Dia 21 – Warten auf den Regenschirm mit Olaf Gschweng

Genre:,

Ein geschwungenes schmiedeeisernes Geländer und ein Fußgängerweg verleihen dieser Szene eine besondere Dynamik und erinnern an ein ikonisches Foto der Streetphotography. Olaf Gschweng erzählt in der Podcast-Aufnahme, wie dieses Schwarz-Weiß-Bild viele Versuche brauchte, bis es so auf dem Chip war.

Bild im Querformat :
Hier sieht man drei Personen mit Regenschirmen auf nassem Pflaster.
Sie gehen langsam eine leicht gebogene Straße entlang, geschützt vor leichtem Regen.
Ein schwarzer Schirm links, zwei weiße Schirme rechts – einer mit Muster.
Die Figuren tragen Mäntel und Gummistiefel, Taschen baumeln locker.
Ein schmiedeeisernes Geländer mit Ornamenten rahmt die Szene.
In Schwarz-Weiß wirkt der nasse Glanz poetisch und ruhig.
Foto: Olaf Gschweng

Die Schritte zum Bild

Shownotes

Teilnehmer diese Episode:

Michael Koopmann
Olaf Gschweng

Die andere Episode mit Olaf Gschweng:



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Fediverse

Henri-Cartier Bresson



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📄  Zusatzinfos:

Diese Episode ist erschienen am 03.06.2026 und wurde aufgenommen am 01.04.2026.

Titel-Melodie: „Der weite Blick“ generiert von M. Koopmann mit musichero.ai

Der Podcast bietet Kapitelmarken mit Bildern, ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprechern sowie weitere Zusatzinfos. Am besten nutzt du Apps wie Pocket Casts, Overcast, Instacast und andere sog. ‚Podcatcher‘ Apps, die diese Inhalte anzeigen können.

Die Episoden der zweiten Staffel sind zusätzlich auch als Video auf YouTube und im Fediverse auf Makertube abrufbar.

