Mit Rachel Holbach spreche ich über Portraitfotografie als ehrlichen Blick auf den Menschen. Die Episode zeigt wenn man sich Zeit nimmt, Vertrauen aufbaut und Menschen so begegnet, wie sie wirklich sind, echte Schönheit im Bild festgehalten werden kann, – fern ab von Filter, Perfektion und Social-Media-Inszenierung. Einfach ansteckend ist das herzliche Lachen im Bild,
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Vielen Dank. Bis zur nächsten Episode am kommenden Mittwoch!
📄 Zusatzinfos:
Diese Episode ist erschienen am 05.08.2026 und wurde aufgenommen am 28.05.2026.
Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.
Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts,Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.
Hallo, ich bin Michael. Ein Bild kann zeigen, was wir sehen oder auch das,was wir sehen wollen. Hier beginnt die Geschichte.Willkommen beim Podcast Bilder und Geschichten.Willkommen bei dieser neuen Folge heute mit einem neuen wunderbaren Bild undnatürlich mit einem neuen wunderbaren Gast.Heute habe ich die wunderbare Rachel Holbach bei mir. Hallo Rachel.
Rachel Holbach
Hallo, danke, dass ich kommen darf.
Michael Koopmann
Sehr schön, dass du bei mir bist. Wir kennen uns ja aus dem Fotografie-tut-gut-Freundeskreis,sind uns da schon bei den Treffen mehrfach über den Weg gelaufen und haben daoft eine gute Zeit verbracht.Deswegen bin ich sehr froh, dass ich dich heute überzeugen konnte,mit in den Podcast zu kommen.
Rachel Holbach
Ich freue mich. Es ist ein ganz tolles Projekt, was du hier hast.
Michael Koopmann
Ja, und das freut mich ja noch mehr, dass wir uns überhaupt kennen,denn du kommst jetzt hier nicht um die Ecke aus dem Ruhrgebiet,sondern du wohnst oben im hohen Dänemark.
Rachel Holbach
Richtig, ja. Und normalerweise wäre ich gar nicht so weit weg,zumindest vom Ruhrgebiet. Ich komme ja ursprünglich aus der Trierer Ecke.Es sind ja nur zwei Stunden, aber ja, inzwischen tausend Kilometer zwischen uns.
Michael Koopmann
Ja, und das ist leider nicht so mal eben abgefahren, egal mit welchem Verkehrsmittel.
Rachel Holbach
Nein.
Michael Koopmann
Aber du bist nach da oben gezogen mit deiner Familie und hast dich da als Fotografinselbstständig gemacht und ja, versuchst damit ein bisschen Geld zu verdienen,versuchst aber auch weiter ein schönes Hobby mit der Fotografie zu haben.So habe ich dich verstanden.
Rachel Holbach
Ja, ganz richtig. Das ist ein, ja, so wie immer ein Balancegang.Wie erhalte ich mir die Spielerei und die Kreativität, während ich gleichzeitig Aufträge bearbeite.Und das ist ein Prozess, durch den ich gegangen bin und bin da aber ein gutes Stück weitergekommen.
Michael Koopmann
Und ihr habt da oben in Dänemark so viele schöne Ausdrücke, denn ich habe mirgerade zu der Vorbereitung auch nochmal den Begriff Hügge hier wieder mir hervorgeholt. Denn dieses,kulturelle Konzept für Wohlbefinden, Gemütlichkeit, Zufriedenheit im Alltagwollte ich mir eigentlich auch mal hier irgendwo groß an die Wand schreiben.Denn man vergisst das ja so im Alltagsstress viel zu oft, dass man es auch sicheinfach mal gut gehen lässt.
Rachel Holbach
Kann ich nur empfehlen. Das ist ein Lebensgefühl, was sich hier komplett durchdie dänische Kultur zieht.Und einfach eine gute Zeit gemeinsam zu haben, auch mit Freunden,aber es kann man sich auch für sich alleine natürlich einrichten,ist definitiv eine gute Sache für die eigene Gesundheit auch.
