Dia 29 – Steampunk im Bahnmuseum mit Burkhard Pook

Genre:

Wir sprechen über Burkhards Begegnung mit einer faszinierenden Subkultur, in der Kostüme, Geschichte und Fantasie zusammenkommen. Aus einem Besuch im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen wurde eine ganze Bildgeschichte rund um Steampunk, sorgfältig inszenierte Figuren und ein Setting, das wie aus einer anderen Zeit wirkt.

Foto: Burkhard Pook

Die Ausstellung ‚Wem gehört die Eisenbahn?“ ist noch bis ende des Jahres im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen zu sehen.

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Burkhard Pook

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Diese Episode ist erschienen am 29.07.2026 und wurde aufgenommen am 12.05.2026.

Titel-Melodie: „Der weite Blick“ generiert von M. Koopmann mit musichero.ai

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

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Michael Koopmann
Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ein Foto hält einen Moment fest und manchmal auch noch viel mehr. In jeder Folge entdecken wir, welche Geschichte daran liegt. Ein Gast, ein Bild und Zeit fürs Kopfkino. Willkommen zur neuen Folge von diesem Podcast Bilder und Geschichten und natürlich mit einem neuen Bild und diesmal auch wieder mit einem neuen Gast, denn ich habe heute den Burkhard Puck hier bei mir. Hallo Burkhard.
Burkhard Pook
Hallo Michael, grüße dich. Freut mich und danke für die Einladung.
Michael Koopmann
Ja, sehr schön, dass du zu mir gefunden hast. Du kommst auch aus dem Verein Objektiv Art 96. Da hatte ich ja schon die Beate bei mir und die Eva bei mir. Und damals bei der Ausstellung in Witten haben wir uns kennengelernt und jetzt sind wir auch dann zusammengekommen.
Burkhard Pook
Ja, ganz genau. Soll ich ein bisschen was erzählen? Ja, sehr gerne. Ja, also ich bin ja schon etwas länger da im Fotoclub, nämlich etwas über 20 Jahre. Ich glaube, 21 Jahre sind es jetzt mittlerweile.
Michael Koopmann
Das ist eine lange Zeit.
Burkhard Pook
Ja, das ist wirklich eine lange Zeit. Und ja, damals hatte der Club gerade 40 Mitglieder und jetzt sind es, glaube ich, so über 140. Also war alles noch etwas überschaubar. Ja, ich komme eigentlich aus der People-Fotografie. Du hast ja teilweise die Bilder gesehen bei Instagram, das mache ich beruflich. Also das heißt, ich habe für Agenturen gearbeitet, diverse. Und dann kam so langsam Corona und dann wurde alles so ein bisschen weniger, weil viele da nicht arbeiten durften. Und auch das Studio war dann geschlossen während der Corona-Zeit. Und da habe ich dann so zur Naturfotografie und zu allem anderen halt gefunden. Notgedrungen, aber auch dann mit viel Spaß natürlich. Ja, dann kam Beate Schäffler in den Fotoclub. Und ja, dann lernt man durch andere Mitglieder dann auch eben andere Arten der Fotografie kennen.
Michael Koopmann
Genau, das haben wir hier im Podcast schon gut gezeigt, wie breit die Fotografie ist. und gerade Beate mit ihrer künstlerischen Fotografie mit den ICMs.
Burkhard Pook
Ja, ganz.
Michael Koopmann
Natur und Street haben wir hier schon gehabt, aber an so die Menschenfotografie jetzt außerhalb der Straßenfotografie habe ich mich hier noch gar nicht so recht dran getraut. Und jetzt versuche ich mal mit dir so langsam da den ersten Weg rein zu bekommen und mal gucken, ob wir mehr demnächst hier drin haben.
