Dia 41 – Stahl kochen mit Patrick Komfort

Genre:

Patrick Komfort nimmt uns mit zum Duisburger Stahlwerk HKM und zeigt ein Bild der beiden Hochöfen im roten Licht des Sonnenuntergangs. Wir sprechen über die Geschichte der Stahlindustrie im Ruhrgebiet, die beeindruckende Arbeit hinter der Stahlproduktion und den Wandel hin zu neuen, klimafreundlicheren Technologien.

Hochöfen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, kurz HKM, in Duisburg – Foto Patrick Komfort

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Patrick Komfort

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Diese Episode ist erschienen am 21.10.2026 und wurde aufgenommen am 30.05.2026.

Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ein Ort, der viel erlebt hat. Eingefangen in einem Bild, das davon erzählen will. Genau solche Bilder möchte ich in diesem Podcast hörbar machen. Viel Spaß euch beim Zuhören. Ja, und willkommen zu einer neuen Episode von diesem Podcast und ja ein neues hörbares Bild, was ich hier euch vorstellen will. Und dafür habe ich heute wieder den Patrick Komfort bei mir, der ein schönes Bild mitgebracht hat. Hallo Patrick.
Patrick Komfort
Glück auf, Michael.
Michael Koopmann
Ja, du steigst schon direkt richtig ein, denn du hast mir ein Bild aus dem Ruhrgebiet mitgebracht, denn du bist ein richtiges Stahlkind. Das muss man ernst nehmen, denn du arbeitest wirklich in einem Stahlwerk in Duisburg und bist so eigentlich einer der letzten echten Ruhrgebietler, würde ich sagen, die so im Stahlwerk arbeiten.
Patrick Komfort
Ja, genau, das stimmt. Wobei ich tatsächlich nicht direkt im Werk arbeite, sondern in der Verwaltung. Ich versuche die Kolleginnen und Kollegen, die da die echten Werte schaffen, so weit wie möglich zu unterstützen, so will ich das mal ausdrücken.
Michael Koopmann
Du musst dich nicht so dreckig machen und bist nicht so an der Hitze dran.
Patrick Komfort
Genau, nicht mehr, nicht mehr. In früheren Zeiten war ich durchaus auch hart dran an den Betrieben. Ich komme da ursprünglich aus der IT und habe sehr anlagennah gearbeitet. Mittlerweile bin ich eher in der sauberen Verwaltung unterwegs und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder ins Werk kann, um zu sehen, wo halt die wichtigen Dinge passieren.
Michael Koopmann
Ich glaube, wir müssen ein bisschen erklären, warum ich da gerade genauso drauf eingehe. Denn viele, die das Ruhrgebiet nicht kennen, denken ja, dass hier immer noch, überall die Pits offen sind, dass überall noch Stahl gekocht wird, dass alles grau, dreckig und dunkel ist. So ist das Ruhrgebiet überhaupt nicht mehr. Es ist eigentlich alles grün, schön, hübsch. Und so gut wie gar nichts mehr von dem, was eigentlich so damals das Ruhrgebiet ausgemacht hat, gibt es hier noch. Teilweise muss man sagen zum Glück, teilweise leider. Es gibt keinen Bergbau mehr hier, außer halt ein paar Löcher, die halt noch irgendwie betrieben werden müssen. Und von den Stahlwerken gibt es eigentlich auch nur noch, ich glaube, drei richtige Stahlkocher, wenn ich da richtig bin.
Patrick Komfort
Im Ruhrgebiet jetzt oder in Deutschland?
Michael Koopmann
Im Ruhrgebiet.
Patrick Komfort
Im Ruhrgebiet, ja. Ja, genau.
Michael Koopmann
Und ja, auch diese Stahlwerke jetzt gerade immer mehr im Umbruch sind und sich da mit Sicherheit in den nächsten Jahren sehr viel verändern wird. Deswegen bin ich sehr, sehr froh, dass du mir ein Bild hier vom, ich würde mal sagen, klassischen Stahlwerk noch mitgebracht hast. Deswegen erzähl doch mal, was wir auf diesem Bild technisch denn sehen.
