Dia 32 – Am Beckenrand mit Patrick Komfort

Genre:

In dieser Episode geht es um Wasserball als schnelle, körperliche und fotografisch spannende Sportart. Patrick Komfort erzählt, wie er mit viel Nähe zum Spiel, gutem Timing und einem Blick für den richtigen Moment die Dynamik direkt auf der Wasserlinie einfängt – trotz schwieriger Lichtverhältnisse in den Schwimmhallen.

Bild im Querformat: Ein Wasserballspiel in voller Aktion: Der leuchtend gelb-blaue Ball hebt sich klar vom kräftigen Türkis des Wassers ab, während das aufspritzende Wasser in Weiß und hellen Blautönen durch die Luft zieht. Im Hintergrund sorgen dunkle, unscharfe Flächen und einzelne rote und grüne Lichtpunkte für einen starken Kontrast, der die Szene noch dynamischer wirken lässt. Alles zusammen wirkt lebendig, kühl und zugleich voller Energie.
Foto: Patrick Komfort – Schwimmhalle Duisburg – Duisburger SV 98 gegen SV Ludwigsburg 08

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Patrick Komfort


⛓️‍💥Links zur Episode:

Wasserball

Duisburger Schwimmverein von 1898 e.V. – DSV98



Zum Podcast

🎧  Mehr erfahren & mitmachen:

Wenn du das Bild zu dieser Episode sehen (mit EXIF-Daten), meinem Gast einen Kommentar hinterlassen oder deine Meinung schreiben willst kannst du dies auf der Episoden-Webseite:

👉  bilderzeigen.de

Du möchtest selbst mal ein Bild mitbringen und im Podcast vorstellen? Dann schreib mit unter:

📭  bilderzeigen.de/kontakt/



🧔  Bilderzeigen.de und dieser Podcast sind ein Projekt von Michael Koopmann

  • 🗒 Weiter Infos zu mir, meinen Fotoprojekten und meine Gedanken gibt es auf meinem Blog auf-kurztrip.de und michaelkoopmann.de
  • 📺 Lust auf mehr Bilder schauen? Jeden letzten Mittwoch im Monat findet der ‚Virtuelle Bilderabend‘ als Livestream auf YouTube und im Fediverse auf Makertube statt. Weitere Infos unter bilderabend.de
  • 🌍 Links zu tollen Bilder-Webseiten und Blogs findest du unter bilderlinks.de
  • 📅 Eine Übersicht von Fotografie-Veranstaltungen findedt du unter bildertermine.de

Ich freue mich auf deine Kommentare, Anregungen, Gedanken – und natürlich auf dein Bild für den Podcast. Bitte bewerte und kommentiere den Podcast bei Apple Podcast, Spotify, YouTube und den weiteren Portalen.

Vielen Dank. Bis zur nächsten Episode am kommenden Mittwoch!



📄  Zusatzinfos:

Diese Episode ist erschienen am 19.08.2026 und wurde aufgenommen am 30.05.2026.

Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ein kurzer Moment, kaum zu greifen und doch in einem Bild festgehalten, das lebendig wirkt. Genau daraus entsteht eine Geschichte und genau diese hören wir uns heute an. Und willkommen bei dieser neuen Folge von meinem kleinen Podcast und ja, willkommen bei einem neuen Bild und auch heute wieder mit einem neuen Gast. Hallo Patrick.
Patrick Komfort
Hallo Michael, danke, dass ich dabei sein darf.
Michael Koopmann
Es freut mich sehr, dass du auch meiner Einladung gefolgt bist. Wir haben ein bisschen gebraucht, um hier einen Termin zu finden, aber ich wollte dich unbedingt mal hier im Podcast haben.
Patrick Komfort
Ja, das stimmt. Die Terminsuche war nicht einfach. Aber jetzt haben wir es geschafft und ich freue mich drauf.
Michael Koopmann
Ja, jeder, den ich hier einmal auf dem Schirm habe, der kommt aus dieser Nummer nicht mehr raus. Aber wer bist du? Du bist Patrick Kompfort. Wir kennen uns aus dem Fotografie-Tut-Gut-Freundeskreis. Freundeskreis, da habe ich ja schon einige hier im Podcast verhaftet. Und ja, du hast viele schöne Sachen, die du mit deiner Kamera aufnimmst. Und so ein paar möchte ich dann in den nächsten Folgen mal hier im Podcast mit dir abfrühstücken. Aber erzähl doch mal, wo du so fotografisch herkommst.
Patrick Komfort
Ja, genau. Wie gesagt, Patrick, komme aus Duisburg und fotografiere… Jetzt seit einigen Jahren, man möge mich nicht auf das genaue Jahr festnageln, habe verschiedene Themen durchaus durch, die ich fotografiere. Also war auch mal bei Street aktiv, das habe ich aber dann irgendwann an den Nagel gehangen, und bin mittlerweile im Wesentlichen im Sport unterwegs, da vor allen Dingen im Wasserball und ansonsten in der Industriefotografie, was so ein bisschen, beruflich induziert ist im Prinzip. Ja, genau. Und das, also Fotografie ist eben nicht mein Beruf, sondern mein Hobby, was aber glaube ich für die meisten deiner Gäste gilt und ein Ausgleich, sag ich mal, zum beruflichen und familiären Alltag.
Michael Koopmann
Ja genau, also du bist eigentlich so ein richtiges Pott, beziehungsweise Stahlkind liest man eigentlich immer auf deinen Shirts des Ruhrgebiets. Aber das soll heute hier gar nicht Thema sein, das machen wir in einer der nächsten Folgen. Denn du hast ein sehr interessantes Hobby, nee, dein Sohn hat ein sehr interessantes Hobby, wo du jetzt auch fotografisch mit eingestiegen bist. Du treibst dich sehr oft in Schwimmhallen rum.
Patrick Komfort
Das ist so. Die Schwimmhallen der Republik und darüber hinaus sind mir gut bekannt, sage ich mal. Also beide meine Kinder spielen Wasserball und das hat dann, zwangsweise klingt so negativ, ich möchte das sehr positiv betonen, hat das dazu geführt, dass mein fotografischer Fokus sich eben auch sehr stark auf den Wasserball konzentriert hat, weil man sowieso in den Schwimmhallen eben rumhängt, wie du das so schön gesagt hast. Und dann nimmt man halt die Kamera mit und macht Bilder und irgendwann kommen dann auch andere Mannschaften und wollen Bilder und so.
Michael Koopmann
Hat man direkt einen Job geerbt.
Patrick Komfort
Genau, hat man einen Job geerbt, so ist das. Ja, ja, das wird dann immer mehr, aber ich finde es nach wie vor sehr spannend, das macht mir große Freude. Genau, also wie gesagt, bei beiden Kindern ist das so, es ist bei der Bundesliga-Mannschaft unseres Vereins so, dass ich Bilder mache und mittlerweile auch darüber hinaus, ja, man ist viel auf dem Balkan unterwegs, gerade im Wasserball und auch da kenne ich durchaus einige Schwimmhallen mittlerweile, ja.
Michael Koopmann
Ich glaube, wir müssen mal von ganz vorne anfangen und überhaupt mal erzählen, was ist Wasserball? Ja, irgendwas mit Ball in der Schwimmhalle, das haben wir schon verstanden. Und ja, so grob würde ich sagen, ist Handball im Wasser im Endeffekt.
Patrick Komfort