Transkription der Episode anzeigen
Michael Koopmann
Willkommen bei Bilder und Geschichten. Ein Foto kann ein Fenster sein, in die Vergangenheit, in einen Moment, manchmal auch in uns selbst. Jede Folge bringt ein neues Bild, eine neue Stimme und eine neue Geschichte fürs Kopfkino. Schön, dass du heute dabei bist. Ja, und herzlich willkommen bei dieser neuen Episode von meinem kleinen Podcast. Und auch diesmal habe ich wieder ein schönes Bild dabei und natürlich einen tollen Fotografen, der das Bild für uns hier mitgebracht hat. Und dafür kann ich heute den Olaf Geschwengen begrüßen. Hallo Olaf, schön, dass du da bist.
Olaf Gschweng
Ja, hallo Michael. Schön, dass ich dabei sein darf bei deinem Podcast und eins meiner Bilder vorstellen darf.
Michael Koopmann
Ja, ich bin ja immer froh über jeden, der hier Lust hat, eins seiner Bilder vorzustellen. Denn Bilder wollen gezeigt werden. Das ist ja hier so mein Motto. Und du hast dich gemeldet, weil du den Podcast, ich glaube, über Abenteuer-Reportage-Fotografie mitbekommen hast. Irgendwo da wurde er empfohlen. Das hat mich schon mal sehr gefreut. Und dann hast du direkt gedacht, das Kontaktformular zu nutzen und dich direkt mal bei mir zu melden. Und zack, bist du hier im Podcast.
Olaf Gschweng
So sieht es aus.
Michael Koopmann
So und du hast mir direkt dabei einen Link geschickt zu deinem Pixel-Fed-Account im Fediverse mit einem Bild, einem Schwarz-Weiß-Bild, was du gedacht hast, dass wir das hier direkt nehmen können. Und ja, eine Variante davon kommt jetzt auch direkt in den Podcast. Aber als ich dieses Bild gesehen habe, hat mich das direkt an eins dieser alten, ikonischen Bilder so ein bisschen dran erinnert. Und deswegen dachte ich mir, das nehmen wir doch direkt hier mit in den Podcast. Und guck, geh mal heute auf die Spur, wie es denn zu diesem Bild gekommen ist. Aber erzähl mal ein bisschen, was hast du uns da mitgebracht?
Olaf Gschweng
Ja, ich habe ein Foto gemacht, das ist in meiner Heimatstadt Rostock entstanden. Ich mache so seit drei Jahren Street-Fotografie, weil sie es eben gut in den Alltag integrieren lässt. Das heißt, ich bin natürlich dann auch viel hier unterwegs. Und ja, da gibt es ein Gebäude, was mir dann öfter aufgefallen ist. Im Volksmund heißt es nur die Anatomie. Es ist halt das Gebäude, wo das Anatomische Institut der Uni Rostock den Sitz hat. So ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Und ja, das ist mir irgendwie aufgefallen. Dann habe ich das auch mal so versucht, die Fassade irgendwie so frontal zu fotografieren, was gar nicht so einfach ist, weil da halt eine Straße ist und ja, Schilder am Weg stehen und so weiter. Und irgendwann bin ich dann mal die Treppe dort, das hat so zwei Treppen, die so gewunden sind. Und da bin ich mal irgendwann hochgegangen und habe mal geguckt, wie sieht das eigentlich von da oben aus, wenn man da so die Treppe runterschaut. Und ja, dieser Blick hat mir dann gefallen und ich habe dann irgendwie versucht, ein Foto daraus irgendwie zu machen. Und ja, habe dann einfach geschaut, was sich so ergibt und habe das dann zu Hause mir angeschaut und habe mit dem Beschnitt eine Weile zu tun gehabt, weil doch rechts irgendwie unruhig, im Hintergrund unruhig. Und als ich das dann so auf so eine Minimalvariante hatte, dann brauchte ich noch irgendwie die Idee, ich muss sehr gerne Menschen, also ich mag Architektur gerne. Das kommt hier in dem Bild, denke ich, auch ganz gut rüber. Aber ich habe natürlich ganz gern eigentlich auch mal irgendwie Menschen da drin. Das sollte halt kein reines Architekturfoto werden. Und ja, ich habe dann so gesehen, die meisten Leute laufen im Hintergrund den Gehweg entlang, im Vordergrund vor diesem Gebäude eher nicht so. Aber im Hintergrund ist es ein Problem, weil dann ist da so eine mit Graffiti beschmierte Hauswand, die dann ablenkend ist und Unruhe reinbringt. Aber ich hatte so eine Skizze. Ich hatte erstmal eine Skizze von einem Foto.