Patrick Komfort
Genau, vielleicht als Einleitung, um noch aufs Ruhrgebiet nochmal einmal zurückzukommen. Eigentlich ist es das Partnerbild zu dem, was die Eva-Maria schon gezeigt oder erzählt, beschrieben hat.
Michael Koopmann
Ja genau, da haben wir so ein schönes ICM-Bild vom Förderturm, auch bei so einem Untergang.
Patrick Komfort
Genau, das war der Zechenturm, der da gezeigt wurde, der Förderturm. Das ist die eine Hälfte der Ruhrgebietsgeschichte, der Kohlenbergbau. Und die andere ist eben die Stahlindustrie, die glücklicherweise eben noch nicht Geschichte ist und auch noch lange nicht Geschichte sein wird, wenn wir auch in schwierigen Fahrwasser sind. Was wir hier auf dem Bild sehen, sind die beiden Hochöfen der Hüttenwerke Grupp Mannesmann im Sonnenuntergang. Und da ist eigentlich das, was ich gerade gesagt habe, mit dem Geschichte so ein bisschen gemischt, weil die Hochöfen absehbar natürlich irgendwann Geschichte werden. Wir befinden uns ja als Land in der Transformation, raus aus den Fossilen, was auch richtig und wichtig ist. Und da haben irgendwann leider die Hochöfen keinen Platz mehr, weil sie eben mit Kohle versuchen, Roheisen zu erzeugen. Oder nicht versuchen, sondern es auch sehr gut schaffen. Und da muss man eben auf Alternativen umstellen, sodass die Hochöfen, die man jetzt hier noch sieht, eben absehbar außer Betrieb genommen und durch alternative CO2-freie Technologien ersetzt werden. Sodass ich fand, dass es mit dem Sonnenuntergang eben sehr gut dazu passt, Weil das so ein bisschen auch der Sonnenuntergang gerade im Moment der Hochofentechnologie ist. Vielleicht ganz kurz erklärt, ich mache jetzt noch nicht die Bildbeschreibung, was ist ein Hochofen? Ein Hochofen ganz kurz nutzt im Prinzip Eisenerz und Kohle, um am Ende flüssiges Roheisen zu erzeugen, aus dem dann im Stahlwerk Stahl gemacht wird. Und der Unterschied zwischen Stahl und Rohreisen ist im Wesentlichen der Kohlenstoffgehalt.
Michael Koopmann
Und dafür gibt es halt so große Gerüste. Deswegen würde ich direkt mal in diese Bildbeschreibung einsteigen, was wir denn da jetzt wirklich sehen. Weil ich denke mal, so einiger werden hier jetzt noch eben so ein Fragezeichen vorm Kopf haben. Ich versuche es mal zu beschreiben. Was haben wir hier? Ein Bild im Querformat, die Farbe rot dominiert, denn es ist der Sonnenuntergang, beziehungsweise rot-orange. Wir sehen halt im Vordergrund eine Silhouette, schön im Schwarz. Die beginnt im Endeffekt stark am unteren Bildrand und sehen halt vor diesem, Abendhimmel halt dieses Stahlwerk. Das besteht in diesem Bild erstmal aus drei großen Schornsteinen, die wir sehen. Einfach so als, naja, im Endeffekt große Striche, die waagerecht in diesem Bild raufragen. Einer eher an der rechten Seite am Stahlwerk und zwei eher zur linken Seite. Dann haben wir auf der rechten Seite die beiden Stahlkocher, was im Endeffekt erstmal irgendwelche Stahlkonstrukte sind, Stahlgerüst, was im Endeffekt nur dafür da ist, dass man irgendwie von oben. Das Erz und die Kohle reinbringt und dann in diesem Ofen durch die Hitze versorgt, das Stahl zu machen. Und ja, da sieht man einfach diese Gerüste. Bei einem, jetzt sind wir in der Bildmitte hinter dem Gerüst, ist nochmal eine Wolke zu sehen. Ich wirst bestimmt gleich erzählen können, was da sein könnte. Ich habe da so eine grobe Vermutung. Und dann, wenn wir weiter zur linken Bildhälfte sehen, sehen wir dann den glühenden Ball der Sonne, der jetzt gerade ganz kurz vom Horizont ist, unterzugehen. Man sieht noch unter der Sonne so ein bisschen, ja