Michael Koopmann
Ja, die Hügel, das sollten wir in Deutschland viel, viel mehr adaptieren.
Rachel Holbach
Ja, auch im Arbeitsleben, finde ich.
Michael Koopmann
Ja, auch da. Und wenn ich dich recht verstanden habe, ist das Bild,was du mir hier heute mitgebracht hast, auch im Endeffekt so ein bisschen darausentstanden, dass du dir ein Projekt so neben deinem Arbeitsalltag gesucht hastund da ja so ein bisschen die Fotografie,wieder zu leben, zu fühlen und das zu machen, was einem wirklich auch Spaß macht. Erzähl mal.
Rachel Holbach
Ja, also entstanden ist das Projekt. Ich hatte die Idee schon etwas länger undoft ist es ja nicht, bei mir ist es zumindest nicht so, dass ich eine klare Vorstellung von…Den Fotos habe, die ich im Endeffekt schaffen möchte.Oder es ist oft eine Fragestellung oder irgendwas, was mich bewegt.Und hier in dem Fall war es so, dass ich tatsächlich eine Pause gemacht habevon kommerziellen Aufträgen, weil ich gemerkt habe, mir fehlt so irgendwie mein eigenes.Da hilft mir eigentlich auch immer ganz gut der Freundeskreis Fotografie tutgut. Der holt mich immer so ein bisschen zurück und erdet mich.Wie du schon sagtest, ist ja der Ort, wo wir uns kennengelernt haben.
Michael Koopmann
Schöne Grüße.
Rachel Holbach
Genau, ganz liebe Grüße an alle. Einfach auch, weil so viele unterschiedlicheRichtungen sind, aus denen heraus fotografiert wird. Das finde ich total inspirierend.Und was mich in meinem Alter momentan, und das ist sicherlich ein alter Hutthematisch, beschäftigt, ist das Thema der Schönheitsideale.Insbesondere in einer Welt, in der, wie ich finde, Eingriffe größerer Natur,aber auch die sogenannten minimalinvasiven Eingriffe wie Botox und Filler immermehr Einzug erhalten in unseren Alltag. Und das…Erschreckenderweise für mich immer mehr normal werden.Und ich bin gar nicht darauf aus, irgendwas zu verurteilen.Und gleichzeitig erschreckt mich der Trend, weil ich immer mehr,um mich herum Männer, aber auch Frauen, vor allem Frauen, sehe und erlebe,die in einem Ideal hinter rennen und die alle irgendwie die gleichen Masten tragen.Und dem wollte ich irgendwas entgegensetzen. Also habe ich angefangen,die Menschen zu fotografieren, die ich als schön und stark sehe,aber nicht, weil sie diesem Ideal direkt entsprechen, sondern irgendwas mit sich tragen.Ich weiß nicht, ob das klar geworden ist.
Michael Koopmann
Ja, das ist wieder diese Thematik Social Media, dass man einfach nur noch immerschöne Menschen sieht, die halt irgendwie perfekt aussehen. Entweder durch Filterauf den Bildern oder, wie gesagt, auch durch diese Eingriffe.Dass man halt irgendwie so aussieht und jeder dann meint, diesem Schönheitsidealhinterher eifern zu müssen.Obwohl es ja jetzt durch Social Media nicht mehr schöne Leute gibt,sondern die einfach nur viel, viel präsenter sind.Aber ich denke, dass dadurch einfach so viele Menschen und wahrscheinlich auchgerade die Kinder einfach beeinflusst werden und meinen, ja auch so aussehen zu müssen.Obwohl ich das oft gar nicht so schön finde.
Rachel Holbach
Und das eine ist ja die Auseinandersetzung mit meinem eigenen inneren Prozess.Also ich merke auch jetzt gerade in meinen 40ern, ich sehe jetzt auch den Alterungsprozessdeutlicher, aber ich mache mir halt auch, ich habe Kinder und mache mir natürlichauch Gedanken um meine Kinder.Also welches Schönheitsideal geben wir eigentlich da weiter?Und die Frage ist, natürlich ist es eine Privatsache, aber ist es noch eine Privatsache,wenn beispielsweise, wie du auch sagst, Influencer und InfluencerInnen mit ihrenEingriffen auf sozialen Medien werben und damit das Selbstbild der ganzen Generationen,Ja, manipulieren.