Michael Koopmann
Ich würde es mal versuchen für die Zuhörer noch ein bisschen genauer zu beschreiben, damit sich da draußen mal alle so ein Bild machen können vor ihrem inneren Auge, was wir denn hier haben und vielleicht kommen dann auch schon einige zu auf die Idee, woran mich dieses Bild denn wohl erinnert hat und dich ja oder einige Leser dann bei Abenteuer Reportage Fotografie auch wohl.
Olaf Gschweng
Das war ja eigentlich ein Bild auf dem Weg zu meinem Foto, was ich im Kopf hatte, was dann, wo ich sagte, das änderte mich auch.
Michael Koopmann
Aber da kommen wir schon gleich hin.
Olaf Gschweng
Genau.
Michael Koopmann
Also wir haben ein Bild im Querformat, in Schwarz-Weiß hatte ich gerade schon erzählt. Und ja, du hast gesagt, du stehst jetzt hier vor einem anscheinend älteren Haus oben auf einer Balustrade. Du schaust von da runter. Wir sehen halt im Vordergrund eine Treppe, die so im Halbkreis nach unten geht. Hier haben wir so eine Marmortreppe, schönes, schwarzes, eisernes Geländer, schön verziert. Und unten geht diese Treppe aus in einem schwarzen Teerstreifen, würde ich sagen. Ja, und vor diesem schwarzen Teerstreifen ist auch in dieser Rundung ein Fußgängerweg, der ist geflastert auf dem Bild zumindest am hellen Stein, der auch diese Rundung mitgeht. Und auf diesem Fußgängerweg stehen jetzt in diesem Bild halt vier Passanten, die alle Regenschirme tragen. Es ist anscheinend Schiedwetter. Einige haben davon auch oder zumindest einer Regenstiefel an. Alle sehen auf jeden Fall so aus, als ob sie für den Regen gerüstet sind und ja auch der ganze Belag ist nass. Also es sieht so nach so einem Wettertag aus, wo man sich schon überlegen muss, geht man mit der Kamera raus, muss man wollen. Aber da kommen dann die stimmungsvollen Bilder dabei rum. Wenn wir noch weiter nach hinten gucken, dann sehen wir im Endeffekt auch nur eine große schwarze Teerfläche, an den Rändern noch ein bisschen weitere Gehwege, es scheint auch immer so ein kleines Straßendreieck zu sein, aber den Hintergrund hast du weggeschnitten, da sehen wir gar nicht viel, wo es dann hingeht. Und auf der linken Seite sehen wir auch noch von diesem Haus, wo du auf dieser Balustrade stehst, auch noch so ein Rest von so einem Vorsprung, wo auch dieses schöne eiserne Gitter ist, was dann auf der linken Bildseite so diesen Abschluss von dieser Szene gibt. Wir haben halt diesen wunderschönen, geschwungenen Konturen in diesem Bild, die halt so eine schöne Leichtigkeit damit reinbringen. Jetzt hast du gesagt, du hast schon irgendwie verschiedene Sachen probiert, als du da oben gestanden hast. Also du hast anscheinend ein bisschen Zeit gehabt und standest wohl im Trocknen mit deiner Kamera.
Olaf Gschweng
Genau, das ist das Gute. Also das ist ja, diese erste Aufnahme war ja auch nicht im Regen. Das mit dem Regen kam ja erst später. Also ich stand da oben, habe halt versucht, so irgendwie einen Bildausschnitt, irgendwie so ein, was kann man daraus machen? Was da so schön ist, hast du ja eben schon gut beschrieben. Das ist mir dann spätestens zu Hause eben beim Bilder raussuchen, also beim Beschneiden usw. aufgefallen. Mir ist ins Auge gesprungen, diese ganze Geometrie dort, die dort zu sehen ist. Also alles Rundungen. Das sind ja alles so Kreisbögen von dem Geländer, von dem Gehweg und von der Fahrbahn, die Kanten, das ist ja alles rund und die Treppenstufen, jede einzelne, aber auch das Gesamte, was man sieht, ist ja so wie so ein Tortenstück, Kreissektor heißt das, glaube ich. Und auch dieser schwarze Asphaltbereich vor dem Gehweg, also zwischen Treppe und Gehweg, den hast du ja auch genannt, der sieht ja auch wie so ein Tortenstück im Grunde aus. Und das alles so, da hatte ich die Idee, da muss jemand vorne langlaufen mit einem Regenschirm in der Hand. Weil der Regenschirm ja diese Formgebung letztlich wieder aufgreift. Wir haben dann so, Mehr oder weniger kreisförmig. Und diese Kreissektoren, diese Tortenstücke, ich glaube, acht Stück sind es dann bei einem Regenschirm. Das war meine Idee. Und das heißt also, auf Regenwetter, auf Schietwetter warten, wie du schon gesagt hast, und dann dahin. Das Gute ist, man steht da wirklich trocken in dem Moment. Das ist schon mal gut.