irgendwie, ich glaube Kirchturm sieht man da noch ein bisschen die Weite und links neben der Sonne halt dann noch ein, großes Gerüst von einer Überlandleitung, von einer Stromüberlandleitung, die direkt neben der Sonne steht. Ich denke ja, und am Himmel haben wir noch so ein paar einzelne Wolken, die halt noch ein bisschen Struktur dann in diesem Himmel geben. So, ich rufe damit auf eine grobe Vorstellung, was wir hier sehen. Ihr könnt euch das Bild natürlich nach der Podcast-Folge einmal angucken auf meiner Seite podcast.bilderzeigen.de. Aber erstmal gehen wir mal nochmal ein bisschen darauf ein. Ich finde ja gerade das Gerüst von dem Strommasten, was da auch noch neben der Sondas zeigt ja auch nochmal gut die Änderung, die jetzt da reinkommen wird, dass die Kohle bald verschwinden wird und dafür der Strom dann immer wichtiger werden wird bei euch im Stahlwerk.
Patrick Komfort
Genau, das ist so. Der Strom wird als wesentliche Energieträger die Kohle ersetzen, weil wir, als neues Aggregat einen Elektro-Lichtbogen-Ofen bauen werden. Das ist keine neue Technologie, sondern das nur eben in der Größenordnung, in der Anwendung dann eben etwas neuer. Wie erwähnt, die Hochöfen. Nutzen momentan noch die Kohle, um eben das Eisen einzureduzieren und daraus Rohreisen zu machen. Das wird dann rübergebracht ins Stahlwerk, dort entsteht der Stahl. Zukünftig werden weltweit zwei Wege verfolgt, wie man das anders machen kann. Das eine ist mit einer Direktreduktionsanlage, dass man dann eben das Eisenerz mit Wasserstoff einreduziert. Das entsteht ja zum Beispiel bei Salzgitter mit der DRI-Anlage. Und dann kann man eben das Produkt, was da rauskommt in verschiedenen Formen, kann man dann in so einem Elektro-Lichtbogenofen einschmelzen und dann irgendwann die Prozesse, die wir jetzt auch im Stahlwerk haben, also die Verfeinerung der Stahlsorten und am Ende das Abgießen, des Stahls in Formen, die man weiterverarbeiten kann, das läuft so wie heute eben auch. Und. Die wesentliche CO2-Produktion passiert eben heute vor allem auch in den Hochölfen und den Prozessen, die dazugehören. Jetzt komme ich auf die Wolke im Hintergrund. Wahrscheinlich werden mich die betrieblichen Kollegen im Anschluss steinigen. Leider kann ich die Perspektive gerade nicht mehr richtig einordnen, weil das Bild auch ein paar Tage älter schon ist, als ich das gemacht habe. Könnte ein Ablöschen von Koks sein, wahrscheinlich eher nicht, dafür ist die Wolke zu klein.
Michael Koopmann
Da gibt es meine Vermutung auch falsch, die ich gerade hatte.
Patrick Komfort
Ja, also zum Hintergrund, man schmeißt die Kohle ja nicht als Kohle oben in den Hochofen rein, deshalb auch da meine Formulierung etwas ungenau vorhin, sondern das wird vorher, wird die Kohle zu Koks weiterentwickelt. Die dann eben einen höheren Energiegehalt hat und dieser Koks wird dann eben mit eingeworfen. Und auch das, Eisenerz wird selten, so wie man es aus der Erde gräbt, reingeworfen. Es gibt natürlich ein sehr gutes Stück Erz, aber auch das wird häufig vorher aufbereitet in einer sogenannten Sinteranlage. Und die Produkte aus Kuckerei und Sinteranlage sind die, die dann der Hochofen nutzt, um dann in einem Reduktionsprozess Roheisen zu erzeugen. So, und dieses Rohreisen, wie gesagt, geht dann ins Stahlwerk und dann gehen die Prozesse dort weiter. Das wird sich nicht wesentlich ändern im Stahlwerk. Gut, weiter will ich jetzt ins technische Detail auch gar nicht einsteigen, weil dann rede ich mir hier wahrscheinlich mit dem Kopf und Kragen und darf nie wieder auf die Hütte kommen.