Burkhard Pook
Ja, also die mit den Steampunk-Fotos, das kam eigentlich so mehr oder weniger durch Zufall. Ich habe schon häufiger gelesen, dass irgendwelche Veranstaltungen waren, auch hier in Bochum in der Jahrhunderthalle, aber so richtig interessiert hat mich das nicht. Bis mich im letzten Jahr ein befreundeter Fotograf mal angesprochen hat, dass in Dortmund auf der Ziche Zollern wieder so eine Veranstaltung ist. Und er würde ein paar von den Damen und Herren, die da sich in Steampunkkleiden, kennen und vielleicht treffen wir die da. Da bin ich mal mitgegangen und war so begeistert von den Kostümen und von den Damen natürlich auch und den Herren, mit welcher Sorgfalt und mit welcher Intensität die da sich bekleiden und dann einfach so da rumliefen. Da haben wir ein paar ganz tolle Fotos gemacht.
Michael Koopmann
Ich glaube, wir müssen mal kurz erklären, was denn Steampunk ist. Das wird vielleicht nicht jedem was sagen.
Burkhard Pook
Ja, also Steampunk kommt wohl aus dem englischsprachigen Raum. Also Steam wie Dampf auf Deutsch, hat wohl viel mit den alten Eisenbahnen zu tun und das Punk eben, ja Punk, den Ausdruck kennt auch jeder, allerdings nicht so diese Punker, wie man sie kennt mit so einem Irokesenhaarschnitt, sondern einfach nur, Punk heißt eigentlich ja im Englischen sowas wie, nicht gerade ein böser Mensch, aber ebenso, der alles anders machen will.
Michael Koopmann
Das versuchen die ja auch, dass sie im Endeffekt eine Zeit komplett anders deuten und zwar so ein bisschen irgendwie aus dieser ganzen Jules Verne, H.G. Wells Welt, dann halt diese, ja im Endeffekt die aktuelle Zeit so zu nehmen, als ob die Dampfmaschine immer noch aktuell wäre, aber halt entsprechend modern interpretiert, was ja dann sehr interessante Maschinen ergibt.
Burkhard Pook
Ja, ganz genau, ganz genau. Eben du und die Kleider dann auch eben so ein bisschen aus der viktorianischen Zeit und ja, alles so gemixt eben so. Es gibt keine festen Regeln. Manche sind mehr sexy, sag ich mal, manche sehr, sehr, sehr keusch und auch vom Alter her sind das weniger so die ganz jungen Leute, sondern schon eher so im gesetzten Alter. Gut, ist natürlich auch eine Kostenfrage sich solche Kleider entweder zu kaufen oder selbst zu schneidern und.
Michael Koopmann
Ist auch wenn man ein wahnsinnig schönes Hobby durchbekannt da konnte ich da auch schon mal reinschnuppern und bin auch schon mal kostümiert mitgegangen, es gibt da sehr sehr schöne Veranstaltungen, wo ich mal einen Link hier in die Shownotes packe, da einfach mal vorbeigucken sich das einfach mal anschauen und vielleicht macht ihr da ja auch mal mit und ja, wenn ihr nicht fragt, kann man doch immer mal ein paar nette Bilder machen, die sind eigentlich sehr sehr froh, wenn Sie einen schönen Fotografen haben, der ein paar schöne Bilder macht in der passenden Szene.
Burkhard Pook
Ganz genau so ist es, ja. Und diese Veranstaltungen sind ja mittlerweile europaweit und ich hatte sogar auf einige Fotos Resonanzen von einer Dame aus Australien.
Michael Koopmann
Ach, Wahnsinn.
