Dia 34 – Unterwegs im Hainich mit Stefan Kuhn

Genre:

In dieser Episode geht es um Naturfotografie im Hainich – um das genaue Hinsehen, die Ruhe des Waldes und die kleinen Motive am Wegesrand. Stefan Kuhn erzählt von seinem Streifzug durch den Buchenwald, von Baumtoren, Moosstrukturen und den kleinen Welten im Unterholz – und natürlich davon, wie aus einem Spaziergang ein spannender fotografischer Ausflug wird.

ild im Querformat: Eine Szene die wirkt wie ein magisches Portal in die  Wildnis
Hier sieht man einen umgestürzten Baumstamm der auf dem Foto wie ein natürliches Tor wirkt
Der dicke, moosbedeckte Stamm biegt sich wie ein Bogen über den Waldboden von recht nach links umrahmt von weiteren Ästen.
Der Herbstwald drumherum leuchtet in Gelb- und Orangetönen.
Schlanke Birken und Laubbäume ragen hoch, ihr Laub raschelt in goldenem Licht.
Der Boden ist mit Laub und Moos bedeckt.
Nationalpark Hainich – Foto: Stefan Kuhn

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Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Stefan K. Kuhn

Weitere Episoden mit Stefan K. Kuhn:



⛓️‍💥Links zur Episode:

Gesellschaft für Naturfotografie GDT

Nationalpark Hainich



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Vielen Dank. Bis zur nächsten Episode am kommenden Mittwoch!



📄  Zusatzinfos:

Diese Episode ist erschienen am 02.09.2026 und wurde aufgenommen am 17.02.2026.

Das Titel-Bild und die Figuren wurde per KI ‚ChatGPT‘ generiert. Die Titel-Melodie „Der weite Blick“ wurden von M. Koopmann mit der KI musichero.ai generiert. Alle Bilder im Podcast sind echte Fotografien soweit nicht anders gekennzeichnet.