Michael Koopmann
Ich glaube, was man halt sagen kann, die Prozesse werden sich ändern. Dadurch wird halt diese riesige Anlage Stahlwerk sich in irgendeiner Form verändern. Das kommt zwangsläufig dadurch, dass wir einfach die Produktionswege halt ändern, um halt diesen CO2-Ausstoß zu verkleinern. Und dadurch wird sich mit Sicherheit auch diese Silhouette maßgeblich verändern, die du jetzt da aufgenommen hast.
Patrick Komfort
Genau, das ist, also man kann das ja schon sehen oder das wird ja konserviert. Es ist nicht so, als wenn man das nie wieder sehen kann, wer den Landschaftspark Duisburg-Nord kennt.
Michael Koopmann
Den dürften viele Fotografen kennen, weil das ist ja eines der Ecken, wo man öfters meist.
Patrick Komfort
In der Fotografenwelt durchaus bekannt. Das ist ja ein ehemaliger Werksteil von Thyssenkrupp im Duisburger Norden. Dort hat man die Hochöfen erhalten, hat sie begehbar gemacht. Das heißt, man kann sich das da sehr gut anschauen. Es sind sehr kleine Hochöfen, die sind nicht vergleichbar mit den beiden, die wir hier sehen und auch den anderen, die auch bei ThyssenKrupp und Salzgitter und anderen Stallproduzenten im Moment im Betrieb sind, weil es eben ältere Hochöfen sind, aber von der Idee her hat es sich nicht wesentlich geändert. Ja, Und das heißt, da wird das konserviert. Das finde ich auch richtig und wichtig. Das gehört eben zu dem Thema Industriekultur im Ruhrgebiet, die ja glücklicherweise bei uns sehr hoch gehalten wird im Pott, weil das auch einfach identitätsstiftend ist. Das fängt an mit dem Glück auf, mit dem ich dich begrüßt habe. Da mag man jetzt sagen, naja, Glück auf ist ein Bergmannsgruß, warum Stahlwerk? Aber die Verbindung, gerade auch früher die wirtschaftliche, mittlerweile aber immer noch die emotionale Verbindung zwischen, Stahlkochern und Bergleuten, die ist halt sehr tief, weil wir im Prinzip eine gemeinsame Prozesskette über viele Jahrzehnte gebildet haben. Und deshalb ist Glück auf eben auch der Gruß der Stahlwerker, wenn er auch ursprünglich aus dem Bergbau kam. Deshalb ist auch die heilige Barbara die Schutzpatronin der Stahlkocher genauso wie der Bergleute.
Michael Koopmann
Wenn ich jetzt mal den Weg zurück zur Fotografie so ein bisschen suche und du hast ja gerade schon den Landschaftspark Duisburg-Nord erwähnt, wo man halt im Endeffekt ja als Fotograf so ein bisschen auf so einem Turm rumkraxeln kann und da drumherum ganz viel Fotos machen kann mit ganz viel rostigem Eisen und ein gefühlt nie enden wollender Pool an Fotomotiven. Aber erwähnen kann man ja auch Zeche Zollverein, was ja über die Grenzen hier hinaus ist, wo man im Endeffekt ja einmal die Zeche hat, aber vor allen Dingen auch eine ganze Koksbatterie, die dort steht und die man sich besichtigen kann und fotografieren kann, da kann man ja so ein bisschen überhaupt ein Gefühl kriegen, wie groß, das alles ist, wenn man da als Fotograf oder überhaupt als Person vorsteht und halt diesen gigantischen Stahlkoloss sieht, mit dem da irgendwas produziert wurde. Wenn man sich dann halt ja mal auf den Berg stellt, ich meine hier Tiger und Turtle, da kann man ja gut über HKM über Eurowerk drüber hinweg gucken, was für ein Riesengelände das ist und was für Riesenprozessketten da dran hängen. Das ist Wahnsinn, ist einfach echt irre, was da alles mit dran hängt, um hier unseren Start zu machen.