Burkhard Pook
Also ich glaube, das ist mittlerweile weltweit, zumindest in der, westlichen Welt sozusagen. Ja, und ja, ich hatte dann, nach dieser Veranstaltung auf Zeche Zollern, waren noch ein paar andere in Essen und im Münsterland irgendwo und die Bilder sind alle sehr gut auch beim Veranstalter angekommen und, Und ja, dann sagte ja der Fotoclub, dass wir vorhaben, im Eisenbahnmuseum eine Ausstellung zu machen. Also rund ums Thema Eisenbahn. Und Beate sprach mich dann an, ob ich nicht Interesse hätte, dann mal eben von diesen Steampunk-Fotos welche einzustellen. Weil alle anderen, waren ja reichlich viele andere Mitglieder, die Fotos gemacht haben. Aber rein ums Thema Eisenbahn ebenso. Also da wurden Schienen fotografiert oder Haltesignale und ich sag mal mehr oder weniger so im technischen Bereich. Und Personen wurden weniger fotografiert. Beate hatte, glaube ich, von einem aus Kasachstan oder wo sie da mal war, einen Schaffner fotografiert und so. Ja, und da kam die Idee, dass ich mal mit den Damen nochmal ins Eisenbahnmuseum gehe und da ein paar Fotos mit denen mache.
Michael Koopmann
Ja, und das Thema passt natürlich perfekt zusammen. Ein Eisenbahnmuseum, wo man ja die Dampftechnik hat, in Bochum-Dannhausen, die ja eine riesengroße Ausstellung haben und auch eine Dampflok ab und zu mal im Betrieb. Und die beiden Sachen kommen ja dann wunderbar zusammen. Deswegen habe ich auch dieses Bild direkt ausgewählt, weil das sprach mich natürlich dann direkt auf zwei Ebenen, an Eisenbahn und halt Steampunk. Das musste halt hier im Podcast.
Burkhard Pook
Ja, schön. Freut mich. Ja, und dann ging es ja darum, also nicht nur ein paar Bilder, da auszustellen in der Eisenbahnmuseum Ausstellung, sondern ich wollte auch so eine schöne Geschichte dazu haben. Und da habe ich mir vorher was überlegt, habe dann natürlich auch noch mal ein bisschen durch KI das erweitern lassen, habe dann also dem KI, sag ich mal, so eine kleine Vorlage gegeben, so ein Storyboard gemacht und so. Und die ist dann ganz schön geworden, die habe ich dann natürlich auch noch mal ein bisschen abgeändert und so ist dann aus diesen fünf Bildern, die da in der Ausstellung hängen, eine richtig schöne Geschichte geworden. Ich habe ja schon so ein paar Resonanzen, dass die Story auch ohne die Bilder ganz schön gewesen wäre.
Michael Koopmann
Also so können wir heute mal den Podcast umdrehen in Geschichten und Bilder, dass die Geschichte vorher da war und daraus dann das Bild entstanden ist.
Burkhard Pook
Ja.
Michael Koopmann
Ich würde mal einmal für die Zuhörerinnen und Zuhörer da draußen mal versuchen, einmal das Bild zu beschreiben, was wir jetzt gerade oder hier gerade auf dem Bildschirm sehen und dann auch in der Podcast-Webseite zu sehen ist, Denn wir haben ja ein wunderbares Hochkantbild, was halt ja so eine Geschichte erzählt, wirklich von dem Abschied, würde ich mal behaupten. Und man sieht einen schönen grünen alten Personenwagen, der in einem Zug eingereiht ist. Aus dem Fenster von diesem Personenwagen gucken zwei Herren, auch kostümiert mit Hut, strecken ihre Hand aus. Und zwar zu den beiden Damen, die auf der anderen Bildseite stehen in wunderbaren, so viktorianischen Kostümen mit langen, richtig schönen Kleidern und vielen Rüschen und allem Möglichen und auch geschmückten Hüten. Die eine Dame hat auch rote Haare und die andere Dame streckt gerade ihre Hand aus mit dem Taschentuch, als ob sie so den zum Abschied winkt. Ja, das Ganze ist dann auch eingerahmt, so von oben rechts mit dem Himmel, der rot angestrahlte Wolken hat, und im unteren Bereich sieht man auch so ein bisschen Dampf angedeutet von der Dampflog, die wahrscheinlich gerade da vermutlich abfahren will und den Zug dann wo auch immer hinzieht in dieser Steampunk-Welt.