Ja, genau. Wasserball. In einem fußballdominierten Land wie Deutschland muss man das mit Sicherheit mal erklären. Im Prinzip ist Handball eigentlich ein sehr guter Vergleich, weil man eben den Ball mit der Hand führt. Das heißt, es gibt ein Spielfeld im Wasser mit zwei Toren, je einem Torwart und sechs Feldspielern pro Mannschaft. Das heißt, es sind immer sieben Spieler pro Mannschaft im Wasser und man versucht, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen. So einfach, so simpel wie die meisten Ballsportarten. Der Unterschied zu Handball ist an der Stelle, dass man eben nicht stehen kann, da wo man ist. Das heißt, die Spieler sind permanent damit beschäftigt, nicht nur den Ball zu führen und das Spiel zu führen, sondern eben auch sich über Wasser zu halten und dort zu bewegen. Das sorgt für eine besondere sportliche Anstrengung. Also man kann so salopp sagen, wenn Wasserball einfach wäre, hieß es ja Fußball. Ja. So, und dann kommt hinzu, dass Wasserball ein Vollkontaktsport ist, das heißt, natürlich gibt es Fouls, natürlich werden die auch gefiffen, aber es gehört schon ein robustes Spiel zum Wasserball dazu, würde ich das mal sagen. Da gibt es in der Historie Beispiele, das ist auch ein olympischer Sport, also da kann man sich auch durchaus mal die Olympiaspiele ansehen, wie es da mitunter zur Sache geht. Das macht das Ganze aber eben sowohl für den Zuschauer als auch fotografisch sehr spannend.
Michael Koopmann
Ich wollte gerade sagen, also da ist ja der Vergleich auch zu Handball wieder ganz gut. Es ist halt ein Sport, der wirklich, naja, auf den Körper geht. Das ist jetzt, ich glaube, danach kann man sich gut auch irgendwie in eine Wanne voll Voltaren legen. Aber ich glaube, danach spürt man, was man gemacht hat.
Patrick Komfort
Das ist definitiv so. Und man sieht ja als Zuschauende immer nur, was über der Wasserfläche passiert. Es gibt durchaus Fälle, mittlerweile ist es bei den großen Turnieren auch fast die Regel, dass es Kameras gibt unter Wasser und dann sieht man erstmal, wie sich da unter Wasser behakt wird. Was natürlich auch die Schiedsrichter über Wasser nicht so ohne weiteres mitbekommen. Also das… Ja, ist dann schon ganz spannend. Also auch die Kinder kommen durchaus mit Blessuren aus dem Wasser. Das darf natürlich nie unfair werden. Aber es liegt eben in der Natur der Sache. Also beim American Football weint ja auch keiner, wenn er einen blauen Fleck hat. Wie gesagt, das ist ein Vollkontaktsport. Das gehört aber auch zum Reiz des Sports mit Sicherheit dazu.
Michael Koopmann
Also auch da nicht wie beim Fußball. Das hat mich einer berührt, jetzt muss ich weinen.
Patrick Komfort
Nee, gar nicht. Weil in dem Moment, wo man dann halt weint, geht man unter. Und dann interessiert sich keiner mehr.
Michael Koopmann
Dann sieht doch die Tränen keiner, ja.
Patrick Komfort
Ja, also das ist, genau, also dieses Mimosentum, was man gerade aus dem Fußball kennt, das gibt es im Wasserball so nicht. Und was ich immer sehr schön finde, was man immer sehr schön beobachten kann, es wird sich im Wasser sehr hart angegangen, auch Freunde untereinander. Und am Beckenrand ist man aber trotzdem eine Gemeinschaft. Natürlich gibt es Querelen zwischen den einen oder anderen, die gibt es immer und überall. Aber insgesamt, finde ich, ist der Wasserball in Deutschland und darüber hinaus eigentlich eine sehr schöne Gemeinschaft, wo man sehr viele sehr nette Menschen kennenlernen kann.
Michael Koopmann
Ja, und ich denke mir auch eine Sportart, die man sich sehr gut angucken kann, weil da bestimmt eine ganze Menge Action drin ist.
Patrick Komfort
Action ist eine Menge drin. Die Regeln, das dauert. Ich möchte bis heute nicht behaupten, dass ich es voll durchstiegen habe, obwohl wir jetzt einige Jahre dabei sind, weil die sich auch zwischendurch mal ändern.
Michael Koopmann
Ball ins Tor, nehmen wir mal als grobe Haus.
Patrick Komfort
