Dia 18 – Gold-Gelb im Bremer Viertel unterwegs mit Kristian Langer

Genre:

Das Bild dieser Episode zeigt die gelbe Fassade der Buchhandlung „The Golden Shop“ im Bremer Viertel, geprägt von kräftigem Gelb, handgeschriebenen Texten und echter Street-Art-Atmosphäre. Mit dem gelb gekleideten Postboten eine Szene voller Alltag – aber trotzdem ein ganz besonderes Bild mit viel Farbe und toller Geschichte.

Bild im Querformat Hier sieht man die bunte Fassade der linken Buchhandlung Golden Shop in Bremen. Die Hauptfarbe des Bildes ist Gelb Die gelb-orangene Wand ist vollgeschrieben mit handgeschriebenen Sprüchen wie über dem Fenster“Deutschland verrecke Bitte’”, rechts daneben “Wir haben viel zu tun nämliches Geiles Life” und unter dem Fenster “Der Staat Verschwindet nicht im Kommunismus” und weitere 6 Zeilen Text. Rechts ist angeschnitten noch der Eingang einer Tanzschule erkennbar mit einer vol mit Aufkleber verklebten schwarzen Eingangstür Vor dem Laden schiebt ein Postbote in gelbem Regenmantel und Cap einen gelben Post-Bollerwagen. Auf dem Wagen ist vorne deutlich das Posthrin erkennbar. Der Postbote träge eine Türkise Bille. Die Fenster zeigen Bücherregale und eine beleuchtetes Schild mit dem Schriftzug “Golden Shop” – ein Bild voller Street-Art-Vibes.
Foto: Kristian Langer

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Kristian Langer

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Diese Episode ist erschienen am 13.05.2026 und wurde aufgenommen am 13.03.2026.

Titel-Melodie: „Der weite Blick“ generiert von M. Koopmann mit musichero.ai

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Hallo, ich bin Michael. Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ich liebe es, wenn Bilder anfangen zu erzählen, wenn aus einem kurzen Moment plötzlich eine ganze Geschichte wird. Hier spreche ich mit Menschen über ihre Fotos, über Erinnerungen, kleine Zufälle und Emotionen. Jede Folge ein neues Bild. Ja, und auch in dieser Folge gibt es ein wunderschönes Bild, denn ich habe wieder einen ganz neuen Gast hier überreden können, in meinen Podcast zu kommen. Nein, er hat sich bei mir gemeldet, um in den Podcast zu kommen. Viel, viel besser, denn heute habe ich den Christian Langer hier. Hallo, Christian.
Kristian Langer
Ja, moin, Michael. Schön, dass ich mal dabei sein darf.
Michael Koopmann
Freut mich total. Wir haben dich ja beim Bilderabend schon überredet, dort deine Bilder zu zeigen. Da warst du eben jetzt hier, Bilderabend, was ist, um 27, glaube ich, war es, im März bei uns. Nee, ab Februar bei uns.
Kristian Langer
Genau.
Michael Koopmann
Und hast da schöne Bilder aus Dänemark gezeigt. direkt kam es dann danach direkt auf mich zu, ob du denn auch hier in den Podcast kommen darfst. Und natürlich darfst du kommen und natürlich dürfen auch viele andere hier noch kommen, denn ich freue mich ja immer über Leute, die hier ihre Bilder zeigen wollen und ja, dann noch eine schöne Geschichte dazu haben. Aber wer bist du eigentlich? Wenn ich bei dir auf Instagram schaue, bist du eigentlich so ein Street-Photographer und kommst aus Bremen, bist dort auch im Street-Musikanten-Kollektiv und bewegst dich eigentlich auf der Straße. Aber erzähl doch mal ein bisschen, was du so alles mit der Kamera machst.
Kristian Langer
Ja, also wie bei wahrscheinlich vielen hat durch Corona sehr viel Zeit dazu beigetragen, dass ich mir dachte, irgendwas muss ich ja nochmal machen. Und da kam halt das Thema Fotografie auf. Ursprünglich komme ich auch eigentlich eher aus der Landschaft bzw. Naturfotografie, habe dann aber irgendwie durch Zufall mal das Genre Street-Fotografie mitbekommen und ja, habe da bis heute Spaß dran. Wir sind heute noch aktiv dabei.