Burkhard Pook
Ja, ganz genau so ist es. Also die ganze Geschichte, ganz kurz, ging eigentlich darum, dass sich eben die beiden Damen getroffen haben. Ich hatte also von beiden jeweils ein einzelnes Foto mit der Geschichte, dass die beiden sich treffen und sind dann in den Zug eingestiegen und haben dann die beiden Herren, was in Wirklichkeit ihre, Ehemänner sind, getroffen und der eine hat dann ein bisschen erzählt und der andere hat ein bisschen erzählt und bis sie dann angekommen sind und sich dann wieder trennen mussten und so. Und das war eben die Geschichte in fünf Bildern. Ja, jetzt habe ich vorige Tage nochmal mit dem einen Herrn gesprochen, mit dem ich da guten Kontakt habe im Eisenbahnmuseum. Die Ausstellung sollte jetzt eigentlich nur drei Monate gehen und die ist aber wegen der hervorragenden Resonanz verlängert worden bis zum Saisonende. Also das heißt, wann machen die im Eisenbahnmuseum zu? Glaube ich im Oktober oder November oder so.
Michael Koopmann
Ich glaube auch, ich würde das auch immer nochmal recherchieren, mit den Shownotes packen, denn ich bin froh, dass er verlängert wurde und ich habe es auch noch nicht in die Ausstellung geschafft. Das habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen und würde das hier natürlich auch jedem empfehlen, der zuhört, der mal in Ruhrgebiet ist, nach Buchmann-Hausen zu fahren, sich die Ausstellung anzugucken. Aber auch dieses ganze Eisenbahnmuseum. Also wer auch Details fotografieren will und sonst was ist da halt irgendwie im Wonderland. Da gibt es alles.
Burkhard Pook
Ja, ist auf jeden Fall sehenswert. Also die ganzen alten Dampfloks oder auch so kleinere Schienenbusse und was es da alles gibt. Also die, die man, die viele gar nicht aus ihrer Jugend kennen, ist wirklich total sehenswert. Kann man nur empfehlen.
Michael Koopmann
Und inzwischen sogar modernes, selbst der Transrapid hat inzwischen den Weg dort ins Museum geschafft.
Burkhard Pook
Ja, ganz genau. Richtig. Der steht draußen im Gelände da auf so einer Schiene. Klar, genau. Also ist schon sehr interessant.
Michael Koopmann
Ich würde jetzt gerne mal zu dem Bild oder kommen und wie du das aufgemacht hast. Also du hast ja gerade erzählt, du hast erst mal mit Chat-Chip-IT dir so ein bisschen Gedanken gemacht, wie denn überhaupt so eine Story aussieht. Weil ich sage mal jetzt, das, was ich jetzt von meinem, naja, großen Halbwissen über People-Fotografie weiß, ist ja nicht nur, dass man da jetzt einfach irgendeine Person sich da vor die Kamera stellt und lächelt mal nett, macht ein Bild, sondern auch da muss man sich ja schon ein bisschen überlegen, was will ich für eine Geschichte erzählen, selbst beim Porträt. Muss ja irgendwas zu der Person, die zuguckt, ja auch rüberkommen. Und deswegen ist ja, glaube ich, schon sehr, sehr wichtig, sich am Anfang diese Gedanken zu machen, wie so ein Bild werden will und nicht einfach nur drauf loszuschießen.
Burkhard Pook
Ja, ganz genau. Ich hatte also mir über die Geschichte ja schon Gedanken gemacht, wie wir die Bilder gestalten, habe den Vieren das erzählt. Wir haben uns erst mal zusammengesetzt da draußen im Eisenbahnmuseum, habe denen nochmal alles erklärt, was ich mir so vorstelle. Und dann habe ich, ich sage mal, Regie geführt dann so. Also wir konnten dann an diesem Wagen gehen und dann habe ich zu der einen gesagt, Margarete, stell du dich mal da hin und du wartest jetzt auf deine Freundin. Und dann, natürlich macht man nicht nur ein Foto, weil es nicht immer sofort klappt, sondern, kennst du ja auch als Fotograf, man macht immer mehr.