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Herzlich willkommen beim Podcast Bilder und Geschichten. In diesem Podcast geht es um ein Bild und die Geschichte dahinter. Nicht um Technik, sondern um das Foto. In jeder Folge bringt ein Gast ein besonderes Bild mit. Und wir lassen dich das Foto hören. So entstehen Geschichten für den Kopf lebendig und echt. Das ist Bilder und Geschichten, dein Fotopodcast. Schön, dass du dabei bist. Ja, und in dieser Folge freue ich mich besonders, dass der Stefan Kuhn dabei ist. Denn er hat mir wieder oder uns allen hier wieder ein schönes Bild mitgebracht. Und wir gehen mit dem Stefan wieder in die Natur. Aber bevor wir losgehen, hallo Stefan, schön, dass du wieder da bist.
Stefan K. Kuhn
Hallo Michael, hallo liebe Hörer.
Michael Koopmann
So, ich sehe ein Bild hier gerade bei mir auf dem Bildschirm, was ich wieder von dir gekriegt habe, wo wir anscheinend heute mitten in den Wald reingehen. Und ich weiß von dir, dass du seit einiger Zeit auch bei der Gesellschaft für Naturfotografie Mitglied bist. Erzähl doch mal, wie du dort hingekommen bist.
Stefan K. Kuhn
Ja, jetzt könnte ich ganz knapp sagen, ich bin da mit dem Auto hingekommen.
Michael Koopmann
Das ist aber nicht gut für den Wald.
Stefan K. Kuhn
Genau. Nein, ich bin seit Anfang 2025 Mitglied in der GDT. Der Deutschen Gesellschaft für Naturfotografie. Wer sich jetzt fragt, warum der Titel und die Buchstaben nicht ganz zusammenpassen, das war früher mal die Gesellschaft deutscher Tierfotografen. Und man hat dann das Portfolio irgendwann erweitert, ist dann zur Naturfotografie gegangen, Er wollte aber die gut eingebürgerte und bekannte Abkürzung nicht ändern. Das ist das ganze Geheimnis dahinter. Es gibt hier in Nordbayern-Thüringen eine ganz muntere, aktive Regionalgruppe, die im Laufe des Jahres einige Exkursionen, Ausflüge, Bildbesprechungen zum Thema Naturfotografie durchführt. Und da bin ich eben auch, wenn es zeitlich ausgeht, aktiv mit dabei. Und in dem Fall war es so, wir waren im Schwarzer Tal in Thüringen, um dort Herbstfotografie zu betreiben. Und dort gab es also Herbstlaub, Pilze, einen Fluss, die Schwarzach, mit verschiedenen Stufen. Von Wasserfällen will ich hier nicht sprechen, sagen wir Stromschnellen. Und dort haben wir das Wochenende zugebracht. Das Wochenende darauf war dann das große Jahrestreffen der GDT in Lünen bei Dortmund. Ja, genau. Und dann habe ich überlegt, wie kannst du jetzt die Zeit dazwischen totschlagen, weil wieder zurückzufahren hier Richtung Regensburg und dann wieder in den Norden aufzubrechen, habe ich gedacht, ist irgendwie Quatsch. Also fährst du dahin, wo du schon immer mal hin wolltest, nämlich in den Heinich. Und der Heinich ist ein großer deutscher Nationalpark, nordöstlich von Eisenach. Und das ist ein sehr großes Buchenwaldgebiet. Und genau dort ist eben dieses Foto entstanden in den drei Tagen, die ich dann dort zugebracht habe, um den Heinich eben ein bisschen zu erkunden.
Michael Koopmann
Also ich finde es ja super spannend, dass die GDT da halt auch so viel macht und dann halt auch so eine aktive Ortsgruppe hat, weil ich glaube, am meisten macht Fotografieren ja Spaß, wenn man zusammen unterwegs ist, auch wenn es mal passieren kann, dass man kein einziges Foto macht, aber man hat auf immer einen guten Tag gehabt und konnte viel quatschen und das macht doch immer Spaß.
Stefan K. Kuhn
Wobei ich sagen muss ein Foto kriegen wir eigentlich schon immer zustande einfach wir suchen natürlich die Ecken wo wir hinfahren nach der Jahreszeit aus, meistens wohnt dort einer von dieser Regionalgruppe kennt sich dort aus und nimmt uns dann so ein bisschen ans Hähnchen und sagt jawohl und da hinten ist halt die Wiese mit den Schmetterlingen oder dahinten ist der Wald mit den knorrigen Bäumen und dann gelingt das meistens schon. Wo wir im letzten Jahr leider aufgeben mussten, das war die, Die Fotografie von Eiszapfen an einem Wildwasserbach, weil es gab zwar Wildwasser, aber keine Eiszapfen. Und da hilft auch die Ortskunde nichts bei plus 10 Grad.
Michael Koopmann
Ja, da kann man da nichts machen.
Stefan K. Kuhn
Genau.
Michael Koopmann
Aber kommen wir mal zu deinem Bild, was du mitgebracht hast. So, mein erster Blick sagt mir gut, dass die GDT das Tee für Naturfotografie stehen hat. Denn ein Tier sehe ich so auf den ersten Blick nicht, aber ganz viel Natur. Denn ja, wir stehen hier anscheinend mitten im Heinrich, mitten im Wald. Die Hauptfarbe in diesem Bild ist so ein grün-gelb. Deswegen scheint es sogar in Herbst zu gehen, wenn ich das richtig sehe.