Michael Koopmann
Genau das ist das richtige Wort.
Rachel Holbach
Will ich schon fast sagen. Also wenn wir da mitmachen, sind wir da nicht Teileiner neuen Norm. Also einer Norm, wo das das Neue normal ist. Also glatt auszusehen.Und es ist seltsam, auch aus fotografischer Sicht, wenn man das sieht,man merkt dann manchmal, irgendwie ist da was anders in dem Gesicht von derPerson, die ich hier kenne.Irgendwas stimmt mit der Mimik nicht.Und verstehst du, was ich meine? Wir Menschen reagieren ja auf Mimik,auf Gestik, auf Lachen, auf kleine Kleinigkeiten im Gesicht.Und ich merke, dass mich das manchmal, im Dänischen sagt man,irritiert. Das ist nicht negativ gemeint, aber so ein bisschen,irgendwas stimmt hier nicht.
Michael Koopmann
Ende, du bist ja vollkommen richtig, weil Social Media, muss man sich einfachbewusst werden, durch die Algorithmus, ist es ein System, was uns beeinflussen will.Denn es will am Ende des Tages unsere Aufmerksamkeit und damit dann auch nachherunser Geld bzw. die Werbeeinnahmen haben.Und es ist jetzt egal, ob es bei solcher optischen Sachen sind,wo es uns beeinflusst. Einmal Faltencreme gegoogelt, dann wird man halt nurnoch schönere Leute sehen, damit man halt bloß noch mehr von der Creme kauft.Und das gleiche halt auch bei Meinungen, wo halt auch es nur darum geht,Meinungen halt zu polarisieren und dadurch halt auch nochmal wieder mehr Klickszu sammeln und naja, inzwischen dann ja auch wirklich politisch uns dann zu beeinflussen.
Rachel Holbach
Ja, absolut. Also stell dir vor, als ich Mutter geworden bin, Ende 20…Anfang meiner 30er und ich würde sagen, da sah ich noch natürlich jünger ausals jetzt, da habe ich Werbung gekriegt von Mami Makeover.Bei Facebook wurde mir zugespielt und ich dachte, wie kann das?Ich habe mich schon beleidigt gefühlt.Was soll das sein? Ein Mami Makeover, also ein Rundumschlag,einmal alles liften und zurecht platzieren, was auch immer das Ideal dahinter sein soll.Und wie gesagt, Mir geht es nicht darum, persönliche Entscheidungen zu verurteilen.Ich will einfach nur gerne verstehen.Und in dem Prozess versuche ich tatsächlich auch meine eigenen,sehr ambivalenten Gedanken offen zu legen und dem eine kraftvolle Antwort entgegenzusetzen.Auf der Suche nach Schönheit und Stärke, fotografisch gesehen,mit Frauen, die ich als schön und stark sehe, ganz ohne Maske.
Michael Koopmann
Ja, und ich denke mir jetzt gerade, wenn wir jetzt wieder auf die Fotografiezurückkommen und wir eine Person haben, die vielleicht auch wirklich eindeutigeFalten im Gesicht hat, aber diese Falten können ja dann auch wieder eine Geschichte erzählen.Das ist ja auch alles Leben, was gelebt wurde.Vielleicht die Falten durch gute oder schlechte Sachen entstanden,aber sie sind halt da und sie sind entstanden und das will ja auch erzählt werden.Also vielleicht noch eine Idee für einen neuen Podcast, Falten und Geschichten,verschenke ich gerne, darf gerne jemand übernehmen.