Michael Koopmann
In Ihrem Podcast habe ich ja schon so ein paar Street-Photography-Bilder gehabt und… Ja, es ist zwar ein Genre, aber ich sage eigentlich immer, ist das so ein breites Feld, dass man das gar nicht irgendwie in einen bestimmten Bereich packen kann. Denn Street Photography kann so viel sein. Ich glaube, der gemeinsamste Nenner, den man da machen kann, ist halt, dass man irgendwie Alltag versucht, in ein Bild zu packen. Und das hast du mit deinem Bild, glaube ich, ja auch sehr gut geschafft.
Kristian Langer
Ja, würde ich schon sagen. Also ich kann ja schon mal was zum Bild erzählen, wenn du möchtest.
Michael Koopmann
Sehr gerne.
Kristian Langer
Also wir haben hier lustigerweise einer meiner ersten Street-Photography-Bilder überhaupt. Das Bild ist auch schon etwas älter dadurch, also knappe drei Jahre alt. Und ja, ich bewege mich gerne im Viertel. Die Bremer kennen das auf jeden Fall in Ort, die auswärtigen manchmal auch. Das Bremer Viertel ist halt sehr lebendig, ein alternatives Viertel. Wie in Berlin gibt es ja auch so hippe Stadtteile, nenne ich es jetzt einfach mal. Und da bilden sich natürlich ordentlich Motive auch dafür bei.
Michael Koopmann
Erst werden diese Viertel hip, dann werden sie irgendwann von normalen Leuten übernommen und dann werden sie irgendwann teuer und nicht mehr bezahlbar. So ist ja meistens der Weg.
Kristian Langer
Und das ist da auch der Fall.
Michael Koopmann
Okay, aber auf jeden Fall auf dem Bild, was du hier mitgebracht hast, sieht man noch, dass ja, es ist doch noch sehr hip ist. Street Art auf jeden Fall drin ist, ja auch ein wenig linkslastig. Ja, aber das macht, glaube ich, gerade diesen sehr besonderen Reiz aus. Ich versuche es mal für die Hörer noch ein bisschen zu beschreiben, damit so eine grobe Vorstellung ist, was wir denn hier sehen. Aber wie immer ist das ein Bild, wo ich mir denke, boah, habe ich mir wieder was sehr Schweres ausgesucht hier für den Podcast. Denn wir haben erstmal einen Hintergrund, der halt, nein, wir haben ein Bild im Querformat, das erstmal komplett die Farbe Gelb mit sich bringt. Und im Hintergrund halt eine Buchhandlung, die halt auch eine gelbe Fassade hat und eine Fassade mit ganz vielen Sprüchen drauf. Da ist ja alles mögliche bei, auch das sehr linkslastig von wir haben viel zu tun, nämlich geiles Live bis zu ein paar Kommunismus-Sprüchen und so weiter. Wer sich da das Bild genauer anguckt, wird da einiges zu lesen haben, aber auf jeden Fall ganz viel so halt Graffiti-Style. Zentral halt eigentlich ein großes Schaufenster dieser Buchhandlung, dem Golden Shop. Dort sehen wir halt da ein bisschen die Auslage, sehen halt ein Schild beleuchtet mit dem Namen von dem Schild. Und dann halt eine Tür, die halt komplett verklebt ist mit Aufklebern. Auch auf der rechten Seite eine Tür zu einer Tanzschule, die auch mit Aufklebern vollgeklebt ist. Aber davor läuft ja passenderweise zum Farbton ein Postbote her, der halt so ein kleines Wägelchen vor sich her schiebt mit seinen Briefen. Da ist der Deckel auf, da sehen wir auch schön halt das Posthorn, dass wir auch genau wissen, dass es die Post ist. Er hat eine Regenjacke an, die auch gelb ist, unten halt so ein paar Warnstreifen, eine schwarze Hose. Er hat ein graues Käppi auf und eine türkise Brille, was ich ganz lustig finde. Steht halt jetzt genau in der Tür, dass er da freigestellt ist und der Postwagen ist halt auch so zur rechten Seite. Ja und damit hat dieses Bild, finde ich einfach so eine total schöne Farbstimmung und ist halt ja so schön überladen, so würde ich sagen. Wie bist du zu diesem Bild gekommen?