Stefan K. Kuhn
Ja, genau.
Michael Koopmann
Und ja, der ganze Hintergrund ist eigentlich ein dichter Laubwald. Da ist kein bisschen Himmel zu sehen, nur Stämme und Laub. Und der Vordergrund ist, ich würde jetzt sagen, nur ein umgefallener Baum, der aber hier, der halt entsprechend krumm gewachsen ist, irgendwie so leicht umgekippt oder zumindest eine gewisse Schräglage auch noch erhalten hat. Und nun halt so ein gewisses Torbild oder so einen schönen Rahmen für halt das, was wir in der Mitte sehen. Der Stamm ist schön braun, braune Rinde, von oben mit Moos bewachsen und bildet in der Mitte so einen fast Kreis, wo der Blick drauf wandert und in diesem Kreis gefangen wird. Und ja, und im Vordergrund sehen wir halt noch so ein bisschen kleine Bäumchen, die noch wachsen wollen, ein bisschen Laub und stehen so halt mitten im Wald und ja, ich meine, man kann ihn fast hören und riechen.
Stefan K. Kuhn
Ja, das war auch ein ganz wunderschöner Tag dort im Heinich, der mir noch ganz, ganz präsent ist. Ich hatte das Auto dort auf einem Campingplatz eben abgestellt und habe gesagt, Mensch, das kann man alles zu Fuß machen. Und es gibt eben auch ganz viele Wege im Hainich, normale Feldwege, sag ich mal, also mit einer gewissen Breite oder auch kleinere Pfade, die dann so durch die Bäume gehen. Und das hat also wahnsinnig viel Spaß gemacht, da rumzulaufen. Und ich hatte schon eine ganze Menge an Fotos eingesammelt von Pilzen oder auch knorrige Bäume, von denen nur noch die Reste da standen und habe dann irgendwann gesagt, ja, aber du brauchst doch noch ein Bild vom Heinich, vom Buchenwald, das typische Bild, wo man eben sieht die vielen Buchen. Und das ist halt nicht so leicht gewesen. Denn egal, wo man die Kamera hinhält, ja, es sind viele Buchen drauf, aber irgendwie ist das Bild doch immer ein bisschen flach und langweilig.
Michael Koopmann
Also es passt, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht und man kriegt den auch vor lauter Bäumen nicht auf den Schiff gebannt.
Stefan K. Kuhn
Richtig, so ist es. Und also muss ein Vordergrund her, der da noch ein bisschen Aufmerksamkeit bündelt und fasst. Und als ich dann über diesen Baumstamm gestolpert bin, haha, dann war eigentlich sofort klar, Und das wird das Bild. Und man sieht hier eben im Vordergrund die kleinen Schösslinge, die jungen Buchen, die hier vielleicht ein Jahr alt sind oder so oder noch aus diesem Sommer stammen. Man sieht im Hintergrund eben hinter diesem Tor die großen Buchen, wie sie halt dort heute in diesem wirklich riesengroßen Waldgebiet stehen und wachsen. Und man sieht dann auch wieder das andere Ende, nämlich den umgefallenen, den gestorbenen Baum, der eben hier diesen Torbogen bildet. Und insofern fand ich das Bild eigentlich ganz gut für diesen naturbelassenen Urwald, der dort schon seit vielen Jahren heranwächst.
Michael Koopmann
Ja, ist ja spannend, wenn man diesen Baum sieht, frage ich mich zumindest ein bisschen, was hat der Baum wohl für eine Geschichte hinter sich, weil diese Biegung, die er da hat, diese fast 90 Grad, die scheinen ja nicht erst seit kurzem da zu sein, sondern irgendwie ist er schon mal gezwungen worden, halt irgendwie schräg zu wachsen und ja, irgendwann hat es ihn dann wohl doch dahingerissen, dass er inzwischen halt da so tot rumsteht, was dem wohl passiert ist.
Stefan K. Kuhn
Ja, ich glaube, als der noch aufrecht gestanden hat, das war so ein bisschen wie ein zweiarmiger Kerzenständer, weil man sieht ja auch unten noch einen etwas dünneren Stamm, der noch mit dazugehört, der an der linken Bildseite dann so nach schräg oben steht.
Michael Koopmann
War mit Sicherheit dann auch ein sehr interessanter Baum, als er noch gestanden hat.
Stefan K. Kuhn
Der war sicherlich auch sehr interessant, als er noch gestanden hat. Genau. Vielleicht hat ihn ja auch irgendwann das Militär umgeschubst, denn der Heinrich ist seit 1935 militärisches Sperrgebiet gewesen, bis 1991, was gut und schlecht ist. Gut insofern, dass halt der Wald dort nicht bewirtschaftet wurde, es wurde nicht gezielt Holzeinschlag betrieben, es wurde auch nicht aufgeforstet, keine Rückegassen oder ähnliches dort, sondern er ist eigentlich im Wesentlichen sich selbst überlassen worden. Und das macht den Wald eben so spannend, weil er nicht erst seit 10, 20, 30 Jahren naturbelassen ist, sondern da kann man halt nochmal locker 50, 60 Jahre obendrauf rechnen.