Michael Koopmann
Du hast mir gleich ein paar mehr Bilder hier aus der Serie geschickt. Da sehe ich schon im ersten Bild, da war es noch trocken, aber ja, da fehlt irgendwo die Person oder die Bewegung halt auf dem Asphalt irgendwo, was halt in diesem Bild noch ein bisschen was mitbringt und dann….
Olaf Gschweng
Das war halt die Skizze, was mache ich jetzt damit?
Michael Koopmann
Der Gedanke und ja, dann ist es ja in der Suite Photography oft so, dass man eben so das Motiv hat und jetzt muss irgendwie noch das Passende passieren. Und wenn man dann darauf wartet, passiert das ja meistens gar nicht, weil man wartet ja drauf und dann verschwört sich ja alles gegen einen, dass halt dann gar kein Passant mehr kommt. Wie war das bei dir? Wie hast du das dann angestellt, dass du zu deinem Motiv gekommen bist?
Olaf Gschweng
Das war tatsächlich dann, es hat ein bisschen gedauert. Es war, also die Idee mit dieser Skizze, das war Ende April. Und Anfang Mai ist dann das nächste Foto entstanden. Da hat es dann endlich mal irgendwie geregnet. Ich musste ja auch erst mal hinkommen. Also wenn ich jetzt vom Büro aus irgendwie zum Feierabend oder so dahin, das braucht schon einen Moment. Ja. Und das war Anfang Mai, dass das dann mal geklappt hat. Und es zeigt sich wieder, die meisten laufen dann da hinten lang, wo es im Bild nicht wirklich passt. Und immerhin hatte ich dann einen Radfahrer, der dann da vorbeigefahren ist, im Bild erwischt. Und als ich das dann zu Hause bearbeitet hatte, also letztlich den Ausschnitt ordentlich und die Kontraste entsprechend, da hatte ich irgendwie so ein Déjà-vu. Irgendwie kommt mir dieses Bild bekannt vor, was er gar nicht sein kann. Und ja, das war dann so ein Moment, wo ich irgendwie, irgendwann fiel es mir ein, da gab es doch mal so ein Bild von dem Henri Cartier-Bresson, wo so ein Radfahrer irgendwie am Fuß einer Treppe lang fährt. Und das habe ich dann im Internet gesucht und auch gefunden. Und habe das dann, also mein Foto dann halt auch auf dem MeinPixelFat-Account hochgeladen und habe dann auch so, habe dann beschrieben, was ich eigentlich haben wollte, Nämlich jemand mit Regenschirm und dass ich mit dem Bild aber auch nicht so ganz unglücklich bin. Ob jemand oft darauf kommt, warum? Ich habe auch nicht mehr geschrieben, weil ich dachte, vielleicht sehe auch ich das nur. Aber es fand sich tatsächlich auch jemand, der dann auch mit so einer Google-Suche geantwortet hat, wo dann auch das richtige Bild dabei war. Und also war ich offensichtlich nicht der Einzige, dem das so aufgefallen ist. Gut, das Bild von Cartier-Bresson ist halt, wenn man es mal so schon komplett anders, die Szenerie ist also sehr eng. Das ist halt wirklich eine ganz schmale Treppe und so eine ganz enge Gasse, während meine Szene ja total so offen ist, sehr weit. Aber ja, diese Vibes kommen offensichtlich rüber und das haben auch andere gesehen.
Michael Koopmann