Kristian Langer
Naja, um ehrlich zu sein, ich war einfach unterwegs im Viertel auf der Suche nach Motiven und ich meine üblichen Kaffee genossen habe, bin ich aus dem Café raus Ja, und kurz danach biege ich halt die Straße ein. Es ist sozusagen das Bermude-Dreieb, sagt man auch gerne in Bremen, also mehrere Kneipen auch untergebracht. Und war eigentlich auf dem Weg dorthin und habe an diesen Shop jetzt gar nicht großartig gedacht. Der sieht zwar toll aus, aber wenn natürlich nichts davor ist, dann ist er dann doch ein bisschen langweiliger. Aber in dem Moment kam halt wirklich in dem Falle die Post vorbei. Und ja, es passt halt wunderbar. Und ich dachte, gut, das musst du mal mitnehmen. Habe eigentlich mir noch gar nicht so viel gedacht. Wie gesagt, es war am Anfang, wo ich erst mit Speedfotografie angefangen habe. Es ist halt einfach eine tolle Mischung, weil man halt wirklich diesen Kontrast hat zu diesem, ich sag mal doch, spießigen Post, gleichzeitig aber dieser komplett eher wilden Linken, wie auch immer was bezeichnen möchte, Ausstrahlung und ja, ein toller Kontrast dazu einfach. Obwohl es Ton und Ton ist.
Michael Koopmann
Wenn man dann halt vor so einem komplett gelben Gebäude steht, was ja an sich schon mal irgendwie besonders ist, wünscht man sich natürlich so einen Postboten. Jetzt bin ich immer einer Art der ungeduldigen Fraktion und ich glaube, mir fehlt auch immer so ein bisschen das notwendige Glück anscheinend. Ich würde jetzt vor diesem Shop stehen und wahrscheinlich könnte er fünf Tage lang stehen, würde wahrscheinlich keinen Postboten vorbeikommen sehen und wenn, dann würde ich wahrscheinlich meine Kamera nicht bereit haben. Wie hast du das denn geschafft, den da ins Bild zu kriegen?
Kristian Langer
Naja, frag mich nicht. Ich war Gott sei Dank morgens unterwegs, hatte an dem Tag frei gehabt. Beruflich habe ich dadurch die Möglichkeit auch mal morgens loszugehen, wo ja viele sich natürlich eher scheuen in der Woche und eher tendenziell gegen Abend losrennen. Aber das war halt möglich und dementsprechend hatte ich da doch mal das Glück, einen Postboten zu erleben. Wobei ich sagen muss, es gehört so ein bisschen zu meinen Stammstrecken, die ich mitlaufe und ich habe es bis heute kein zweites Mal geschafft, noch mal einen Postboten davor zu haben. Also es war einfach mal Glück.
Michael Koopmann
Ja, aber das Bild ist ja perfekt. Was willst du da? Das kriegst du ja nicht nochmal getoppt eigentlich. würde ich behaupten.
Kristian Langer
Ja, vielleicht noch mal mit DAL, wäre auch mal ganz lustig.
Michael Koopmann
Okay. Ja, wäre auch eine schöne Serie. Es gibt ja auch so viel andersfarbige Paketdienstleister vor dem passenden Hintergrund. Vielleicht wäre das noch was.
Kristian Langer
Oder Postbote mit einer anderen Paketdienstleister, das wäre natürlich noch mal lustiger. Also Möglichkeiten gibt es da noch viele bestimmt.
Michael Koopmann
Aber da höre ich schon mal raus, das habe ich auch schon mal hier in einigen Folgen erklärt, dass es ja bei den Street-Fotografen die Jäger und die Angler gibt, also die, die, drauf warten auf das Motiv und da hätten wahrscheinlich jetzt, wie gesagt, Stunden vollbracht und die Jäger, die halt einfach hinlaufen und das erlegen, was ihnen da vor die Linse kommt. Da bist du auch so ein Jäger vermutlich.
