat.
Ruth Vey-Herdalot
Fände ich auch toll. Deswegen lobe ich mir ja YouTube, weil da findet man ja sehr viele gute Tierfotografen und auch sonstige Fotografen natürlich. Aber ich habe halt so ein bisschen Fokus auf Tiere, Pflanzen, Pilze, Natur. Egal.
Michael Koopmann
Und gerade die Videos von Chris Kauler auch, die sind ja gigantisch, was der da für tolle Videos nach YouTube stellt. Da packe ich bestimmt mal ein paar Links in die Shownotes.
Ruth Vey-Herdalot
Ja gut, der bringt ja von Hause aus schon sein Biologiestudium mit, hat ja sehr früh angefangen zu fotografieren, weiß extrem viel über die Tiere, über die heimische Natur. Der hat ja auch fünf Bücher, heimische Tiere rauszugeben, die stehen alle ganz brach bei mir, wo er auch Tipps zur Fotografie gibt. Und dann beschreibt er auch manchmal, irgendwann war er mal unterwegs und wollte eine Meise im Flug erwischen, so frontal auf ihn zu, aber dann natürlich vor einem tollen Hintergrund und knackig scharf. Und er hat dann gesagt in irgendeinem Video, ich glaube, da ist er an einem Tag mit über 10.000 Bildern nach Hause gekommen. Und davon war dann eins so, was ihm gefiel.
Michael Koopmann
Immerhin eins, ja.
Ruth Vey-Herdalot
Ja, aber das gibt ja einem vielleicht mal eine Vorstellung, was da für ein Aufwand hinter ist. Alleine 10.000 Bilder sichten zu wollen, boah.
Michael Koopmann
Ja, einfach man sieht solche Bilder immer auf Instagram oder so und denkt sich, boah, was für ein super tolles Bild, das hat ja mal eben so geschossen. Ne, meistens hängt so bei so einem Bild ja dann doch viel mehr Arbeit als so ein schneller Glücksschuss, sondern da muss man schon ein bisschen was für gemacht haben, um an das Bild dran zu kommen.
Ruth Vey-Herdalot
Wenn ich mir jetzt Leute überlege, die dann irgendwo im Harz unterwegs sind, auf der Suche des Luchses oder Wölfen, wie viele Wochen und Monate die da verbringen, um überhaupt mal die potenziellen Habitate auszuführen. Die suchen nach Code, nach Spuren. Ich glaube, es heißt gar nicht Code, aber man sieht es mir nach. Der Aufwand ist enorm und deswegen habe ich mich so wahnsinnig gefreut, dass der Chris mir da zu diesem Erlebnis veräufelt hat, was natürlich bleibende Spuren hinterlässt bei mir.
Michael Koopmann
Ja gut, ich sehe, wir sind schon wieder über die 20 Minuten gekommen, deswegen muss ich es dir jetzt erstmal sagen. Vielen, vielen Dank, dass du dieses Bild mitgebracht hast und ich habe hier noch ein zweites Bild von dir liegen, wo wir uns ja ein bisschen ins Unterholz begeben werden. Das ist dann aber was für eine andere Folge des Podcasts an irgendeinem anderen Mittwoch. Und ich würde mich freuen, wenn dann wieder die Zuhörer auch hier einschalten. Aber bis dahin vielen Dank, Ruth, für dieses tolle Bild.
Ruth Vey-Herdalot
Ich bedanke mich für die Einladung und wünsche dir noch einen schönen Tag.
Michael Koopmann
Dir auch einen schönen Tag und allen Hörerinnen auch einen schönen Tag. Bis dann. Auf Wiederhören.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


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