Ball ins Tor, genau. Wenn man das schon mal verstanden hat, hat man viel gesehen. Aber da gibt es genauso wie in anderen Sportarten eben auch gewisse Räume, in denen man Dinge tun darf oder nicht. Also das klassische Abseitsbeispiel im Fußball und solche Regeln gibt es im Wasserball eben auch, dass man hinter einer gewissen Linie keinen Pass bekommen darf, um unfaire Situationen zu vermeiden. Das ist für den Zuschauer nicht immer zu überschauen, ändert aber nichts daran, dass das Spiel als solches zu schauen Spaß macht. Und das führt eben auch zu netten Diskussionen in den Rängen. Warum ist das jetzt nicht in Ordnung gewesen und dann ist jemand da, der schon Erfahrung hat und kann dann dem Neuling was erklären, dann kommen wieder Kontakte zustande. Ist in Summe einfach eine sehr spannende Angelegenheit zu schauen und auch gemeinschaftlich eben eine sehr schöne.
Michael Koopmann
Ich werde auf jeden Fall ein paar Links in die Shownotes machen, wer da jetzt irgendwie mehr über diese Sportart wissen möchte und sich das vielleicht auch mal in Duisburg angucken möchte. Oder im Livestream geht das auch bei euch. Die Links packe ich rein, aber wir kommen jetzt erstmal zum Bild, denn das bringt diese Dynamik schon mal sehr, sehr gut rüber und ich versuche mal eine kleine Bildbeschreibung zu machen. Auf jeden Fall ist ein Bild im Querformat und mit deiner Kamera bist du mehr oder minder direkt auf der Wasserlinie. Man sieht also im Vordergrund das Wasser so ein bisschen verschwommen. Man sieht auch irgendwie den Beckenrand. Es kommt eine schöne Farbe rüber. Das Wasser ist so richtig schön türkisblau und vorne am Rand ist irgendwie so ein bisschen gelb, ein bisschen rot. Und ja, in der Bildmitte sieht man halt zwei Wasserballsportler, die gerade sich ja ein bisschen am Behaken sind um den Ball kämpfen. Der eine Wasserball-Sportner mit einer weißen Käppchen mit einer großen Sechs drauf hat den Ball gerade und scheint ihn gerade mit relativ viel Schwung aus dem Wasser gehoben zu haben. Das erkennt man nämlich daran, dass hinter diesem Ball so eine richtige Wasserspur hinterhergezogen wird. Also wie so richtig, wie so ein kleiner Kringel, man sieht, wie das Wasser fliegt, das hast du alles schön einfrieren können, und ja, keine Ahnung, was er jetzt mit dem Ball macht, werfen, das passt vom Winkel wahrscheinlich nicht mehr, also scheinen jetzt irgendwie mit diesem Ball weg zu wollen, ich vermute mal Richtung Tor, wo ihn dann sein Gegner, der ihm da gegenüber ist, mit einer schwarzen Badekappe irgendwie versucht wahrscheinlich dran zu hindern. Im Hintergrund sieht man auf der rechten Seite noch ein Tor mit so einem roten Netz und jemand mit der roten Badekappe, ich vermute mal der Torwart, der da drin ist. Und im Hintergrund so typische, würde ich mal sagen, Schwimmhallenatmosphäre, es ist irgendwie dunkel, man sieht so ein paar Notausgangsschilder leuchten, man sieht irgendwie ein paar Türen, man sieht irgendwie was Rotes, irgendwie einen Schlauch oder so. Das ist so ein bisschen der Hintergrund, der so in der Unschärfe dann untergeht. Und insgesamt, wir bringen dieses Bild halt, gerade diese Wasserspur, die ganze Dynamik rüber. Aber auch dadurch, dass du so tief fotografierst, fühlt man sich wirklich, als ob man mit im Becken sitzt. Jetzt erzähl mal, wie kommt man überhaupt zu so einem Bild?
Patrick Komfort
Ja genau, vielleicht erstmal zu der Perspektive. Oder fangen wir anders an. Um einmal das aufzuklären, ja, die roten Kappen sind die Kappen der Torwarte. Das ist im Wasserwald immer so. Aber jetzt erstmal zur Perspektive. Ich sage mal so salopp, wenn man in einer Sporthalle ist, in einer Schwimmhalle ist und da liegt so ein dicker Onkel in der Rinne, dann bin ich das möglicherweise. Also tatsächlich in der Regel so, dass ich selbst auch in, Schwimmhallen geeigneter Kleidung unterwegs bin und dann in dieser Überlaufrinne, die man in den Schwimmbädern kennt, wo das Wasser so über den Rand schwappt und dann abgeht, um es zu filtern. Da liege ich meistens, sodass ich mit der Kamera möglichst auf Höhe der Wasserfläche komme und damit auch auf Spielerniveau, weil es mir wichtig ist, irgendwie es hinzubekommen, das aus der Spielerperspektive zu zeigen. Manchmal mache ich auch Bilder bewusst aus den Rängen, um die Zuschauerperspektive zu zeigen, aber meist versuche ich, um diese Dynamik eben einzufangen, dass ich auf der Höhe der Spielerinnen und Spieler bin.