Kristian Langer
Im Grunde auf jeden Fall. Natürlich, klar, wenn ich einen guten Spot habe, wo ich denke, hier passt das Licht, also ich kann schon durch das Composing-mäßig da einiges rausholen, dann kann ich auch mal so fünf bis zehn Minuten warten, aber ehrlich gesagt, mehr reicht meine Güte einfach nicht aus.
Michael Koopmann
Das kenne ich sehr, sehr gut. So, jetzt sagst du da, das ist dein erstes Bild oder einer der ersten Bilder, die du so in der Street Photography gemacht hast. Erzähl doch mal was zum Einstieg. Also klar, Corona, die Zeit, ja, hat man die Langeweile, wollte man eh irgendwie raus und war irgendwie an den Ort gebunden. Aber das Schöne an Street Photography ist ja, man braucht ja eigentlich nichts, außer irgendwas, was ein Bild macht und Lust zum Aufnehmen.
Kristian Langer
Absolut, es ist wirklich die geringste Einstiegshürde, würde ich sagen, in Fotografie, die es mitgibt. Wir müssen nicht besonders Lichtschlagobjektive haben. Wir müssen keine besonderen Kameras haben. Es würde theoretisch auch mit dem Handy gehen. Wobei ich natürlich immer sage, das Feeling mit einer Kamera ist halt was anderes. Also ich kann auch mit einem Opel Corsa schnell fahren, aber mit einem Sportwagen fühlt es sich besser an. Simpel mal gesagt. Also Definition schnell natürlich abhängig, aber von daher ist es schon natürlich trotzdem, aber der Street-Vlog sehr simpel. Ich habe damals, das ganze Bild wurde noch mit einem Kit-Objektiv sogar aufgenommen. Das rühmte 1855 von Ken, das kennt da glaube ich jeder. Ich glaube, jeder hat es am Anfang drauf gehabt. Und wie man sieht, man kann auch damit sehr gute Bilder machen. Also es ist wirklich nicht notwendig, da irgendwie gleich sofort in die Vollen zu gehen und alles zu investieren, gerade für, in Anführungszeichen, Genres wie die Street-Fotografie, die doch etwas anspruchsloser, sag ich mal, an die Technik sind.
Michael Koopmann
Sehe ich genauso. Also es geht mit allem und ich glaube, es ist am ehesten nicht gegen das Handy, sprich es einfach, dass mir irgendwie da immer das Feeling dann fehlt. Man braucht da so einen schönen Auslöseknopf und irgendwie so Knöpfe sind halt was Schönes in der Fotografie.
Kristian Langer
Genau, die Knöpfchen und Rädchen, die sind das so, was man noch gerne hat.
Michael Koopmann
Und jetzt ist ja in der Street Photography, es gibt eigentlich ja keine Regel. Man muss irgendwie nur das Auge darauf trainiert haben, dass man halt irgendwie sowas Alltägliches sieht und dann auch irgendwie in einem Bild gepackt kriegt. Wie machst du das?
Kristian Langer
Ja, also um ehrlich zu sein, klar, man lässt sich natürlich inspirieren. Da braucht man nicht drüber reden. Man guckt natürlich auch über Instagram, was auch immer natürlich rein. Man sieht immer, was andere Leute für Bilder machen, liest Bücher und lässt sich natürlich inspirieren dazu. Aber am Ende des Tages finde ich immer, es muss mir selbst gefallen. Und es wäre fatal, wenn ich mich jetzt nur an irgendwelche Regeln halten würde, damit ich dann möglichst erfolgreich auf Instagram, was auch immer bin. Die Zeiten sind nebenbei eh vorbei. Also es gibt so viel, ich habe letztens noch gelesen, die Street-Fotografie ist das zweitmeistvertreteste Genre auf Instagram. Also von daher in der Flut nochmal irgendwas groß rauszuhauen, ist nahezu möglich. Und wie gesagt, darum geht es mir auch nicht, weil dafür möchte ich nicht fotografieren. Es ist für mich eher eine Art Ausgleich, einfach ein bisschen Ruhe runterkommen und da gucke ich einfach ganz klar drauf, was mir so gefällt. Und wenn ich denke, das sieht toll aus, ist es gut. Und wenn 99 Prozent meinen, das sieht nicht gut aus, dann ist das auch in Ordnung, aber mir gefällt es, das reicht mir aus.