Rachel Holbach
Bitte, wir brauchen mehr davon.Gerade für die jüngere Generation, das habe ich neulich auch nochmal gelesen,wie schön wäre es doch, wenn wirnicht über das Altern als was Schlechtes reden, sondern als was, was…Schön ist, dass wir Erfahrung haben, wenn wir älter werden, dass wir sagen,hey, wie cool, da ist jemand, der ist schon 50, boah, 50 würde ich auch gernemal werden, so wie früher hat man gesagt,oh, wann werde ich endlich 18, dann kann ich machen, was ich will,wann werde ich endlich 70,dann bin ich in Pension und kann reisen.
Michael Koopmann
Genau, die Zeit nutzen.
Rachel Holbach
Genau, und bin völlig entspannt und habe so viel Lebenserfahrung gesammelt.
Michael Koopmann
Ich würde mal einmal versuchen, auf unser Bild zu kommen, weil die Zeit rennthier gnadenlos weg und sonst werden wir wirklich zum Podcast falten und Geschichten.Aber es geht ja um Bilder und Geschichten. Und das Bild, was du mir heute mitgebrachthast, ist ja ein Hochformatbild mit, ja grob würde ich sagen,einem Porträt, auch wenn wir eine Frau formatfüllend drauf.Aber sie guckt nicht in die Kamera, sondern sie ist gerade wirklich herzhaft am Lachen.Die Augen geschlossen, wird aber so ein bisschen an der Kamera vorbeigucken.Sie hat blonde Haare, sie hat ein schwarzes Spitzenkleid oder Hemd an und stehthalt vor einem verschwommenen Hintergrund Natur. Man sieht irgendwie,ich würde sagen, ein paar Bäume, ein bisschen Wasser.Und ja, man sieht einfach dieses herzhafte Lachen, was gerade bei ihr rauskommt.Also du musst einen sehr, sehr guten Witz erzählt haben.Und durch das Lachen kommt natürlich auch die Falten ein bisschen mehr im Gesichtraus, obwohl die jetzt gar nicht stark sind.Natürlich sieht man um den Augen so ein paar Falten, ein paar Lachfalten undauch um den Mundwinkel. Aber das Bild sieht förmlich ansteckend aus.Also ich hoffe, wer jetzt mit drauf guckt, dass er auch zumindest am Schmunzeln ist.Denn es ist wirklich so ein herzhaftes Lachen, dass ich auf jeden Fall wissenmöchte, was du da Lustiges erzählt hast.
Rachel Holbach
Also ich kann mich tatsächlich nicht mehr erinnern, was ich mit dir gesagt habe.Wir hatten einfach eine richtig gute Zeit. Das ist eine sehr enge Freundin von mir.Und ich wollte sie fotografieren, weil sie für mich einer der Menschen ist.Das kennst du bestimmt auch, die strahlen, wenn sie den Raum betreten.Und sie ist jemand, der wirklich das Beste sehen will und hervorrufen will in dir.Und sie wirkt auf mich auch so unglaublich stark und präsent und wahnsinnigpositiv. Und deswegen wollte ich sie unbedingt fotografieren und ihre Facetten zeigen, wie sie sind.Und das ist auch unser beider Lieblingsbild, das hier.Also dieses Herzhafte. Und wenn ich dieses Foto sehe, und es geht ja auch genauso,darüber haben wir uns ja schon ausgetauscht, ist auch ganz interessant,dann im Nachgang nochmal die Bilder so nachzubearbeiten im Gespräch.Da geht es ja auch so, dass dieser Moment, dieses Gemeinsame in meinem Lebenwieder direkt da ist. Das merke ich jetzt auch, wenn ich darüber spreche.Also mich ganz mit Wärme erfüllt, will ich fast sagen. Und wir hatten einfach eine gute Zeit.
Michael Koopmann
Ich muss jetzt zugeben, ich hatte bis jetzt so ein bisschen immer Respekt hier,Porträtbilder oder halt Menschenformat füllt mit in den Podcasts zu bringen,weil auch ich mich da mit dem Beschreiben schwer tue, hat man vielleicht geradeso ein bisschen gefühlt und,deswegen so ein bisschen Angst hat, wie bringt man das rüber und habe ich dannja doch noch kurzfristig für das Bild entschieden und nicht ein anderes,was du mir ja noch von der Melanie mitgebracht hast,aber ich bin halt einfach sehr froh, weil man gerade dieses Bild ja einfachrüberbringt, dass es halt nicht nur eine fotografierte Person ist,sondern einfach ein Moment, der wirklich, den du geschafft hast,mit der Kamera einzufangen und auf den Chip zu bringen.