Also mir ging es genauso. Wie gesagt, der erste Eindruck von diesem Bild war, da gibt es doch was. Und da kam mir dann direkt auch dieses Henri Cartier-Bresson-Bild in den Kopf. Und ich habe mir jetzt mal hier auf meinem Bildschirm gerade mal beide so gegeneinander gestellt. Ja, es sind natürlich ganz verschiedene Bilder, aber es sind so die gleichen Vibes. Weil, ja, wer jetzt da draußen sich fragt, was spreche ich denn jetzt hier schon wieder für ein Bild? Also Henri Cartier-Bresson ist so der Urvater der Street Photography, würde ich mal sagen. Also einer, der versucht hat, diese alltäglichen Szenen mit reinzubringen, aber dann doch mit einem gewissen Anspruch an den Bildaufbau, so würde ich es mal in der Kürze nennen. Und eins seiner bekanntesten Bilder ist halt ein Radfahrer, der halt auf der Straße vorbeifährt. Den hat er relativ unscharf oder mit einer Bewegungsunschärfe erwischt. Und im Vordergrund hat er auch so eine verwinkelte Treppe. Und wenn man dieses Bild auseinander nimmt, hat man so diese wirklich ganz klassische Fibonacci-Spirale. Also diese enger werdende Schnecke im Bild, die ja auch für Bildaufbau immer gern hergenommen wird. Und ich kann mich an dieses Bild besonders gut erinnern, weil bei Abenteuer Reportage Fotografie, wo ich ja auch mal lange dabei war, das auch mal hergenommen wurde als so ein Beispielbild für den Aufbau eines guten Fotos.
Olaf Gschweng
Ja, ich glaube, der war schon ein Meister der Bildkomposition. Ja, das ist richtig.
Michael Koopmann
Ich werde auf jeden Fall mal einige Links in die Shownotes packen. Klar zu dem Bild, aber auch sonst noch zu einer schönen Podcast-Folge von Abenteuer Reportage Fotografie, wo die auch nochmal auf das Lebenswechsel von Henrika Trebesong eingehen. Das lohnt sich auf jeden Fall auch da mal reinzunörden, was so da früher denn alles fotografisch gemacht wurde. Finde ich sehr, bringt auf jeden Fall einen auf schöne Ideen und auf schöne neue Motive. Aber zurück zu dir. Jetzt, ja, du warst auf der Suche nach den Regenschirmen. Wenn ich jetzt die beiden Bilder auch nehme, ja, die Regenschirme bringen ja gut dieses Runde wieder. Jetzt, wie hast du es angegangen, um denn zu deinem Motiv zu machen? Wie oft musstest du jetzt da hingehen, um da die Regenschirme zu bekommen?
Olaf Gschweng
Also Das Bild war jetzt Anfang Mai, wie gesagt, die Idee Ende April. Ja, im Mai passierte nichts mehr. Es hat einfach, also wir haben es ja öfter jetzt die letzten Jahre, dass einfach das Frühjahr ziemlich trocken ist. Wenn es dann mal regnet, dann hat man oft so lokal begrenzte Starkregenereignisse. Und das hat irgendwie gegen mich gearbeitet.
Michael Koopmann
Da geht das Problem schon los. Für Regenschirme braucht man Regen. Das kann man basteln, wie viel man will.
Olaf Gschweng
Also die Wahrscheinlichkeit, da jemand mit dem Regenschirm bei Trockenheit zu kriegen, ist wohl doch eher, so lange wollte ich dann doch nicht stehen. Dann war dann doch die Anfahrt bei Regen dann doch irgendwie die bessere Variante. Also im Mai hat es nicht geklappt, im Juni auch nicht. Da war ich auch zwei Wochen nicht in Rostock. Und im Juli war es dann irgendwann, so Ende Juli kam dann irgendwie der Tag. So jetzt, es regnet und ich bin vom Büro los, also nach der Arbeit, bin da hin. Und ich war da und es hat noch vielleicht zehn Minuten geredet, dann hat es aufgehört. Aber in der Zeit lief tatsächlich ein Mann auf diesem Weg, der vorne vorbeiführt, also im Hintergrund laufen noch mehr und es nützt mir ja nichts, der lief da vorbei, leider in der falschen Richtung. Der lief von rechts nach links durchs Bild und dann ist ja halt so mehr von hinten zu sehen. Und so mit Turnschuhen, also weißen Turnschuhen und der Hand in der Tasche, ja, ist nicht ganz, was ich wollte, aber immerhin hatte ich jetzt ein Regenschirmbild. Aber das war es noch nicht. Aber das Regen, also die Vorhersage für den nächsten Tag, hat zumindest mal gesagt, na, morgen könnte ich noch eine Chance haben. Und als ich dann aufgewacht bin, gleich morgens aufs Regenradar geschaut, okay, das sieht gut aus und bin noch vor der Arbeit dann dahin wieder gefahren. Und es hat dann länger auch gesegnet, es war um sieben irgendwie da und das erste, was mir aufgefallen ist, es laufen gar nicht so viele mehr im Hintergrund lang, sondern mehr Leute, die auch vorne langlaufen. Also andere Uhrzeit, ganz andere Wege, die die Leute haben, andere Ziele, das sah schon mal gut