Michael Koopmann
Ja, und das, was ich auch schön an der Fotografie finde, ist ja, man kann sich die Inspiration auf Instagram oder wo auch immer holen, aber es ist ja selten so, dass man jetzt irgendwie so ein Bild einfach nachstellen kann. Du hast gerade über die Landschaftsfotografie gesprochen, wo du eigentlich herkommst. Da sucht man sich den Spot aus, muss dann vielleicht noch nach dem richtigen Sonnenstand gucken und dann stellt man sich da hin und versucht das Bild halt genauso nachzubauen und hat dann das gleiche Bild oder vielleicht auch ein bisschen besser oder ein bisschen schlechter irgendwie auf den Chip gebracht. Aber in Street Photography kann man nur eine grobe Idee kriegen, dass man mal dahin müsste und hier vielleicht mal zum Golden Shop hingehen, aber dieses Bild jetzt so nachbauen, wie du es jetzt zeigst, ist ja förmlich unmöglich, weil der Postbote kommt nicht mehr vorbei und wenn er vorbeikommt, läuft er irgendwie anders und der Wagen ist bestimmt ein anderer, Und wahrscheinlich hat die DAL oder die Post dann schon wieder neue Jacken, die ja nicht mehr gelb sind und was weiß ich. Es wird auf jeden Fall ein anderes Bild werden, was da einer jetzt, wenn er es nachmachen will, dann neu machen würde.
Kristian Langer
Ja, wo ich es mal so sagen muss, nachmachen würde ich niemals empfehlen. Das ist ja wie mit Musik, sage ich mal ganz gerne, den gleichen Song nochmal spielen ist ja schön und gut, aber es ist halt nicht das Gleiche. Man kann sich aber durchaus inspirieren lassen und sagen, hey, ich finde zum Beispiel Ton in Ton toll. Vielleicht habe ich ja auch irgendwie ein gelbes Gebäude, wo vielleicht ein Postbote mal langläuft, was man da vielleicht auch mal nutzen kann bei sich, wenn man nicht in Bremen wohnt. Und von daher, wie gesagt, Inspiration holen kann man sich auf jeden Fall. Und auch, wo du gerade auch schon mal die Landstrafsfotografie angesprochen hast. Ich denke, ja, natürlich kann ich mich durch Lichtstimmung, Ideen oder auch Orte natürlich durchaus inspirieren lassen. Aber ich kann ja durchaus mein eigenes Ding immer noch trotzdem daraus machen. Und jetzt werden natürlich einige sagen, ja, das wurde vielleicht schon tausendmal fotografiert. Ja, aber noch nicht von mir und vielleicht noch nicht so, wie ich das gesehen habe. Und das macht es dann trotzdem nochmal anders.
Michael Koopmann
Ja, und am Ende des Tages geht es ja auch darum, dass man halt einen schönen Tag gehabt hat, ein bisschen Spaß mit der Kamera unterwegs war in der frischen Luft und vielleicht so ein gutes Bild bei rumgekommen, wo man selbst daran Spaß hat. Vielleicht reicht es auch, dass man sich selbst an die Wand hängt, dass man jetzt da den Like-Rekord auf Instagram bricht. Das ist halt eh nicht mehr möglich und wäre, glaube ich, auch als Ziel einfach viel zu hoch. Am Ende des Tages frage ich mich, will man das auch überhaupt? Weil da hat man ja vielleicht viele Likes, aber niemand hat sich das Bild wirklich angeguckt.
Kristian Langer
So sieht es aus. Es muss ja eine gewisse Seele auch haben. Und ich bin immer der Meinung, man kann sehen auf Bildern, ob jemand es für die Likes gemacht hat oder halt wirklich, weil er es mag. Ist meine Behauptung.
Michael Koopmann
Ja, oder wirklich für Instagram geschossen. Ich würde jetzt mal behaupten, dass dieses Bild jetzt auch nicht wirklich Instagram-tauglich ist, weil in der Instagram-Briefmarkengröße wird man keine dieser Schriften sehen. Man wird wahrscheinlich den Postboten schon nicht mehr erkennen, weil er halt im Gelben untergeht. Deswegen ist das jetzt auch schon kein Like-Garant mehr.