Patrick Komfort
Information am Rande, das ist ein kleines Stahlwerksgelände. Das sage ich immer gerne, weil das oft kommt. Mein Gott, das ist ja ein Riesengelände. Wer, die anderen Stahlwerke in Deutschland kennt, weiß, dass wir ein sehr kompaktes Gelände haben, was wir bei Neubauvorhaben auch immer wieder als Herausforderung aufnehmen. Da noch ein Plätzchen zu finden, wenn man was Neues bauen will. Also so groß ist es gar nicht und wir sind eben auf der einen Seite vom Rhein begrenzt und auf der anderen Seite haben wir Wohnbebauung, sodass wir uns auch nicht beliebig ausbreiten können. Aber ja, das ist alles natürlich von der Größenordnung her für das, was man normalerweise kennt, wenn man nicht in so einem Werk arbeitet, ist es alles sehr groß, ist alles sehr beeindruckend und ich bin jetzt 22 Jahre da und kann sagen, es ist auch immer noch beeindruckend. Also ich bin immer noch… Gerne auch im Stahlwerk selbst, am Hochofen selbst und sehe, wie da wirklich mit ehrlicher und teilweise wirklich auch harter Arbeit ein Produkt geschaffen wird, was, glaube ich, die meisten Menschen gar nicht so auf dem Schirm haben, wie wichtig das ist. Also da möge sich jeder mal hinsetzen und überlegen, wenn wir Stahl morgen ausknipsen und das nicht mehr haben und dann braucht man sich nur mal umgucken, wo man gerade ist und überlegen, wie viel ist nicht mehr da von dem, was ich da gerade sehe. Also ein ganz wesentlicher Grundstoff. Und ja, man kann das im Landschaftsparkt Duisburg-Nord sehen, wie es eingefroren ist, wenn es nicht mehr läuft. Und ich bin eben sehr dankbar und glücklich, dass ich die Chance habe, das noch zu sehen, wie es läuft, wenn es produziert. Und auch fotografieren, zu dürfen, wie es aussieht, wenn es noch läuft. Um mal wieder den Schwenk zur Fotografie zu bekommen. Also über Stahlindustrie und die politischen Rahmenbedingungen Das ist ein eigener Podcast. Aber das ist ein anderer Podcast, genau. Um da fotografisch zurückzukommen, ich habe das große Glück, dass ich eben die Fotografieerlaubnis bei uns auf der Hütte habe und da eben auch das Vertrauen genieße, dass ich die Fotos machen darf. Natürlich immer in enger Abstimmung mit unserer Unternehmenskommunikation, weil wir natürlich gucken, dass die Bilder auch vernünftig sind. Und daher habe ich zum Glück mittlerweile ein großes Vertrauen, was mir entgegengebracht wird und darf dann neben meinem normalen Berufsalltag auch oft besondere Ereignisse eben fotografisch mit begleiten.
Michael Koopmann
Und es ist halt auch sehr gefährlich bei Orch auf dem Gelände, weil da halt mit glühendem Stahl rumhantiert wird. Ja, wenn man da in die falsche Ecke fällt, dann muss man nicht mehr gesucht werden auf jeden Fall.