Michael Koopmann
Aber man muss jetzt keine Sorgen haben, dass man da nicht nur auf irgendwelche Pilze aus Versehen tritt, sondern auch gleich noch auf irgendwelche Minen.
Stefan K. Kuhn
Nein, nein. Da hat es zwar Schießbahnen mal gegeben, aber das sind dann eben auch Teile, da gehen zum einen gar keine Wege durch. Da wird man auch kaum auf die Idee kommen, sich da irgendwie durchs Unterholz zu quetschen. Und dort, wo die Wege sind, ist… Keine Gefahr mehr.
Michael Koopmann
Jetzt gucke ich auch auf diesen Stamm und sehe diese wunderschöne Moosstruktur. Die würde mich jetzt irgendwie magisch anziehen mit meiner Kamera. Wie fotografierst du? Bist du dann vor allen Dingen so der Landschaftsfotograf, wie ich jetzt irgendwie dieses Bild einkategorisieren oder gehst du auch dann mit dem Makro ganz tief ins Unterholz oder halt in das Moos rein?
Stefan K. Kuhn
Also genau an diesem Tag, wo ich dort eben unterwegs war, ist nicht nur das Standard-Zoom sozusagen zum Einsatz gekommen, sondern da ist dann auch das Makro rausgekommen. Ich habe dann im Moos, nicht an diesem Baum, sondern ein Stückchen weiter, dann sogar noch einen Marienkäfer und eine Wanze fotografieren können. Und ja, das sind auch ganz, ganz spannende Motive.
Michael Koopmann
Die sind super spannend, weil im Endeffekt diese Bilder einen ja in eine ganz eigene Welt plötzlich reinziehen, weil man dann alles aus der Käferperspektive mal sieht zum Beispiel und dann ja es alles komplett anders aussieht.
Stefan K. Kuhn
Ja, vor allen Dingen die Größenverhältnisse sind ja dann ganz andere, als man es normalerweise sieht. Ich meine, ein Marienkäfer hat jeder schon mal irgendwo auf dem Finger gehabt und hat sich den angeschaut. Okay, ja, kleines Tierchen, und weggeflogen. Und wenn der sich aber da im Moos bewegt und muss sich da… Durcharbeiten, das schaut so anders aus. Genau, was für uns hier eine drei Meter hohe Hecke ist, durch die wir uns durchdrücken müssen und wo wir die Machete zücken würden, da muss er sich eben durchs Moos durcharbeiten. Und das ist natürlich schon ein völlig ungewohnter Anblick, solche Bilder.
Michael Koopmann
Ja, und somit habe ich ja eigentlich am Anfang was Falsches erzählt. Das Bild passt ja dann doch zur GDT, zur Tierfotografie, denn hier drauf haben wir ja bestimmt eine Milliarde Ameisen, Massigkäfer und was weiß ich noch an Tieren, die da irgendwo bestimmt auf diesem blauen Stamm rumkrabbeln oder auf dem Boden.
Stefan K. Kuhn
Ganz sicher, man muss nur genau genug hinschauen.
Michael Koopmann
Genau. Und wer das möchte, kann mal auf die Episodenseite gehen bei podcast.bilderzeigen.de. Dort findet ihr das Bild auch in einer höheren Auflösung. Ob ihr bis zur Ameise zoomen könnt, weiß ich nicht. Ich glaube, das klappt noch nicht ganz. Aber auf jeden Fall könnt ihr ein bisschen genauer reinschauen. Wenn ihr euch das Bild mal sehen wollt, hinterlasst gerne mal einen Kommentar, was ihr an Tieren entdeckt. Und falls hier ein Makrofotograf zuhört, der halt auch ganz eigene Welten mit seiner Kamera entdeckt und vielleicht auch im Wald unterwegs war und was ganz Besonderes gesehen hat, der kann sich ja gerne mal auf dem Kontaktformular bei mir melden, denn das wäre mit Sicherheit auch eine sehr, sehr spannende Folge für den Nächst. Aber ich würde sagen, erstmal lassen wir es hierbei. Ich danke dir, Stefan, dass du wieder dabei warst. Und du bist natürlich immer herzlich eingeladen, mit einem neuen Bild, mit einer neuen Foto-Genre hier bei mir vorbeizukommen und das hier wieder zu zeigen.
Stefan K. Kuhn
Ja, herzlichen Dank für die Einladung, Michael. Und wenn ich noch mal ganz genau hinschaue, finde ich bestimmt noch zwei oder drei Bilder, die man einem größeren Publikum zeigen kann.
Michael Koopmann
Das bin ich aber gespannt. Nicht, dass wir da eine komplette Festplatte irgendwann mal durchgeschaut haben, aber ich glaube, da ist noch ein bisschen was zu tun.
Stefan K. Kuhn
Da ist noch was zu tun.
Michael Koopmann
Okay, ja, dann können wir noch ein paar Folgen machen, aber bis dahin vielen Dank dir, vielen Dank den Zuhörern und bis demnächst.
Stefan K. Kuhn
Tschüss.
Michael Koopmann
Tschüss.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


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