aus. Und dann ist das, was man jetzt vielleicht nochmal die Bilder vergleicht vom Radfahrer noch zu dem nächsten, die Perspektive habe ich ein bisschen geändert. Da hat mir erst beim Radfahrer aufgefallen, dass dieses Geländer links dort, das überschnitt sich so mit dem unruhigen Hintergrund, dass ich ein bisschen was davon drin lassen musste. Oder ich hätte vom Geländer viel mehr wegschneiden müssen. Also was habe ich gemacht? Die Perspektive nochmal geändert. Das heißt, die Kamera höher gehalten. Nicht vor dem Kopf, sondern über meinen Kopf. Das heißt, ich musste dann auch noch so längere Zeit stehen mit der Kamera über dem Kopf. das Display so leicht runtergekippt, dass man was sehen kann und dann dort warten. Und das ist also, wenn der Mann, der von rechts kam, da hat man noch lange Vorwarnzeit, das kriegt man rechtzeitig mit, aber auf die, die von links kommen, auf die ich da wartete, da reicht die Zeit nicht aus, die Kamera einschalten, hochhalten, den Ausschnitt anpassen, fokussieren. Also dann nicht so.
Michael Koopmann
Jetzt hast du aber die vier ja irgendwie gelockt, die stehen da ja anscheinend am Kloischken zu halten. Was hast du da hingelegt? Was war die Falle?
Olaf Gschweng
Das war wirklich, ich stand dort und dann tauchen die vier. Und ich dachte, oh, mit vielen habe ich ja eigentlich gerechnet. Das war irgendwie so, oh, mal gucken, das kann ja auch was werden. So, und dann habe ich gedacht, das gibt es ja eigentlich. Die stehen, also ich habe ja schon vorher ausgelöst und dann blieben die plötzlich dort stehen. Und genau an dieser Stelle, ich schwöre, ich habe nichts dazu irgendwie getan. Das war wirklich deren Entscheidung.
Michael Koopmann
Das Glück des Tüchtigen.
Olaf Gschweng
Ja, es sollte sich wohl aussagen, Also es waren zwei Frauen und zwei Kinder, also wahrscheinlich zwei Mütter, die ihre Kinder zur Schule brachten und die blieben stehen, um mal kurz was zu klären, vermute ich. Und also ich habe mehrmals auf den Auslöser gerückt. Auf einem sieht man auch, wie die eine Frau so ein bisschen argwöhnisch in meine Richtung schaut. Aber dann haben sie mich nicht weiter beachtet. Und ja, ich konnte ein paar Fotos machen. Und hier ist ja auch, das ist ja das Gute an dem Regenschirm. Es ist ja niemand irgendwie erkennbar, wirklich.
Michael Koopmann
Ich wollte gerade sagen, wunderschön gelöst. Es ist jeder Kopf hinter einem Regenschirm. Da haben wir definitiv keine Probleme, dass wir dieses Bild hier nicht veröffentlichen dürften. Weil da ist keiner drauf erkennbar, außer dieser Regenschirm wäre jetzt einmalig.
Olaf Gschweng
Absolut. Und also man sieht, also ich habe ja mehrmals auch in dem Moment noch, auch wenn sie nicht lange dort standen, aber es hat für mehrere Aufnahmen gereicht und ich, also bei den anderen war immer irgendwer zu sehen und das war wirklich so, sind wir wieder bei Brisson, the decisive moment, der entscheidende Moment. Also ich habe auch einmal den Moment erwischt, wo keiner durchlinst, irgendwie zu sehen ist das Gesicht.
Michael Koopmann
Was mir jetzt ja total gefällt und wo ich mir hier auch mal direkt eben so ein Knotensaschentuch machen muss, was ich mitnehme, halt mal so ein Bild sich irgendwo, so ein Bild vornehmen, was halt im Regen nur geht. Weil also ich kenne mich da selbst, wenn es regnet, kriege ich hier gleich auch irgendwie so ein bisschen schlechte Laune, weil dann ist alles grau draußen, alles dunkel und die Kamera liegt dann ganz schwer im Regal und ist da ganz schwer rauszukriegen. Während wenn jetzt hier gerade die Sonne scheint, wie bei unserer Aufnahme gerade, die Kamera eigentlich schon vor der Tür steht und quengelt und unbedingt raus möchte. Und das ist, glaube ich, eine gute Sache, sich mal für so die Regentage auch so ein Bild irgendwie vorzunehmen, damit man schon mal den Grund hat, wieder rauszugehen und auch dann ein Bild, ein Foto zu machen.