Kristian Langer
Nee, auf gar keinen Fall. Wie gesagt, dafür ist die Fläche da einfach ordentlich vorhanden.
Michael Koopmann
Ja, aber genau aus dem Grund gibt es ja hier diesen Podcast, um dann halt mal so ein Bild auch jetzt hier so eine Viertelstunde Aufmerksamkeit zu geben und mal in Ruhe drauf zu gucken und auch jeden hier einzuladen, dann halt nachher nochmal auf die Episodenseite zu gucken, podcast.bilderzeigen.de und sich da das Bild dann auch nochmal groß auf dem Monitor anzugucken und einfach mal rein zu zoomen, was denn da sonst noch alles drauf zu erkennen ist. Denn ja, ich glaube, vor jedem Bild kann man auch irgendwie eine Stunde hängen bleiben und einfach in Details schauen. Ich, wenn ich jetzt hier gerade auf den Monitor gucke, allein die Spiegelung im Schaufenster, ich glaube, da könnte man noch eine Viertelstunde drüber aufnehmen.
Kristian Langer
Auf jeden Fall.
Michael Koopmann
Was ich immer so in der Street Photography, die die Probleme habe, bei mir ist so, ich war gestern auch unterwegs hier in Düsseldorf und es ist am Anfang immer, gerade wenn man so in der eigenen Stadt ist, ach, es ist halt alles so normal. Man kennt das ja und ist ja gar nicht so der Reiz da, das jetzt irgendwie zu fotografieren, dieses Normale. Wie kommst du dein Bremen bei dir so in den Fotomodus?
Kristian Langer
Also natürlich, man muss klar sagen, die eigene Stadt ist immer die schwerste Herausforderung. Ist wirklich so. Ich bin ja durchaus auch ein bisschen umtriebig und gucke natürlich auch mit anderen Kollektiven an. Und das ist sowieso etwas, was ich jedem nur empfehlen kann. Guckt mal auf Instagram, wo auch immer, welche Kollektive ihr in der Nähe habt. Da wird bestimmt regelmäßig mal ein Fotowalk gemacht. Lasst euch einfach mal mitgehen. Allein dieses Inspirieren von anderen, wie sie einfach mal Fotos aufnehmen. Und das finde ich zum Beispiel eines der besonderen Reize bei uns. Als wenn wir im Kollektiv Walks veranstalten und durchlaufen. Wie gesagt, die Strecken kennen wir natürlich, das brauchen wir nicht drüber reden. Aber es ist einfach toll, wenn Leute mal aus, keine Ahnung, Osnabrück zum Beispiel aus Essen, wo auch immer herkommen und wirklich einmal komplett andere Perspektiven sehen, wo man selber denkt, das habe ich so noch gar nicht gesehen. Und das ist eigentlich toll, dass man sich da trotzdem inspirieren lassen kann. Ja. Und letztlich ist es aber so, dass ich einfach wirklich, ich habe ja nicht das Ziel, ich muss mit einem Bild jetzt nach Hause kommen. Für mich ist es wirklich ein bisschen Abschalten, ganz klar, von meinem stressigen Beruf und auch viel Arbeit natürlich ganz klar. Und ich habe da einfach die Möglichkeit, mal vernünftig spazieren zu gehen, habe meine Kamera dabei, lasse mich ein bisschen inspirieren, auch so ein bisschen Achtsamkeit, sage ich jetzt mal, steuern und ja, einfach eine schöne Zeit haben, ganz einfach.