Rachel Holbach
Genau, das ist ja meine Ambition. Also ich möchte, für mich ist Fotografie,auch wenn ich das kommerziell mache, immer eine relationelle Arbeit,also eine Beziehungsarbeit.Ich liebe es, diese Menschen kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören und dannauch so zu fotografieren, wie sie wirklich sind.Wer sind die, wenn die Masken fallen? Wir alle haben Masken und damit meineich kein Make-up und keine Fillers oder so. Wir alle haben diese Masken und,bewegen uns unterschiedlich in unterschiedlichen Situationen.Und ich hatte tatsächlich, also ich habe keine konkrete Vorstellung gehabt,aber natürlich hatte ich so Ideen im Kopf, auch so ein bisschen mit melancholivverbunden tatsächlich.Wir gehen zu einem See und wir haben auch so ein paar ruhigere Bilder,aber wir haben so viel gelacht. Wir hatten einfach wirklich Spaß daran,ja, diese Session zu machen.Und das ist sehr offen. Also ich gehe nicht dahin und sage, stell dich mal soKopf hoch und Haare hier aus dem Gesicht, sage ich schon noch,wenn man nichts sieht, aber ich versuche den Menschen mir gegenüber viel Raum zu geben, zu sein.
Michael Koopmann
Ich durfte durch den Fotografie-Tut-Gut-Freundeskreis, aber ich schließe jetztauch der Kreis wieder, ja auch mal in die Porträtfotografie so ein bisschenreinschnuppern hier mit der guten Beate Knappe, die so einen Workshop angeboten hatte.Und da habe ich auch erst kennengelernt, was eigentlich Porträtfotografie heißt.Sie hatte auch vor dem Kopf, naja, muss man dann viel Licht haben,einen Blitz und das alles positionieren und dann die Person natürlich irgendwiehübsch machen, dass die da entsprechend sitzt.Aber im Endeffekt, was ich bei Beate mitgenommen habe, ist, dass das alles total egal ist.Das Wichtige ist einfach, dass man die Person solange, ja, im Anführungszeichen zulabert, aber so lange halt mitnimmt,dass sie halt die Fotografie und alles drumherum vergisst und dann kann manirgendwann diese Bilder machen, die halt so komplett natürlich aussehen unddann halt wieder auf die Geschichte rüberbringen.Alles andere vor, ist gestellt und da sieht man dann im Kopf von dem Model odervon dem Porträt ja, ich sehe doch auch nicht schön aus und dann wird das Bildjetzt gut und all diese Gedanken sieht man nachher im Bild, wenn das so gekniffen aussieht.
Rachel Holbach
Ja, absolut. Das ist auch echt auch im kommerziellen Bereich,ob ich das jetzt kreativ mache, aber wenn ich das kommerziell mal zum Beispieljetzt in eine Firma rausfahre und dort Porträts mache, da hatte ich neulich nur zehn Minuten Zeit.Da habe ich mir dann die, ja genau, Was machst du?Ich habe dann halt wirklich versucht, erstens war ich kurz vorher schon malda und habe Licht gecheckt, bevor ich diesen Termin hatte, das mache ich eigentlichimmer und habe dann einfach gedacht, ich sage der Person schon mal Hallo,damit sie mich einfach mal gesehen hat und weiß, ich bin ein Mensch und ichbin nicht gefährlich, weil für viele ist das wirklich aufregend,vor der Kamera zu stehen und,versuche dann wirklich dem anderen so das Gefühl zu geben, hey,hier ist alles safe, wir machen das alles.Ganz achtsam und so anzuleiten, dass die Person sich noch wohl fühlt in ihrer eigenen Haut.Und trotzdem gute Bilder zu machen.