Olaf Gschweng
Das kenne ich tatsächlich. Und ich habe mir auch zu dem Zweck dann irgendwann zum Fotografieren bei Regen auch nochmal einen vernünftigen Regenschirm besorgt, der leicht genug ist, aber auch nicht zu fragil. Das ist ja beim kleinsten Windstoß irgendwie.
Michael Koopmann
Ich finde ja auch, es hat ja auch Flair. Aber das sind jetzt ja nicht nur die Regenschirme, sondern vorne in diesem schwarzen Teer sieht man ja auch so eine Pfütze. Da ist eine leichte Spiegelung drin. Man sieht ja sogar ein bisschen die Regentropfen, die da gerade in die Pfütze fallen. Und das Pflaster von diesem grauen Gehweg ist ja auch schön am Glänzen. Das bringt ja gleich nochmal eine ganz andere Stimmung in dieses Bild rein.
Olaf Gschweng
Absolut. Und trotzdem war ich in dem Moment nicht sicher, ist das was geworden? Wie wirkt das mit den vier Schirmen? Eigentlich war ich auf einen aus. Ich bin da noch eine Weile stehen geblieben tatsächlich. Und jetzt kommt es, ich habe dann auch noch ein Bild irgendwo gemacht, was mir gefallen hat. Ich war wirklich abends völlig unsicher, ist es jetzt das mit den Vieren oder eine junge Frau, die dann auch in diese Richtung vorbeiging, die hatte den Schirm so ein bisschen nach hinten geneigt, dass man auch das Gesicht gesehen hat. Aber der Schirm war halt oder ist auf dem Foto, ich habe es dir auch mitgegeben, halt nicht so gut zu sehen, weil er so geneigt ist, dass das nicht so die Fläche von dem Schirm so zu sehen ist. Und ich war trotzdem, also die Reflexion ist da zum Beispiel ein bisschen schöner. Aber ich war auch wirklich unsicher. Es hat irgendwie noch einen Tag gedauert, bis ich wirklich sicher war, nee, es sind die vier Schirme. Eindeutig. Also ich kann es aus heutiger Sicht gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich da noch irgendwie überlegt habe. Also aus heutiger Sicht ist klar, nein, natürlich die vier Schirme sind das Foto.
Michael Koopmann
Also wenn ich es darf, würde ich die Bilder auf jeden Fall mit in die Shownotes packen. Dann kann sich da jeder selbst mal ein Bild machen, was da passiert ist und ob du hättest noch ein bisschen länger da stehen müssen oder hättest direkt ins Café gehen können und dir einen schönen Kaffee gönnen bei dem schönen Schuss. Also meiner Meinung nach wäre das auf jeden Fall ein sehr großer Café geworden.
Olaf Gschweng
Tatsächlich bin ich ins Büro danach gegangen und habe dann angefangen zu arbeiten.
Michael Koopmann
Eine Sache wollte ich noch kurz hier mitgeben, weil es gibt auch viele, die sagen, bei Regen kann ich ja nicht fotografieren, meine Kamera wird ja nass oder die ist ja gar nicht abgedichtet dafür. Leute, geht raus. Also ich gehe mit meiner nicht abgedichteten Kennen auch gerne mal in Regen, die muss da auch mal nass werden. Hat dir bis jetzt nicht geschadet. Es schadet eher den Bildern, wenn man halt nicht rausgeht, weil dann macht man keine.
Olaf Gschweng
Das ist doch, das sehe ich genauso. so.
Michael Koopmann
So und apropos Bilder machen, ich glaube, wir haben jetzt schon ja gut 20 Minuten aufgenommen und draußen scheint, wie gesagt, die Sonne. Ich würde sagen, wir fangen mal langsam an, diese Podcast Episode hier zu beenden. Ich sage vielen, vielen Dank, Olaf, dass du dieses tolle Bild und die schöne Geschichte dazu hier mitgebracht hast und danke, dass du da warst.
Olaf Gschweng
Ja, danke Michael, dass ich das vorstellen durfte.
Michael Koopmann
Ja, du bist auf jeden Fall nochmal eingeladen für eine nächste Episode und dass wir da nochmal an ein schönes Bild sprechen. Aber bis dahin, auf Wiederhören und bis zum nächsten Mittwoch.

Hinweis: Das Transkript wurde automatisch erstellt und nicht manuell geprüft oder korrigiert. Die Erkennung ist nicht fehlerfrei, daher können Inhalte falsch sein. Maßgeblich ist immer das im Podcast gesprochene Wort

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