Michael Koopmann
Also du bist ja schon mal stark benachteiligt bei dieser Sportfotografie, dass halt ja bestenfalls nur ein Kopf und Arm aus dem Wasser guckt. Wahrscheinlich öfters auch gar nicht das dann. Das macht es wahrscheinlich nochmal schwieriger, überhaupt ein Bild zusammenzukriegen.
Patrick Komfort
Genau, das ist so. Ich habe auch, jetzt will ich nicht zu technisch werden, Aber es sei erwähnt, dass der Autofokus es nicht besonders einfach hat in diesen Situationen. Weil natürlich die Erkennung, wenn man jetzt dieses Bild nimmt, hat man drei runde Bälle. Und jetzt soll die Kamera erkennen, was davon sind Köpfe, was davon ist ein Ball. Das ist nicht immer einfach und zwar völlig unabhängig davon, welche Marke man benutzt.
Michael Koopmann
Du hast es schon mal erwähnt, also wenn die Kameraindustrie mal ihre KI-Autofokus-Techniken trainieren will, dann sind sie sehr herzlich eingeladen, mal zum Wasserball zu kommen.
Patrick Komfort
Da wäre Wasserwahl bestimmt ein guter Ansatz. Genau so, also dann liege ich halt in der Rinne und jetzt nochmal auf das Bild spezifisch eingegangen. Im Vordergrund das gelb-rote, Das ist im Prinzip die Leine, die Spielfeldbegrenzungsleine. Also die meisten kennen diese Leinen als Schwimmbahnabtrennung. Wenn normal geschwommen wird, dann hat man diese Leinen in der Mitte und mit diesen Leinen wird eben auch das Wasserballfeld abgesteckt und es ist immer sehr dankbar, wenn man die als kleine Schlörer in den Vordergrund packt. Dann hat man eben dieses schöne Farbenspiel jetzt hier mit dem blauen Wasser und diesem Rot und dem Gelb von der Leine. Dann, wie gesagt, liege ich da in der Rinne. was bei der Sportfotografie immer wichtig ist und zwar egal, welchen Sport man fotografiert, ob es jetzt Fußball, Wasserball, Motorsport, Fechten oder was auch immer ist. Man hat immer einen Vorteil, wenn man die Sportart kennt. Und ich habe selber gemerkt, dass meine Bilder besser geworden sind oder zumindest ich eher die Bilder bekommen habe, die ich wollte, je mehr ich den Sport kannte. Weil man dann in der Lage ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Michael Koopmann
Ich denke mal, du musst ja einfach anfangen, so ein Bild vorher schon zu erspüren, was passiert. Weil wenn du es erst siehst, bist du ja wahrscheinlich mit der Kamera eigentlich schon zu spät, das zu fotografieren.
Patrick Komfort
Genau, das ist so. Also man beobachtet die Spielsituation und kann den Pfiff des Schiedsrichters meistens schon antizipieren. Und das ist durchaus im Wasser, weil wird viel gefiffen. Die Zeit läuft nicht durch, sondern die wird immer wieder angehalten. Bei jedem Pfiff, das klingt jetzt schlimmer als es ist, nicht wie im Football, wo man dann erstmal irgendwie Kaffee trinken gehen kann, sondern das geht natürlich sofort weiter, aber, da wird eben viel gefiffen und den Pfiff antizipiert man meistens schon und gerade wenn es dann Freiwürfe gibt, also sowas wie ein Elfmeter im Fußball gibt es halt dann den 5 Meter im Wasserball. Dann bin ich häufig schon an der Linie, an der richtigen Stelle, wo der 5 Meter geworfen wird, in dem Moment, wo der Pfiff ertönt oder wenige Sekunden danach, weil nur dann hat man auch eine Chance, diese Situation einzufangen und so gilt das eigentlich durchs ganze Spiel. Und das ist das, was ich meine, das gilt für jede Sportart. Wenn man weiß, wie die Sportart läuft, wenn man weiß, welche Situationen im Standard entstehen, dann hat man auch eine Chance, diese