Michael Koopmann
Dank Digital kann man auch mal zweimal abdrücken.
Burkhard Pook
Genau. Ja, ja, sind schon einige mehrere Fotos entstanden. Dann das gleiche mit der Aletta dann. Und ja, dann haben wir natürlich auch nochmal Fotos gemacht, die nicht unbedingt für die Ausstellung, gedacht sind. Und einfach damit die nochmal schöne Bilder haben oder ich auch zum Posten in Facebook, in Instagram und so weiter. Wir waren, glaube ich, im Eisenbausee um, wir haben uns um, wann haben die aufgemacht? Um 10 Uhr und sind um 17 Uhr wieder nach Hause gefahren.
Michael Koopmann
Ja, die Zeit rennt da, ne?
Burkhard Pook
Ja, aber natürlich mit einer schönen Pause. Wir hatten Glück mit dem Wetter, dass die Sonne einigermaßen schien. Es waren auch schöne Wolken, deswegen sind die Bilder ganz gut geworden. Und ja, hat also wirklich ganz hervorragend geklappt.
Michael Koopmann
Wie machst du das dann, um so die passenden Plätze zu finden? Hattest du da auch schon vorher eine ganz genaue Vorstellung oder warst du vielleicht sogar vorher schon mal an dem Ort? Oder hast du dich dann vor Ort so ein bisschen, überraschen lassen, was ist da und dann entsprechend das genutzt?
Burkhard Pook
Ich hatte das Glück, vor einigen Jahren schon mal da für eine Firma einen Kalender machen zu dürfen. Und da war ich im Eisenbahnmuseum, weil wie manchmal das Leben so spielt. Ich habe vor etlichen Jahren mal, da war ich in der Stadt und vor einem Fotogeschäft, und habe da so ein bisschen geguckt, auf einmal sprach mich ein Mann an, Hallo Burkhard, wie geht es dir denn? Das war ein alter Schulfreund, mit dem ich Anfang in der Volksschule, wie man damals sagte, zusammen war und haben uns danach nie wieder gesehen. Und jetzt im Rentenalter, hat er mir erzählt, hat er im Museum angefangen. Und so ehrenamtlich zu arbeiten. Ja, und dadurch habe ich jetzt die Möglichkeit, immer wenn irgendwas mal ist, wenn ich im Eisenbahnmuseum auch für einen Auftrag mal irgendwas machen soll für irgendeinen Kunden, brauche ich den Wolfgang nur ansprechen. Ich komme dann und dann dahin. Ja klar, komm vorbei und dann kannst du da shooten. Der hat mir alles, der hat mir dann auch natürlich, oder auch ein Kollege von ihm, hat mir dann Türen geöffnet, in die das normale Publikum gar nicht rein kann. Weil sonst zu viel zerstört würde da, wenn man nicht ein bisschen vorsichtig ist.
Michael Koopmann
Ja, gerade was draußen so steht. Aber es gibt ja wunderbare Waggons auch von innen, die wunderbar ausgestaltet sind und auch die Werkstätten. Da gibt es ja Motive in Massen.
Burkhard Pook
Ja, da war man in einem Waggon, da sind die Sitze mit dunkelrotem Samt beschlagen. Ist klar, wenn da jeden Tag hunderte von Leuten sich reinsetzen, ist der Samt bald… Glatt gesessen. Und deswegen sind die gesperrt. Man kann nur von außen reingucken. Aber wir durften dann für das Shooting eben da rein und auch in Lokomotiven. Die haben am Tag vorher noch extra eine Lok rausgefahren und haben die auch ein bisschen unter Dampf gesetzt. Und ja, das machen die natürlich nicht für das normale Publikum. Aber gut, wenn man Beziehungen hat. Und die wussten ja, dass das auch für die Ausstellung sein soll. Und da haben die sich selber ein bisschen Mühe gegeben.