Michael Koopmann
Ja, genau. Einfach mal abschalten können. Gerade die verrückten Nachrichten, die gerade so durch die Welt gehen, dann auch mal aus dem Kopf kriegen und einfach mal ein paar Bilder machen. Aber du hast es gerade schon erzählt, wie so ein Street-Fotowalk, der ist halt auch immer eine gute Möglichkeit, einfach mal ein bisschen Inspiration zu kriegen. Deswegen nochmal kurz die Werbeecke hier unter bildertermine.de. Das ist auch ein Projekt von mir. Sammle ich ja solche Veranstaltungen und versuche die halt einmal irgendwie in einen Kalender zu kriegen, den man auch zum Beispiel in seine eigene Kalender-App ziehen kann über eine iCal-Datei, sodass man halt das direkt auch sieht, wenn er irgendwo in der Gegend halt ein Fotowalk ist und man dann auch dabei sein kann. Ja, und so ein Fotowalk, das ist jetzt kein Bildgarant, deswegen, da kriegt man bestimmt nicht so ein Bild hin, weil jeder Postbote nimmt reiß aus, wenn er irgendwie 20 Fotografen sieht. Aber es ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, diese Ideen zu kriegen und dann nachher vielleicht über Instagram oder über den Hashtag halt anderen Fotografen zu folgen und zu gucken, was die denn da aus diesem Tag gemacht haben und ich bin bei sowas immer total erstaunt, was halt da für Bilder bei rumkommen. Ich habe dann neben demjenigen gestanden und der macht da ein Bild, was ich halt selbst nicht glauben kann, dass das da rausgekommen ist. Das ist halt schon wirklich cool.
Kristian Langer
Also ich würde schon sagen, aber wobei, da muss ich kein bisschen widersprechen. Im Gegenteil, du kannst sogar richtig gute Bilder machen, weil du dich einfach meistens ja in einer tollen Umgebung befindest mit tollen Menschen und dadurch nochmal noch ein gelassener Gefühl, manchmal Fotos machst. Natürlich ist es ein Unterschied, ob du jetzt diesen Walk veranstaltest. Das ist nochmal eine ganz andere Dimension, weil da natürlich nochmal ein bisschen mehr auch du, ich sag mal, die auf guter Stierzieheraufgabe hast, so ein bisschen mitzunehmen, dass keiner bei Hand kommt. Aber du kannst schon auch auf Walks definitiv gute Bilder machen und ich kann es nur jedem empfehlen. Guckt da rein, geht mit. Ihr braucht selten, wirklich jetzt ohne es böse zu meinen, aber keine Workshops besuchen. Geht mal bei so einem Walk mit. Da ist keiner, der euch irgendwie ausdacht, wenn ihr mit Irmert Günstigem kommt oder was auch immer. Oder ihr noch nicht so fit da drin seid. Ihr könnt davon nur profitieren. Ich habe es bisher nur erlebt. Ich habe eigentlich nur nette Leute erlebt. Geht da mit. Ohne Witz, nutzt es.
Michael Koopmann
Kann ich Ihnen unterschreiben. Also Schaden tut das keinesfalls. Man hat auf jeden Fall einen guten Tag. Man lernt ganz viel nette Leute kennen, mit denen man sich vernetzen kann. Dann resultieren daraus meistens dann auch noch ein paar neue Treffen und ein paar nächste Fotowalks, wo man dann auch wieder unterwegs ist. Auf jeden Fall machen und ihr könnt gerne dann auf bildertermine.de schauen und wenn ihr in Bremen dann demnächst neue Walks habt, stehen natürlich auch mit da drunter.
Kristian Langer
Aber natürlich immer.
Michael Koopmann
Gut, ich gucke hier schon wieder auf die Uhr, das über die Viertelstunde sind wir schon weit hinaus. Deswegen gucken wir mal, dass wir auch hier langsam den Einkehrschwung finden. Ich danke dir viermal. Ich stelle natürlich alle Links zu deinem Profil, zum Profil vom Kollektiv in die Shownotes und was ich sonst noch so an Links finde hier, dass da jeder einmal gucken kann, sich noch ein bisschen inspirieren kann und natürlich dann auch vielleicht demnächst mal nach Bremen kommt und da einen schönen Fotowalk mitmacht. Aber erst mal vielen Dank dir, Christian, für dieses tolle Bild.
Kristian Langer
Ja, danke dir, Michael.
Michael Koopmann
Ja, und vielen Dank an alle Hörer, dass ihr euch die Zeit genommen habt, hier zuzuhören. Wie gesagt, ihr dürft gerne immer unter podcast.bilderzeigen.de in die Episoden reinschauen. Und wer jetzt denkt, dass er auch ein schönes Bild hat, was hier unbedingt mal seine Geschichte erzählen soll, schreibt mir einfach und dann seid ihr demnächst in einer der nächsten Podcast-Folgen, eigentlich an der nächsten Mittwoch. Aber bis dahin erstmal auf Wiederhören.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort


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