Situation nicht einfach nur per Zufall einzufangen, sondern bewusst sich dann an die richtige Stelle zu begeben und das Foto zu machen. Das klingt jetzt hoch professioneller als es ist. Auch da versage ich natürlich regelmäßig, aber es wird einfacher, wenn man lang genug dabei ist. Ganz kurz, was ist das für ein Bild? Da spielt die erste Herrenmannschaft meines eigenen Vereins, das DSV 98 aus Duisburg, gegen Ludwigsburg in der. Ich meine Herren Bundesliga war das. Und die Situation, die jetzt hier gerade entsteht, also wir sind die Heimmannschaft, das ist bei uns im Schwimmstadion in Duisburg. Heimmannschaft ist immer weiß, also ist der Spieler mit der Kappe 6 hier unser eigener Spieler. Und wir haben gerade den Richtungswechsel. Das heißt, er hat den Ball erobert und versucht jetzt, wie du das richtig vermutet hast, in Richtung gegnerisches Tor zu kommen und ein Ludwigsburger Spieler versucht ihn jetzt daran zu hindern. Das heißt, dieser Schwung, den er da mitnimmt von dem Ball, ist quasi in der Drehbewegung, in der Wegbewegung und in der Änderung der Angriffsrichtung. Das muss man dann eben in dem Moment mitkriegen und es gehört immer eine gehörige Portion Glück einfach dazu. Also ich habe ganz viele Bilder, die ähnlich sind, aber eben nicht so. Auch das gehört ja immer zu weit dazu. Das kennt wahrscheinlich jede Fotografin, jeder Fotograf, wie viel Ausschuss man so hat. Und das ist in der Sportfotografie extrem, weil man natürlich mit Serienbildern arbeitet, um genau den richtigen Moment zu haben. Da kommt viel Müll bei raus auch.
Michael Koopmann
Ja, ich denke mal, im Endeffekt hast du ja nur die Möglichkeit, draufzuhalten. Klar, die Kamera in die richtige Richtung, an die richtige Stelle zu halten, aber dann halt mit Serienbilder genau dem Moment einzufrieren, der vielleicht interessant sein könnte.
Patrick Komfort
Genau so machst du das und dann hoffst du, dass du wirklich auch den Moment erwischt hast, den du haben willst. Und da geht es dann eben in Sekundenbruchteilen, dass die Hände genau an den Stellen sind, wo man sich das wünschen würde.
Michael Koopmann
Ich denke mal, du hast sehr viele Bilder, wo einfach nur Leute unter Wasser sind und man einfach nichts sieht.
Patrick Komfort
Ja, das ist definitiv so, vor allen Dingen, und das gehört eben auch zum Kennen des Sports dazu, gerade die eigenen Mannschaften, also unsere Jugendmannschaften und unsere erste Mannschaft, irgendwann kennt man fast alle Spieler und wie sie spielen. Und dann kann man auch nochmal ein bisschen besser einschätzen, was sie tun. Wir haben einen in der Mannschaft meines Sohnes, den ich immer gerne das U-Boot nenne, von dem ich unzählige Bilder habe mit einem Arm aus dem Wasser und sonst nichts. Also es wird halt auch getaucht, um nicht so gut kalkulierbar zu sein und das hat der zur Perfektion getrieben. Also man sieht sehr viel nur einen Ball und einen Arm, der dann so periskopmäßig sich durchs Wasser bewegt. Und da bin ich immer sehr stolz, wenn ich den mal oberhalb des Wassers in einem guten Bild erteile. Das ist schon tatsächlich sehr spannend. Und was du eben sagtest, vielleicht das noch ganz kurz zu den Herausforderungen. Manchmal, so meine Wahrnehmung in der Diskussion, wird ja infrage gestellt, warum man noch so sehr lichtstarke Objektive braucht und auch die Preise, die damit einhergehen.
Michael Koopmann
Das wäre jetzt meine genau nächste Frage gewesen, dass solche Schwimmhallen jetzt leider nicht flutlich beleuchtet sind wie Fußballfelder.
Patrick Komfort