Michael Koopmann
Ich denke, da lohnt sich auch immer einfach mal nett zu fragen bei solchen Museen, ob man da Bilder machen kann. Meistens sind die da sehr offen. Und wenn man dann vielleicht noch irgendwie sagt, hey, ihr könnt auch nachher ein Bild dafür eurer Flyer haben oder für eure Internetpräsenz, dann sind die eigentlich auch immer ganz glücklich. Das fehlt meistens immer gute Bilder, weil selbst wenn da Fotografen mithelfen, müsst ihr die mal mitschrauben. Die kommen dann selbst auch wenig zum Fotografieren.
Burkhard Pook
Also da war der eine Kollege, der war auch den ganzen Tag dabei, hat auch Fragen beantwortet. Die Männer waren natürlich interessiert über irgendwelche, PS-Zahlen oder wie viel Tonnen Kohle sonst ein Waggon braucht. Also hat er alles bereitwillig erklärt und war wirklich ein ganz, ganz toller Tag.
Michael Koopmann
Hätte ich auch direkt Lust drauf auf so ein Shooting?
Burkhard Pook
Also wie gesagt, das Eisenbahnmuseum bietet ja wirklich alles, von winzigen technischen Details über die großen Räder der Lokomotiven, die anderthalb oder größer als ich sind, zwei Meter große Durchmesserräder und das ist Wahnsinn. Also ist schon sehr interessant.
Michael Koopmann
Ja, also gerade wenn man jetzt die Dampftechnik nimmt und ich glaube deswegen ist auch beim Steampunk halt diese Faszination halt an dem Dampf, es ist halt wirklich eine Technik, die wie so ein Monster irgendwie zum Leben erweckt wird. Also ich habe ja selbst mal an Dampfloks gearbeitet. Und die auch mal geheizt. Und wenn man so eine Dampflokk halt von kalt wirklich anheizt, auf das man das Wasser warm kriegt und der Dampf entsteht, das ist wirklich, als ob man so eine Maschine zum Leben erweckt. Die fängt dann irgendwo mal hier an zu tropfen und da mal zu pfeifen. Das ist ein ganz langer Prozess, bis überhaupt so eine Maschine da mal wirklich, fahrfähig ist. Da hängt so viel Aufwand dran, das kann man sich kaum vorstellen.
Burkhard Pook
Ja, richtig. Richtig, ja, ja.
Michael Koopmann
Wenn wir gerade beim Dampf sind, ich sehe ja im Bild, du hast unten auch so ein bisschen Dampf reingemacht, aber das ist wahrscheinlich kein echter Dampf, da hast du wahrscheinlich ein bisschen die Bildbearbeitung herangeholt, um die Stimmung noch zu holen.
Burkhard Pook
Das ist richtig, ja, richtig, das ist richtig, genau. Also für Photoshop gibt es ja alle möglichen, ich sag mal Filter oder Pinsel oder wie auch immer. Und da habe ich so einiges, was man so im Laufe von 20 Jahren Berufserfahrung so angesammelt hat. Da gibt es dann auch eben so Dampffinsel oder sogar Bilder, die man aus dem Internet bekommt, die dampfähnlich sind. Und dann kann man da auch den Dampf unter die Lokomotive legen oder die Waggons und so weiter, damit es ein bisschen natürlicher aussieht.
Michael Koopmann
Ja, vor allen Dingen, ich finde ja gerade bei diesem Bild, was jetzt ja eh… Irgendwie eine Geschichte erzählt, die halt so nicht stattgefunden hat, da kann man ja auch wirklich mal so auch das Ganze so ein bisschen auch überzeichnen und sowas halt reinmachen. Also die Puristen da draußen werden jetzt wahrscheinlich aufschreien, wie kann man nur was reinretuschieren? Aber finde ich gerade bei so einem Motiv, das darf man und kann man auch gerne in viel machen, denke ich mal.
Burkhard Pook
Ja, diese Kritik hört man ja immer wieder von, ich sage mal, jetzt ist auch nicht böse gemeint, von Amateurfotografen. Ich entwickle meine Bilder auch nicht großartig. Die sind so, wie aus der Kamera gekommen, sollen sie alle so machen. Aber wenn man beruflich damit arbeitet, dann muss man das einfach machen. Dann muss man das, was der Kunde haben will. Und wenn der Kunde sagt, ich möchte da eine Dampflok haben, die auch Dampf zeigt, dann kann ich nicht zum Eisenbahnmuseum gehen und sagen, jetzt mach mal die Dampflok an oder so.
Michael Koopmann
Kannst du schon, das willst du aber nicht bezahlen, ist das Problem.
Burkhard Pook
Und das will der Kunde auch nicht bezahlen, eben, eben.
Michael Koopmann
Ich spreche ja eigentlich ungern über Technik, aber eine Frage hätte ich dazu noch, wenn ich so das Bild sehe, hast du irgendwie besondere Blitzanlagen gehabt oder irgendwie, um das Licht halt entsprechend hinzubekommen oder ist das alles natürliches Licht?
Burkhard Pook
Also ich habe einen großen Blitz mitgehabt, aber habe den eigentlich ganz selten eingesetzt, weil wir, wie gesagt, ganz schönes Wetter hatten und ich habe versucht, dann die Leute auch so zu positionieren, dass das Licht auch wirkt. Also so ein bisschen Gegenlicht oder ein bisschen Licht von der Seite und das hat eigentlich ganz gut geklappt. Ich habe auch einen großen Reflektor mitgehabt, wo dann einer der Herren dann auch mal den Reflektor so ein bisschen gehalten hat oder ein bisschen Schatten, damit das Gesicht nicht überstrahlt wird und so. Also ein bisschen Technik ist schon beim Fotografieren passiert.
Michael Koopmann
Aber da nichts Großes getrickst. Ich finde das Licht, wenn ich das hier sehe, ist das schon wirklich sehr schön beleuchtet. Und auch die beiden Damen stehen ja wirklich perfekt da im Licht.
Burkhard Pook
Ja, genau. Und Photoshop macht natürlich den Rest. Da kann man auch noch ein bisschen die Lichtstimmung verändern. Mehr ins Gelbe oder mehr ins Bläuliche. Wie auch immer, wie man das gerade haben will. Aber das kennt jeder, der mit Photoshop arbeitet.
Michael Koopmann
Gut, ich sehe, zeitlich sind wir hier schon wieder über meinem Limit. Deswegen sage ich mal, Burkhard, vielen, vielen Dank, dass du dieses Bild hier vorgestellt hast.
Burkhard Pook
Sehr gern geschehen. Hat mich gefreut.
Michael Koopmann
Genau. Jeder, der jetzt hört und mehr sehen will, fahrt nach Bochum. Bochum-Dolhausen ist das Eisenbahnmuseum. Und dort in dem Eingangsgebäude, dort ist die Ausstellung zu finden. Kauft eine Eintrittskarte, das unterstützt das Eisenbahnmuseum auf jeden Fall sehr. Und nehmt euch ein bisschen Zeit mit, die Ausschleuch anzugucken und halt durchs Eisenbahnmuseum zu schlendern und dann noch ein paar Bilder zu machen.
Burkhard Pook
Ganz genau.
Michael Koopmann
Wenn ein schönes Bild entsteht, dürft ihr euch gerne natürlich bei mir melden. Wenn das Bild auch eine entsprechende Geschichte hat, meldet euch gerne bei mir und dann ist das vielleicht halt in einer der nächsten Folgen, in einer der nächsten Mittwoche hier Thema im Podcast. Bis dahin sage ich, Burkhard, auf Wiederhören, bis vielleicht zum nächsten Mal und hier.
Burkhard Pook
Genau, Michael. Nochmal besten Dank dafür, für die Einladung und wir hören und sehen uns.
Michael Koopmann
Sehr gerne. Auf Wiederhören. Tschüss.
Burkhard Pook
Tschüss.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


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