Patrick Komfort
Das ist definitiv so. Das ist keine Pommesbude bei uns, sag ich mal. Man muss schon aufpassen. Nicht umsonst ist Arbeitssicherheit bei uns immer Top 1 bei allem, was wir tun. Also in jeder Besprechung, in, In allen Prozessen, die wir neu aufstellen, an erster Stelle steht immer die Sicherheit, damit logischerweise alle Kolleginnen und Kollegen morgens sicher zur Arbeit kommen und auch abends wieder sicher nach Hause kommen. Das muss immer an erster Stelle stehen, das ist auch so. Und das gilt natürlich auch für diejenigen, die fotografieren dürfen auf der Hütte. Also ich werde einen Teufel tun und einfach fröhlich in irgendwelchen Anlagen rumspringen, egal wie gut ich mich an einigen Stellen auskenne. Selbst dann, man meldet sich vorher an, man meldet sich hinterher ab, damit immer jemand weiß, dass man dort unterwegs ist. Und auch wenn es großartige Fotomotive gäbe, die ich wirklich gerne machen würde, ist die Einschränkung immer die Sicherheit. Aber an der Stelle eben die wichtige und richtige Einschränkung der fotografischen Freiheit, sage ich mal.
Michael Koopmann
Aber ich denke, wenn man jetzt hier so ein bisschen Lust gewonnen hat, durch den Podcast mal ein bisschen Ruhrgebiet, so ein bisschen echtes oder früheres Ruhrgebiet, ist das richtige Wort zu fotografieren. Man kann ja auch, man muss ja nicht im Werk sein. Man sieht euch das HKM ja wirklich vom Weiten, also wenn ich hier in Rating jetzt hier auf meinen Berg oder meinen Hügel hier steige, sehe ich dann schon die Skyline und wenn man sich da auch so ein bisschen mit auskennt, kann man auch direkt ein bisschen die Betriebsprozesse bei euch nachvollziehen. Wenn da gerade der Koks abgelöscht wird, dann sieht man die große Rauchwolke und man sagt, ah guck mal, ist gerade wieder was fertig. Und das kann man fotografisch gut von hier beobachten, da hat man so ein bisschen die Natur drumherum und bei euch im Werk drumherum gibt es ja auch so ein paar Straßen, wo man dann mal auf den Bahnverkehr so ein bisschen gucken kann. Da hat man mal das Gefühl, wenn irgendwie so ein glühender Stahlpott unter einem hergefahren wird, da kann man so ein bisschen gucken und auch drumherum kann man noch so ein bisschen Ruhrgebiet kennenlernen mit so einer Siedlung, die auch noch schön so ein bisschen alt aussieht. Also es lohnt sich auch mal einfach bei euch ums Werk drum herum zu gehen und da vielleicht mal mit der Kamera ein bisschen was zu machen.
Patrick Komfort
Genau, da vielleicht auch noch Tipp für Fotografen. Man neigt dann dazu, auf unserer Rheinseite ein gutes Fotomotiv zu finden, wenn man einmal über die Rheinbrücke rüberfährt und das Hüttengelände von der anderen Rheinseite fotografiert. Das ist oft noch ein spannenderes Motiv, wenn man wirklich das Werk als solches fotografieren möchte, weil man da schön mit dem Rhein im Vordergrund arbeiten kann und so. Das lohnt sich auch.
Michael Koopmann
Aber was ich auch einmal sehr interessant finde, ist so ein bisschen Duisburg, sich da hinten anzugucken. Denn ja, es sieht halt auch noch sehr nach Arbeit der Siedlung da hinten aus. Es ist schon mal etwas speziell drumherum, würde ich sagen.
Patrick Komfort
Genau, der Wohnort daneben heißt eben sonst Hüttenheim, weil es halt das Hüttenheim war, als es gebaut wurde. Das ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der damaligen noch Mannesmann-Hütte gebaut worden. Und das hat man ja eben in der Industrie, aber genauso im Bergbau immer wieder, dass diese Arbeitersiedlungen errichtet wurden rund um dann die Werke und Zechen, die dann eben heute auch unter Denkmalschutz stehen teilweise, weil sie einfach ein ganz eigenes Bild darstellen. Und das hat man in Duisburg sehr viel, weil wir hier eben alles verbinden. Also sowohl die Stahlindustrie als auch den Bergbau. Das heißt, wir haben Bergbausiedlungen, wir haben Stahlarbeitersiedlungen und wir haben zum Beispiel in Wedau ja auch die Eisenbahnersiedlungen. Das war früher ja durchaus gang und gäbe, dass die… Dass Arbeitgeber auch wohnungsmäßig für ihre Mitarbeitenden gesorgt haben.
Michael Koopmann
Auch da gab es schon Fachkräftemangel.
Patrick Komfort
Genau, genau, das ist der Punkt. Tatsächlich historisch, dass man versucht hat, die Menschen örtlich auch an den Arbeitgeber zu binden und dafür zu sorgen, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, woanders zu arbeiten.
Michael Koopmann
Ja, und diese ganzen Sachen, was so erhalten ist, ist durch die Route der Industriekultur wunderbar konserviert worden. Also wer mal hier Urlaub macht, braucht eigentlich nur diesen braunen Schildern zu folgen und man findet gefühlt an jeder Ecke irgendwo eine neue historische, Siedlung oder irgendwas, was halt hier mit der Industrie zu tun gehabt hat und, kann sich da dann ein bisschen schlauer machen, wie das denn hier mal früher ausgesehen hat. Und ja, wer da vielleicht dann auch ein interessantes Bild gemacht hat, darf das dann gerne natürlich hierhin mitbringen, weil ich denke, so diese kleine Ruhrgebietsserie, die hier gerade entsteht, darf gerne weitergeführt werden, denn ja, allein mich interessiert auch dieses Thema Ruhrgebiet gerade so die Industrie sehr und ja, da müsst ihr im Podcast, denke ich mal, demnächst mal ein bisschen mehr durch und dazu hören, aber ich denke, ihr findet das auch interessant. Also wer ein schönes Bild hat, auch wieder mit einer Ruhrgebietsthematik, bringt es gerne mit und das wäre dann was für eine der nächsten Folgen.
Patrick Komfort
Vielleicht gibt es einen fotografierenden Kollegen von der RAK, also von der Ruhrkohle AG, der noch in den noch bestehenden Bergwerken Untertage mal was machen kann.
Michael Koopmann
Sehr gerne, wenn du dann Kontakt herstellen kannst.
Patrick Komfort
Ne, habe ich nicht, war nur eine Idee.
Michael Koopmann
Ah, schade, schade.
Patrick Komfort
Hört ja vielleicht zu.
Michael Koopmann
Aber sowas wäre auf jeden Fall spannend, auch mal unter Tag. Ich kenne da so ein paar Bilder. Das ist auch eine Parallelwelt, die da existiert oder existiert hat, die mit Sicherheit sehr, sehr interessant wäre, hier mal zu besprechen. Ja, Patrick, ich weiß, du hast auch noch ein paar Bilder, auch aus dem Stahlwerk. Da müssten wir eigentlich auch mal irgendwie drüber sprechen. Aber da müssen wir mal gucken, ob wir das überhaupt jetzt zeigen dürfen. Aber glühender Stahl ist schon super, super interessant, auch auf Bildern.
Patrick Komfort
Ja, genau. Also das Archiv ist durchaus da. und da kriegen wir bestimmt was hin für eine der nächsten Folgen.
Michael Koopmann
Patrick, ich danke dir vielmals, dass du dieses schöne Bild mitgebracht hast und vor allem hier wieder ein bisschen Hintergrund zum Ruhrgebiet uns erzählt hast und ja, ich denke, wir hören uns bestimmt nochmal irgendwann demnächst mit einem der anderen Bilder. Da gibt es noch eine ganze Menge zu erzählen, wo wir jetzt in den beiden letzten Episoden ja doch relativ schnell raus mussten. Ich glaube, da müssen wir demnächst nochmal eine Folge aufnehmen.
Patrick Komfort
Ja, sehr gerne. Danke, dass ich nochmal da sein durfte und ja, Glück auf nochmal an alle.
Michael Koopmann
Glück auf Bis dann.
Patrick Komfort
Tschüss.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


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