Katastrophal. Ich sage immer, es gibt wenig beschissener beleuchtete Sportstätten als deutsche Schwimmhallen. Und das ist wirklich anspruchsvoll. Also unter ISO 10.000 bin ich selten unterwegs, eher mal so 8.000, dann habe ich Glück. Weil man natürlich mit der Belichtungszeit entsprechend hoch muss. Und dann ist das der einzige Faktor, die Belichtungszeit ist gesetzt, dass sie hoch sein muss. Die ISO ist entsprechend hoch. Und ich kann nur noch versuchen, irgendwie gegen diese Faktoren, also gerade die ISO, mit lichtstarken Objektiven entgegenzuwirken. Das ist tatsächlich anspruchsvoll, also sowohl budgetmäßig als auch vom Gewicht, was man da mit sich rumschleppt. Also nicht umsonst sind Sportfotografen immer mit diesen Riesendingern unterwegs. Das hat nicht immer nur was mit der Brennweite, sondern oft auch mit der Lichtstärke einfach zu tun.
Michael Koopmann
Und man will noch in das Ganze einfrieren, also auch noch in der kürzmöglichen Zeit dann irgendwie das ganze Bild auch noch aufnehmen. Das ist halt für den Geldbeutel eine schlechte Mischung.
Patrick Komfort
Achthundertstel ist Minimum, eher mal auch tausend oder tausend zweihundertfünfzigstel. Und dann weiß jeder, der sich mit diesem Dreieck beschäftigt, was das dann heißt, was da an ISO oder eben Blendenöffnung dahinter sein muss. Da kann man sagen, und das ist sehr unterschiedlich, es ist auch eine Frage, wie alt die Hallen sind, wann die gebaut wurden. Unser Schwimmstadion in Duisburg ist da so ein Mittelfeld. Wer mal eine wirklich großartige Halle sehen will, der sollte mal nach Potsdam ins Blue fahren. Da mache ich gerne mal Werbung für. Es ist eine ganz tolle Halle. Davon abgesehen, die Potsdam Orcas, die da ihre Heimat haben, sind auch eine ganz tolle Mannschaft und eine total nette Gemeinschaft. Und die ist wirklich gut beleuchtet, weil die über dem Wasser Lampen haben. Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied. Viele oder die meisten Schwimmhallen haben die nur an der Seite, die Lampen, weil, das hat einen praktischen Grund, über dem Wasser Lampen wechseln ist halt schwierig. Das heißt, da musst du entweder mit einer Hebebühne dran oder hast eine…
Michael Koopmann
Ja, vor das Wasser rauslassen vorher.
Patrick Komfort
Ja, genau. Und früher gab es eben keine LEDs, die so lange hielten, sondern da musste man regelmäßig das Leuchtmittel tauschen. Und das hat man sich dann einfacher gemacht und die Lampen an die Ränder gepackt. Und das führt dazu, dass die Beleuchtung nicht besonders toll ist. In neueren Hallen, wie dem Blue in Potsdam zum Beispiel, aber da gibt es eben auch andere Beispiele, da sind die dann über dem Wasser. Und das ist ein Riesenunterschied.
Michael Koopmann
Und dazu kommt halt, dass wahrscheinlich das Budget einfach auch minimal ist, was halt hier für Schwimmhallen da ist, für Wassersport an sich. Das ist halt ja wahrscheinlich noch nicht mal mit dem Budget vom Fahrer bei der Bundesliga zu vergleichen.
Patrick Komfort
Ja, oder generell schwimmen in Deutschland. Also jetzt müssen wir nicht zu politisch werden, aber dass wir zu wenig Wasserflächen haben in Deutschland. Und das ist, glaube ich, in aller Munde mittlerweile. Und das hat sowohl Auswirkungen auf den Sport, also wenn ich mir anschaue, wie wir in Duisburg scharren müssen unter den Vereinen, die es gibt, dass wir Wasserflächen und Wasserzeiten bekommen, um unsere Trainings durchzuführen, unsere Schwimmkurse durchzuführen. Aber Schwimmkurs ist eben das Stichwort das gilt ja auch ganz einfach für die Schwimmausbildung an den Schulen außerhalb der Schulen, also wer Kinder hat, und mal einen Schwimmkurs für seine Kinder gesucht hat, der weiß, dass man die am besten schon bei der Geburt für den Schwimmkurs anmeldet wenn die dann fünf Jahre alt sind oder so Patrick.
Michael Koopmann
Wir laufen ja gerade zeitlich wahnsinnig hinaus, aber eine Frage muss ich dich nämlich noch stellen, weil das würde mich noch interessieren auch nämlich bei irgendeinem Thema Budget und wie diese Sportart akzeptiert wird, du bist auch häufiger jetzt durch diesen Sport mal auf dem Balkan unterwegs und darfst da auch fotografieren und warst jetzt sogar, ich fand, bei irgendeiner Meisterschaft da unten dabei. Erzähl mal kurz da ein bisschen was drüber.
Patrick Komfort