Michael Koopmann
Und ich finde das ja auch, dass man als Fotograf ja auch viel lernt.Also jetzt rein das Technische wie immer hier komplett ausgenommen.Das kann man ja eh irgendwie, wie man die Kamera einstellt.Aber wie man mit Leuten umgeht. Also ich bin jetzt ja auch sehr introvertierteigentlich und auch nicht die richtige Person für so einen Podcast.Aber es macht gerade bei dieser Porträtfotografie viel Spaß,auf die Person einzugehen und halt ihr wirklich dann diese Angst vor der Kamerazu nehmen und halt sie irgendwie so abzuholen, dass sie einen halt,ja, gar nicht mehr wahrnimmt.Oder zumindest halt dieses große schwarze Loch, die Kamera halt nicht mehr wahrnimmt,die man da vor ihren Kopf hält.
Rachel Holbach
Und dazu kommt, das ist ein gemeinsames, ein gemeinsamer Prozess.Ich komme hinein mit meinen Erfahrungen, mit meinen Ideen, aber mein Gegenüberkommt auch mit seinen Erfahrungen, seinen Ideen. Und vielleicht habe ich eineIdee, aber die passt überhaupt gar nicht zu der Person.Und dann kann es auch manchmal lustige Momente geben, wo man denkt,okay, das hier finde ich sehr seltsam zu machen.Aber okay, wir machen es einfach mal. Und dann auch offen zu sein für mein Gegenüber.Was bringt die Person denn jetzt mit?Und das ist ja eigentlich dieses Zusammenspiel, ist ganz, ganz wichtig.
Michael Koopmann
Ja, und ich denke auch, als Fotograf muss man dann einfach mal loslassen können.Man hat ja vielleicht seinen Plan im Kopf, den man irgendwie durchziehen will,aber meistens ist es ja so, nach der ersten Minute ist der Plan eh hin.Und ja, da muss man mal gucken, was man ausmacht. Und vielleicht entsteht wasganz, ganz anderes, aber dann halt diese besonderen Bilder.
Rachel Holbach
Also damit triffst du den Nagel komplett auf den Kopf. Das ist genau der Grund,weswegen ich fotografiere, weil ich loslassen kann.
Michael Koopmann
Das freut mich zu hören. Und ich glaube, das ist das auch, was wir hier allenmitgeben können. Selbst die Leute, die jetzt sagen, nee, Menschen fotografieren,das ist überhaupt nicht mein Ding.Aber vielleicht macht ihr doch mal so ein Porträt-Workshop mit,weil man auch so viel anderes halt für die Fotografie lernt,sei es halt wie Licht fällt oder halt mit Leuten umzugehen.Das lohnt sich und ist bestimmt auch für die eigene Fotografie,wenn man selbst nur Landschaften macht oder durch den Wald robbt und Pilze fotografiert,kann das mit Sicherheit auch weiterhelfen.
Rachel Holbach
Ja, ich habe nur gelacht, weil ich mir vorgestellt habe, wie man durch den Waldrobbt auf dem Boden, weil sich das schlimm finde, dass man Pilze fotografiert.Das ist ein tolles Motiv.
Michael Koopmann
Naja, auch da gibt es ja hier schon ein, zwei Folgen von den Naturfotografen,wo es ja auch schon ein paar nette Storys gibt, wie man plötzlich da irgendwoum den Waldboden liegt. Und ich glaube, das fällt mir gerade ein,Pilze und Pilzsporen fotografiert.
Rachel Holbach
Ja, wenn man mitten im Flow ist und alles um sich herum vergisst,kann das sehr schnell passieren.Ich glaube, ich habe im Winter mal letztes Jahr im Oktober, da war hier allesneblig und ganz weiches Licht. und dann bin ich runter auf die Felder,wirklich so ganz spontan, ich muss raus.Jetzt ist super Licht, vielleicht noch eine Stunde.Morgens und dann habe ich da Gras fotografiert. Also weil das Gras,da war überall so Tau drauf.Und das hat so ganz tolle Linien gebildet.
Michael Koopmann
Viele Bubbles dann wahrscheinlich, Lichtbubbles.
Rachel Holbach
Und dann ist auch einer da vorne vorbeispaziert mit seinem Hund.Und ich habe gemeint, was fotografierst du denn da?Und es hat sich aber herausgestellt, er war auch Naturfotograf, Wildlife-Fotograf.Der hat Rehe und Hirsche und so fotografiert mit einer krassen Linse.So ein richtig großes Ding hat er mir gezeigt.War dann toll, so ins Gespräch zu kommen. Aber erst mal so, was machst du da? Robst im Gras herum.
Michael Koopmann
Ja, Fotografen können schon manchmal sehr, sehr merkwürdig sein.Und es ist lustig zu hören, dass man auch untereinander, unter den Fotografenmanchmal sich fragt, was macht der denn da?
Rachel Holbach
Ja, genau.
Michael Koopmann
Aber da sind wir wieder dabei, wie breit dieses Thema Fotografie sein kann undwie viele verschiedene Ecken es hat. Und ja, ich hoffe, dass ich hier bei demPodcast so ein paar Ecken zeigen kann, was man denn so alles machen kann.Ja, ich gucke hier schon wieder auf die Uhr. Ich muss nochmal Danke sagen,dass du dieses schöne Thema mitgebracht hast und dieses Thema Schönheit halt auch mitgebracht hast.
Rachel Holbach
Ja, gerne.
Michael Koopmann
Denn ich denke mal, da kann jeder für sich ein bisschen was mitnehmen und vielleicht auch,deine Themen oder Projektidee mal für sich selbst mitnehmen und auch mal einpaar Leute fotografieren, abseits des Schönheitsideals und so wie hier auf demBild einfach die Stimmung auch mit einfangen.
Rachel Holbach
Unbedingt.Brauchen wir mehr von.
Michael Koopmann
Ja, und ich glaube, wir brauchen da eben viel, viel mehr von.Denn wenn ich hier so gucke, was auch noch KI mit sich bringt,KI-Bilder, die ja alle aussehen wie geleckt und so weiter, wird wahrscheinlichdas demnächst noch viel, viel schwieriger werden, Bilder abseits von diesem Mainstream zu zeigen.Aber ich denke, das ist umso wichtiger, wenn wir Fotografen dann solche Bilder auch mit reinbringen.
Rachel Holbach
Ja, das denke ich auch. Wir haben da auch eine Verantwortung,finde ich, als Fotografin.
Michael Koopmann
Auf jeden Fall und vielleicht demnächst sogar so ein bisschen mehr,ja, einfach auch eine Pflicht, das mit reinzubringen, einfach um so einen Gegenpolbilden zu können und nicht nur diesen ganzen AI-Slop über Instagram und Co. uns anzugucken.
Rachel Holbach
Ja, sehe ich genauso.
Michael Koopmann
Deswegen, Leute, geht raus, nehmt eure Kamera, macht schöne Bilder und vielleichtbringt so ein Bild auch mit hier in den Podcast und erzählt doch über die Geschichte,die ihr da erlebt habt oder die ihr da aufgenommen habt.Schreibt mir unter podcast.bilderzeigen.de und dann seid ihr vielleicht demnächstauch hier in einer der Folge an einem der nächsten Mittwoche hier im Podcast.Rachel, ich danke dir vielmals, dass du hier im Podcast warst.Ich wünsche dir dennoch einen wunderbaren Tag heute in Dänemark.Dankeschön. Da oben grüßt mir die Nord- und Ostsee, je nachdem,was du gerade als nächstes siehst.
Rachel Holbach
Ostsee.
Michael Koopmann
Dann auf jeden Fall die. Und ja, ich hoffe, dass wir uns demnächst irgendwannmal wieder irgendwo über den Weg laufen mit der Kamera in der Hand.
Rachel Holbach
Ja, so gerne. Sehr gerne. Danke, dass ich da sein durfte.
Michael Koopmann
Sehr, sehr gerne und auf Wiederhören dann. Bis demnächst im Podcast.
Rachel Holbach
Tschüss.
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