Genau, also der Wasserball ist auf dem Balkan in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sehr populär, sehr viel populärer als bei uns, wo es ja eher die Randsportart der Randsportarten ist. Deshalb hat man auch viele Menschen, die aus diesen Ländern kommen und bei uns, im Wasserball aktiv sind, als Trainerinnen und Trainer, als Spielerinnen und Spieler. Dadurch gibt es eine enge Anbindung, sage ich mal, sodass wir unsere Trainingscamps mit den Mannschaften in der Regel dort verbringen, also in Montenegro, in Serbien, in Kroatien, in Bosnien. Und ich dann entsprechend auch immer mitfahre. Anfangs einfach nur, weil meine Kinder kleiner waren und ich sie begleitet habe. Mittlerweile, weil ich selber das Interesse habe, mitzufahren. Einfach, weil es eine wunderschöne Gegend ist und unglaublich nette Menschen und sehr gastfreundliche Menschen. Und wenn man dann offen ist und den Menschen genauso freundlich begegnet, wie sie einem selbst begegnen, dann knüpft man sehr schnell Kontakte. Und das war am Ende dann der Weg, der dazu führte, dass ich jetzt eben in den Osterferien dieses Jahres zum ersten Mal da unten als Turnierfotograf, in Trevenje in Bosnien mit dabei war und dann eben auch die offiziellen Fotos des Turniers gemacht habe. Das hat mich sehr gefreut, dass ich da gefragt wurde. Das macht einen natürlich auch stolz. Und so wie ich es mitbekommen habe, waren auch alle recht zufrieden damit, sodass ich hoffe, dass sich das umspricht und ich dann vielleicht noch öfter da bin, auch wenn ich jetzt schon teilweise dreimal ein Jahr da bin.
Michael Koopmann
Ja gut, dann kann ich hier fast das Prädikat an dem Podcast hängen, dass ich hier einen der Deutschlands besten Wasserballfotografen heute hier im Podcast hatte.
Patrick Komfort
Ja, das ist sehr nett, aber da möchte ich mein Licht unter den Scheffel stellen. Da gibt es ganz großartige andere Kolleginnen und Kollegen, denen ich dann vielleicht auch noch nicht das Wasser reichen kann, um mal in einem Bild zu bleiben.
Michael Koopmann
Aber ich möchte jetzt dann doch langsam zum Ende kommen. Ich glaube, ich werde genug Links hier mal reinpacken in die Show Notes. Ich denke mal, zu jedem Spiel, den es bei euch gibt, habt ihr gerne Zuschauer dabei?
Patrick Komfort
Immer, immer gerne. Und das gilt für alle. Also ich möchte hier ganz explizit auch Werbung für alle Vereine machen. Wasserball gibt es fast überall in der Nähe. Immer gerne mal hingehen.
Michael Koopmann
Genau, schaut euch das mal an. Und es wird sicher eine sehr, sehr interessante Sportart, die Spaß macht, sich anzugucken, fotografieren. muss man sich dann überlegen, ob man da in die Ausrüstung einsteigen will. Ich befürchte, mit meinem 35 Millimeter komme ich da nicht weit.
Patrick Komfort
Könnte eng werden.
Michael Koopmann
Nass wahrscheinlich, nass.
Patrick Komfort
Definitiv. Also dieser Wetterschutz, der gern belächelt wird, ich finde ihn toll.
Michael Koopmann
Patrick, vielen, vielen Dank, dass du dieses tolle Bild mit hier in den Podcast gebracht hast und vor allen Dingen, dass du uns über diese schöne Sportart schlauer gemacht hast. Das war jetzt das erste Bild, wo es um Sport ging und ja, ich will mich natürlich noch freuen, wenn es hier irgendwelche Zuhörer gibt, die auch noch eine schöne Sportart haben. Es muss jetzt nicht Fußball sein, sondern vielleicht auch wieder irgendwas Besonderes. Dann meldet euch gerne bei mir unter podcast.bilderzeigen.de und dann haben wir vielleicht euer Bild demnächst hier auch im Podcast. Patrick, ich danke dir und wir hören uns bestimmt nochmal in einer der nächsten Folgen mit einem anderen Bild von dir.
Patrick Komfort
Michael, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte.
Michael Koopmann
Sehr gern. Auf Wiederhören.
Patrick Komfort
Ciao.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


Kommentare

Reaktionen aus dem Fediverse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert